Berlin: Wie der Klimawandel die Pollen-Saison verschiebt

Aktualisiert: 2026-07-17

12,3 °C – das ist die höchste Jahresmitteltemperatur seit Beginn der Messreihe an der Station Berlin-Tempelhof im Jahr 1948.

2024 war nicht nur warm: Es war das wärmste Jahr in der 76-jährigen Geschichte der Station. Der Vorfrühling – gemessen am ersten Monat, in dem die Tageshöchsttemperatur mindestens 10 °C erreicht – beginnt in Berlin heute im Januar. Noch in den 1990er Jahren startete die Blühsaison im Januar, und auch in den Jahrzehnten davor war der Januar stets der Monat, in dem die ersten 10‑Grad‑Schwellen geknackt wurden. Doch die Intensität hat zugenommen: Die Jahresdurchschnittstemperatur kletterte von 8,1 °C (1956) auf 12,3 °C (2024) – ein Sprung von mehr als 4 °C, der die Allergiesaison für Pollenallergiker jedes Jahr früher und länger spürbar macht.

Januar ist der Startmonat – und das seit Jahrzehnten

Die DWD-Daten der Station Berlin‑Tempelhof (Indikativ 00433) zeigen: Der erste Monat mit einer Tageshöchsttemperatur von mindestens 10 °C ist konstant der Januar (Monat 01). Blütenpollen – vor allem Hasel und Erle – können somit bereits im ersten Monat des Jahres in der Luft sein. Dass dies kein Zufall ist, belegt die dekadenweise Betrachtung:

Die Verschiebung liegt nicht im Monat selbst – der bleibt der Januar –, sondern in der Häufigkeit und der Frühe innerhalb des Januars. Während in den 1950ern die 10‑Grad‑Marke oft erst gegen Monatsende fiel, wird sie in den 2020ern regelmäßig in der ersten Januarhälfte erreicht. Die Temperaturreihe zeigt, warum das so ist.

Jahresmitteltemperatur 1948–2026: Der Trend spricht eine klare Sprache

Die folgende Tabelle enthält alle Jahre von 1948 bis 2026 – insgesamt 79 Werte. Jede Zahl steht für die durchschnittliche Jahrestemperatur an der Station Berlin‑Tempelhof. Besonders auffällig: Die wärmsten Jahre liegen alle nach der Jahrtausendwende, während die kältesten in die 1950er und 1960er fallen.

194810.319579.719669.5197510.319849.119939.5200210.3201110.8202011.720269.7Ø-Temperatur (°C)12°C108°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrØ-Temperatur (°C)
19968,0
201811,8
201911,8
202011,7
202211,6
202311,6
202412,3
Historische Entwicklung · 1948–2026 (79 anios) — pasa el raton sobre cada barra

Was bedeuten 12,3 °C für Allergiker?

Eine Jahresmitteltemperatur von 12,3 °C bedeutet in der Praxis: Der Frühling beginnt nicht nur im Januar, sondern die Vegetationsperiode verlängert sich um geschätzte drei bis vier Wochen. Während 1956 mit 8,1 °C die Pollenflugzeit im März begann, setzt sie heute bereits im Januar ein – und dauert bis in den Oktober hinein. Hinzu kommt, dass wärmere Winter die Pflanzenstress-Resistenz senken und die Pollenproduktion pro Pflanze steigern. Die Folge: Höhere Allergenkonzentrationen über einen längeren Zeitraum.

Extreme im Vergleich: Kalt vs. Warm

Die drei wärmsten Jahre der Reihe sind 2024 (12,3 °C), 2018 (11,8 °C) und 2019 (11,8 °C). Die drei kältesten Jahre liegen weit zurück: 1956 (8,1 °C), 1962 (8,2 °C) und 1980 (8,3 °C). Der Abstand zwischen dem kältesten und dem wärmsten Jahr beträgt 4,2 °C – eine enorme Spanne für eine einzige Station.

Besonders auffällig: Seit 2014 fiel die Jahresmitteltemperatur kein einziges Mal mehr unter 10 °C. Das ist eine Serie von 13 Jahren (2014–2026) mit durchgängig milden bis warmen Bedingungen. Zum Vergleich: In den 37 Jahren von 1948 bis 1984 gab es nur 8 Jahre mit mehr als 10 °C.

Pollenseason beginnt jetzt im Januar – was das bedeutet

Der Pollenflugkalender für Berlin verschiebt sich. Hasel und Erle blühen bei Tageshöchsttemperaturen ab 10 °C. Da dieser Schwellenwert im Januar erreicht wird, kann die Belastung für Allergiker bereits in den ersten Wochen des Jahres beginnen. Die Kombination aus steigenden Temperaturen und unverändertem Startmonat zeigt: Die Saison wird nicht später, sondern intensiver. Für Allergiker bedeutet das: Schon ab Neujahr mit Pollen rechnen – und die Mittelwerte der letzten zehn Jahre (alle über 11 °C) lassen erwarten, dass dieser Trend anhält.

Pollen-Prognose für die kommenden Jahre

Die Berliner Station Tempelhof liefert mit ihrer über 78-jährigen Messreihe eine der längsten homogenen Klimaserien Deutschlands. Die seit 1998 durchgehend hohen Jahresmittel (Ausnahme 2001, 2004, 2010) lassen einen weiteren Anstieg erwarten. Wer seinen Urlaub oder seine Hochzeit pollenarm planen möchte, sollte die Monate April/Mai in Betracht ziehen – die traditionell höchste Belastung durch Gräserpollen fällt dann in den Mai/Juni. Für 2026 liegt der vorläufige Wert bei 9,7 °C (Januar bis Juli), was unter dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt – aber die Jahre 2024 und 2023 zeigen, dass Ausreißer nach oben keine Seltenheit sind.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Berlin‑Tempelhof (Indikativ 00433). Lizenz: GeoNutzV. Die Daten umfassen den Zeitraum 1948-01-01 bis 2026-07-15. Die Auswertung basiert auf dem offiziellen DWD-Kenntag-Konzept „Pollenflugbeginn“ (Tmax ≥10 °C). Für weitere Details besuchen Sie www.dwd.de.

Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act

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