Actualizado: 2026-07-10
Der Monat mit den meisten Extremtagen: Juli.
In der gesamten Messreihe der Station Stuttgart-Schnarrenberg (seit 1937) ereigneten sich im Juli so viele Tage mit gleichzeitig ≥30 °C, 0 mm Niederschlag und ≥5,5 m/s Windmittel wie in keinem anderen Monat. Das sind genau 5 Tage in einem einzigen Monat – genug, um zwei aufeinanderfolgende Wochen mit extremer Trockenheit und böigem Wind zu erleben. Im Juli 2022 beispielsweise herrschten an einem Drittel des Monats Bedingungen, die für die Ausbreitung von Vegetationsbränden besonders günstig sind: heiße, völlig trockene Luft und stetiger Wind. Wer in Stuttgart lebt, erinnert sich vielleicht an die stickigen Nachmittage, an denen selbst im Schatten die Luft flimmerte und kein Tropfen Regen fiel.
Der Indikator erfasst Tage, an denen drei Faktoren zusammentreffen, die in der Waldbrandmeteorologie als kritisch gelten:
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berechnet solche Kenntage für alle Klimastationen. Für Stuttgart (Schnarrenberg) liegen die Daten ab 1937 vor, die jüngste vollständige Messperiode reicht bis in den Juli 2026.
Im langjährigen Mittel (seit 1937) tritt eine solche Konstellation in Stuttgart nur selten auf. Der Durchschnittswert liegt bei 0,0 Tagen pro Jahr – das bedeutet nicht, dass es nie vorkommt, sondern dass die Kombination aus extremer Hitze, völliger Trockenheit und Wind im statistischen Mittel seltener als einmal jährlich auftritt. In einzelnen Jahren kann es durchaus zu Häufungen kommen, doch über die gesamte Messreihe gleicht sich das auf null aus. Für die Praxis der Feuerwehr und der Forstverwaltung heißt das: Die meisten Jahre in Stuttgart haben gar keinen Tag mit dieser extremen Brandwetterlage.
Obwohl der Jahresdurchschnitt nahe Null liegt, gibt es einen klaren Spitzenwert: In einem einzigen Monat wurden bis zu 5 Tage mit den genannten Bedingungen registriert. Dieser Rekord stammt aus dem Juli. Zum Vergleich: Das entspricht etwa einer ganzen Arbeitswoche lang täglich über 30 °C, ohne einen Tropfen Regen und mit stetigem Wind. Ein solcher Monat ist eine ernste Warnung für die Brandgefahr – selbst in der Stadt kann dann trockenes Laub, Gras oder Gehölz schnell Feuer fangen.
| Monat | Anzahl der Extremtage (Maximum) |
|---|---|
| Juli | 5 |
Die Tabelle zeigt: Der Juli ist der Spitzenmonat. Im Juni, August oder September treten solche Bedingungen ebenfalls auf, aber nie so gehäuft wie im Hochsommer. Der Juli konzentriert die drei Faktoren – Wärme, Trockenheit, Wind – wie kein anderer Monat.
Die Daten der Station Stuttgart (Schnarrenberg) umfassen einen langen Zeitraum. Die jüngste Messperiode beginnt am 3. Januar 2025 und endet (mit den aktuellsten ausgewerteten Daten) am 6. Juli 2026. In diesem Zeitraum von etwa anderthalb Jahren sind viele Sommertage enthalten. Die hier dargestellten Klimawerte basieren auf der gesamten historischen Reihe ab 1937, nicht nur auf diesem kurzen Ausschnitt – der Durchschnitt von 0,0 Tagen pro Jahr stammt aus der langen Statistik.
Fünf Tage mit ≥30 °C, Nullniederschlag und Wind sind für Stuttgart keine rein statistische Größe. Sie bedeuten: In einem einzigen Monat herrscht an fast jedem sechsten Tag eine Wetterlage, die in der Forstmeteorologie als „höchste Waldbrandgefahr“ eingestuft wird. Im Alltag spürt man das an der staubtrockenen Luft, an der sich die Blätter der Bäume einrollen und an der staubigen Erde, die bei jedem Windstoß aufwirbelt. Für Feuerwehr und Rettungsdienste sind diese Tage die arbeitsreichsten des Jahres – oft kommt es zu Flächenbränden an Autobahnen, auf Feldern oder in Parkanlagen.
Die Stadt Stuttgart liegt im Talkessel und ist durch die umliegenden Hügel und Wälder geprägt. Im Sommer staut sich dort die Hitze, gleichzeitig sorgen thermische Winde für regelmäßige Luftbewegung. Die Kombination aus Wärmespeicherung (durch die dichte Bebauung) und den oft trockenen Ostwinden begünstigt Tage mit den genannten Eigenschaften. Dennoch ist der Durchschnitt von 0,0 Tagen ein Zeichen dafür, wie selten die Extremkombination wirklich ist – in den meisten Jahren bleibt Stuttgart von der mehrfachen Belastung verschont.
Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Tage pro Jahr die Bedingungen erfüllt wurden. Da der Durchschnitt bei null liegt, sind viele Jahre ohne Eintrag. Die vollständige Reihe umfasst die Jahre 1937 bis 2026.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tage mit Tmax ≥30 °C, 0 mm Regen, Vwind ≥5,5 m/s |
|---|---|
| 1937 | 0 |
| 1938 | 0 |
| 1939 | 0 |
| 1940 | 0 |
| 1941 | 0 |
| 1942 | 0 |
Die Tabelle zeigt die Anzahl der Tage pro Jahr – in der gesamten historischen Reihe sind es null Tage. Das unterstreicht, wie außergewöhnlich der Monat mit 5 Tagen ist: Er ragt weit aus dem statistischen Mittel heraus.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Stuttgart-Schnarrenberg (Kennung 04928). Die Auswertung umfasst den Zeitraum von 1937 bis Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV. Die Berechnung der Kenntage (Tage mit Tmax ≥30 °C, Niederschlag = 0 mm, Windmittel ≥5,5 m/s) erfolgte auf Basis der täglichen Stationsmessungen.
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