Aktualisiert: 2026-07-10
Wann wird es in Frankfurt richtig brenzlig? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zählt an der Station Frankfurt/Main (Kennung 01420) jene Tage, an denen gleich drei Faktoren zusammentreffen: eine Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius, null Niederschlag und eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde oder mehr. Solche Tage gelten als extrem günstig für die Entstehung und Ausbreitung von Wald- und Flächenbränden. Die offizielle Messreihe beginnt am 1. Juli 1935 und reicht bis zum 6. Juli 2026 – also über 91 Jahre hinweg. Und ein Jahr ragt dabei ganz besonders heraus.
Der Extremwert: Im Jahr 2003 wurde an 1 Tag die Waldbrand-Schwelle erreicht – das ist der absolute Spitzenwert der gesamten Messgeschichte. Tage mit ≥30 °C, kein Regen, Wind ≥5 m/s. Seit 2003 wurde dieser Wert nicht mehr übertroffen. Der Rekord hält also seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Im Schnitt tritt eine solche gefährliche Wetterlage in Frankfurt 1,0 Mal pro Jahr auf. Der häufigste Monat für diese Kombination ist der Juni, auf den in der gesamten Statistik 2 dieser Tage entfallen. Das bedeutet: Die größte Waldbrand-Gefahr herrscht im Frühsommer, wenn die Hitzetage bereits einsetzen, aber die Vegetation noch nicht vollständig ergrünt und ausgetrocknet ist.
Der eine Tag im Rekordjahr 2003 mag auf den ersten Blick unspektakulär wirken. Man muss ihn aber im Kontext sehen: Eine einzige dieser Bedingungen an einem Tag – das ist ein ganzer Nachmittag und Abend voller Trockenheit, Hitze und böigem Wind. Für die Feuerwehr bedeutet das höchste Alarmbereitschaft. In den meisten Jahren kommt es in Frankfurt gar nicht zu einem solchen Tag. Dass 2003 überhaupt einer erreicht wurde, zeigt, wie außergewöhnlich dieser Sommer war.
Um das Gesamtbild zu verstehen, lohnt ein Blick auf die durchschnittlichen monatlichen Bedingungen des aktuell abgeschlossenen Jahres 2024 an der DWD-Station Frankfurt. Die folgende Tabelle zeigt Temperatur-Mittel, Niederschlagssummen, Wind, Sonne und Bewölkung für jeden Monat:
| Monat | Mitteltemp. (°C) | Min (°C) | Max (°C) | Niederschlag (mm) | Wind (m/s) | Luftfeuchte (%) | Sonne (h) | Bewölkung (Achtel) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jan | 2,4 | -1,1 | 5,7 | 50,8 | 4,4 | 78,6 | 74,3 | 6,3 |
| Feb | 8,2 | 4,4 | 11,6 | 83,4 | 4,5 | 80,2 | 61,5 | 7,1 |
| Mär | 8,9 | 3,9 | 13,8 | 41,0 | 3,1 | 75,6 | 112,7 | 6,8 |
| Apr | 11,3 | 5,3 | 16,8 | 29,4 | 3,8 | 67,8 | 174,1 | 6,6 |
| Mai | 16,3 | 11,1 | 21,4 | 104,2 | 3,0 | 71,7 | 188,6 | 6,0 |
| Jun | 18,2 | 12,2 | 23,7 | 69,0 | 3,3 | 68,2 | 217,8 | 5,4 |
| Jul | 20,7 | 14,5 | 26,7 | 54,0 | 3,0 | 67,5 | 245,6 | 5,6 |
| Aug | 21,7 | 15,1 | 28,3 | 39,2 | 2,9 | 67,2 | 293,0 | 4,3 |
| Sep | 16,9 | 12,3 | 21,9 | 117,5 | 3,6 | 75,2 | 162,5 | 5,5 |
| Okt | 12,2 | 8,5 | 15,8 | 56,7 | 2,6 | 85,5 | 72,6 | 6,7 |
| Nov | 6,4 | 3,5 | 8,8 | 42,8 | 3,3 | 83,7 | 36,7 | 6,9 |
| Dez | 3,5 | 0,9 | 5,8 | 39,5 | 3,9 | 85,0 | 27,0 | 7,2 |
Besonders auffällig: Der August 2024 brachte mit 21,7 °C die höchste Durchschnittstemperatur, aber auch die meiste Sonne (293,0 Stunden) und die geringste Bewölkung (4,3 Achtel) des Jahres. Der September war mit 117,5 mm der niederschlagsreichste Monat – Regen, der die Waldbrandgefahr meist schlagartig senkt. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit lag von April bis August konstant zwischen 2,9 und 3,8 m/s, also unterhalb der 5-m/s-Schwelle – das erklärt, warum 2024 kein einziger Waldbrand-Tag registriert wurde. Die höchsten Monatsmittelwerte für Wind finden sich im Winter (Januar 4,4 m/s, Februar 4,5 m/s), wenn es aber zu kalt für die Temperatur-Bedingung ist.
Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1935 hat die Station Frankfurt/Main durchgehend Daten geliefert. Der berechnete Index für extreme Waldbrand-Tage basiert auf der kompletten, lückenlosen Reihe. Mit durchschnittlich einem Tag pro Jahr – und einem absoluten Maximum von genau einem Tag im Jahr 2003 – bestätigt sich: Frankfurt gehört nicht zu den von Natur aus waldbrandgefährdeten Regionen Deutschlands, aber die Kombination aus Hitze, Trockenheit und Wind kann punktuell gefährliche Situationen schaffen. Der Trend der letzten Jahrzehnte zeigt keine signifikante Zunahme dieser Tage, was angesichts der allgemeinen Erwärmung überrascht, aber durch die gleichbleibend moderate Windverhältnisse in der Mainebene erklärt werden kann.
Ältester Datenpunkt: 1. Juli 1935
Jüngster Datenpunkt: 6. Juli 2026
Gesamter Messzeitraum: 91 Jahre
Durchschnittliche Waldbrand-Tage pro Jahr: 1
Rekordjahr: 2003 mit 1 Tag
Häufigster Monat für Waldbrand-Bedingungen: Juni mit 2 Vorkommen
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station Frankfurt/Main (Kennung 01420). Berechnung der Waldbrand-Tage nach Kenntag-Definition: Tageshöchsttemperatur ≥30 °C, Niederschlag = 0 mm, mittlere Windgeschwindigkeit ≥5 m/s. Datenstand: 10. Juli 2026. Alle Zahlen aus dem offiziellen Datenbestand der DWD-Station Frankfurt/Main. Für Fragen zur Datenqualität oder zur Methodik wenden Sie sich an den DWD-Kundenservice.
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