Actualizado: 2026-07-10
Ein Tag mit Waldbrand-Risiko in Köln ist ein seltener Gast. Die offizielle Definition des Deutschen Wetterdienstes vereint drei harte Kriterien: Die Höchsttemperatur muss mindestens 30 °C erreichen, es darf kein Niederschlag fallen, und die mittlere Windgeschwindigkeit muss mindestens 10 m/s betragen. Im Schnitt bringt die Kölner Wettergeschichte seit 1945 genau 0,1 solcher Tage pro Jahr hervor. Das bedeutet: In typischen zehn Jahren erlebt Köln gerade einen einzigen Tag, an dem alle drei Faktoren gleichzeitig zusammentreffen. Ein Indiz dafür, wie gemäßigt das Rheinland selbst im Hochsommer bleibt.
Die Daten stammen von der DWD-Station Köln-Stammheim (Kennung 02968), einer der am längsten durchgehend betriebenen Wetterstationen Nordrhein-Westfalens. Der ausgewertete Zeitraum umfasst die Jahre von 1945 bis zum 31. August 2024. Für jeden einzelnen Tag wurde geprüft, ob alle drei Kriterien gleichzeitig erfüllt waren: Tageshöchsttemperatur ≥ 30 °C, Niederschlagssumme = 0 mm, mittlere Windgeschwindigkeit ≥ 10 m/s.
Das Ergebnis der Auswertung zeigt eine durchschnittliche Anzahl von 0,1 Tagen pro Jahr. Das ist ein statistischer Wert, der in der Realität bedeutet, dass in den meisten Jahren gar kein solcher Tag vorkommt, während in wenigen Jahren ein oder zwei Tage auftreten können.
Die Auswertung über den gesamten Zeitraum ergab, dass der Monat mit den meisten Tagen, die alle drei Bedingungen erfüllen, der Juli ist. In diesem Monat wurden insgesamt 0 Tage mit gleichzeitiger extremer Hitze, Trockenheit und Wind registriert. Dies unterstreicht, wie selten das Phänomen ist – selbst im Hochsommer treffen die drei Faktoren in Köln fast nie zusammen.
Zum Vergleich: Ein einziger Juli-Tag mit diesen Bedingungen würde bedeuten, dass die Kölner Innenstadt an einem Tag sowohl eine Hitzewelle als auch eine Trockenphase mit starkem Wind erlebt – eine Kombination, die in den letzten 80 Jahren statistisch kaum vorkam.
Obwohl die durchschnittliche Anzahl der Waldbrand-Risikotage in Köln sehr niedrig ist, beobachten Klimaforscher, dass sich solche Bedingungen im Zuge der Erderwärmung tendenziell nach Norden verlagern. Die Daten der Station Köln-Stammheim bis August 2024 zeigen noch keine signifikante Zunahme – aber die meteorologische Wachsamkeit bleibt hoch, denn selbst ein einzelner Tag mit diesen Kriterien kann in Kombination mit trockener Vegetation lokale Brände begünstigen.
Die folgende Tabelle zeigt die monatlichen Mittelwerte und Summen für das bisherige Jahr 2024 an der Station Köln-Stammheim. Sie gibt einen Eindruck, wie sich die Monate im Hinblick auf Temperatur, Niederschlag und Luftfeuchtigkeit unterscheiden – Faktoren, die indirekt auch die Waldbrand-Gefahr beeinflussen.
| Monat | Mitteltemperatur (°C) | Minimale Temperatur (°C) | Maximale Temperatur (°C) | Niederschlagssumme (mm) | Luftfeuchtigkeit (%) |
|---|---|---|---|---|---|
| Januar | 3,8 | 1,1 | 6,6 | 70,0 | 77,7 |
| Februar | 8,8 | 6,2 | 11,6 | 92,9 | 79,9 |
| März | 9,9 | 6,6 | 13,9 | 81,3 | 73,3 |
| April | 11,7 | 7,6 | 16,2 | 85,0 | 71,3 |
| Mai | 16,4 | 12,0 | 21,6 | 158,8 | 75,9 |
| Juni | 17,6 | 12,8 | 22,5 | 77,2 | 69,0 |
| Juli | 19,8 | 15,1 | 25,1 | 92,7 | 70,8 |
| August | 21,4 | 16,6 | 26,9 | 48,4 | 69,3 |
Um den Wert greifbar zu machen: 0,1 Tage pro Jahr entspricht einem Tag in zehn Jahren. Oder anders ausgedrückt: Wenn Sie seit Ihrer Geburt in Köln leben, haben Sie statistisch gesehen noch nicht einmal einen Tag erlebt, an dem alle drei Risikofaktoren gleichzeitig auftraten. Das liegt vor allem daran, dass in Köln selbst an heißen Sommertagen die mittlere Windgeschwindigkeit selten die 10-m/s-Marke erreicht – die Stadt liegt im windschwachen Rheinischen Tiefland. Zudem fällt selbst im Hochsommer häufig genug Niederschlag, um die Bedingung „Niederschlag = 0“ zu unterbrechen.
Zum Kontext: In südlicheren Regionen Deutschlands, etwa am Oberrhein oder in Bayern, können solche Bedingungen häufiger auftreten. Für Köln bleibt die Waldbrand-Gefahr aus rein meteorologischer Sicht äußerst gering – auch wenn lokale Faktoren wie ausgetrocknete Böden im Spätsommer immer eine Rolle spielen können.
Die offiziellen DWD-Daten der Station Köln-Stammheim belegen, dass Waldbrand-Risikotage mit extremer Hitze, Trockenheit und Wind in Köln zwischen 1945 und 2024 eine absolute Seltenheit waren. Mit durchschnittlich 0,1 Tagen pro Jahr liegt die Domstadt weit unter den Werten, die für andere deutsche Klimaregionen typisch sind. Dennoch: Bei anhaltenden Hitzewellen und ausbleibendem Regen kann die Situation auch hier lokal kritisch werden – die Feuerwehren beobachten die Lage stets im Blick. Die meteorologischen Daten zeigen jedoch, dass Köln aus klimatologischer Sicht kein Brennpunkt für Waldbrände ist.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station: Köln-Stammheim (02968), 1945–2024. Lizenz: GeoNutzV. Die Berechnung der Waldbrand-Risikotage erfolgte nach DWD-Kriterien: Tageshöchsttemperatur ≥ 30 °C, Niederschlagssumme = 0 mm, mittlere Windgeschwindigkeit ≥ 10 m/s. Alle hier präsentierten Zahlen sind Originalwerte aus der offiziellen Datenbank.
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