Aktualisiert: 2026-07-10
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Tage mit Hitzestress (Tmax ≥ 30 °C) im Juli – das sind mehr als fünf komplette Julimonate, die Hamburg seit 1936 erlebt hat. An diesen Tagen steigt die Körpertemperatur von Milchkühen so stark, dass die Milchleistung um bis zu 20 % einbricht. Der Juli ist der absolute Stressmonat für die Tiere.
Für Rinder, Schweine und Geflügel beginnt die Gefahrenzone bereits ab etwa 24 °C Lufttemperatur – in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Daten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel zeigen, dass die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur an Hitzetagen (Tmax ≥ 30 °C) im Juli bei 31,9 °C liegt, die mittlere Temperatur an diesen Tagen beträgt 24,5 °C. Das ist exakt die Schwelle, ab der ein Tier in der Mast oder Laktation ernsthaft leidet. Die Luftfeuchtigkeit im Juli liegt im langjährigen Mittel bei 81,2 % – eine Kombination, die die Wärmeabgabe über Hecheln massiv erschwert.
Seit 1936 hat die Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel an insgesamt 378 Tagen eine Höchsttemperatur von mindestens 30 °C gemessen. Die Verteilung zeigt einen klaren Schwerpunkt im Hochsommer:
| Monat | Durchschnittliches Tagesmaximum (°C) | Durchschnittliche Mitteltemperatur (°C) | Anzahl der heißen Tage (≥ 30 °C) |
|---|---|---|---|
| Mai | 31,1 | 23,1 | 9 |
| Juni | 31,8 | 24,4 | 69 |
| Juli | 31,9 | 24,5 | 162 |
| August | 31,7 | 24,1 | 128 |
| September | 30,8 | 21,8 | 10 |
Der Juli ragt mit 162 Tagen deutlich heraus – fast genauso viele wie August (128) und Juni (69) zusammengenommen. Wer Vieh hält, muss speziell in diesen drei Monaten mit Kühlung, Wasser und angepassten Fütterungszeiten rechnen. Der Mai (9 Tage) und September (10 Tage) spielen eine untergeordnete Rolle, können aber in einzelnen Jahren spürbar ausfallen.
Der Blick auf die bisherigen Monate des laufenden Jahres zeigt, dass die maximalen Tagesmitteltemperaturen nicht durchgehend extreme Werte erreichen, aber die relative Luftfeuchtigkeit gerade im Juli mit 81,2 % sehr hoch liegt. Im Juni lag das langjährige Maximum bei 24,3 °C, die Luftfeuchte bei 72,3 %. Für den Landwirt bedeutet das: Selbst wenn die Spitzenwerte moderat erscheinen, die Schwüle macht den Unterschied.
| Monat | Durchschnittliches Maximum (°C) | Relative Luftfeuchte (%) |
|---|---|---|
| Januar | 1,6 | 87,3 |
| Februar | 3,4 | 85,8 |
| März | 12,8 | 73,6 |
| April | 14,2 | 68,1 |
| Mai | 19,2 | 70,6 |
| Juni | 24,3 | 72,3 |
| Juli | 20,8 | 81,2 |
Besonders auffällig: Die Luftfeuchtigkeit im Januar (87,3 %) und Februar (85,8 %) liegt noch höher als im Sommer – Kälte und Nässe fordern die Tiere ebenfalls, wenn auch anders. Für die Hitzestress-Diskussion bleibt der Sommer der kritische Block.
Ein Milchviehbetrieb mit 100 Kühen erlebt im Durchschnitt jedes Jahr mehrere Julitage mit über 30 °C. An diesen Tagen sinkt die Futteraufnahme, die Atemfrequenz steigt, und die Tiere suchen Schatten. Die 162 Tage seit 1936 entsprechen fast 5,5 Monaten zusammenhängender Hitzebelastung allein im Juli – das ist ein halbes Jahrzehnt an Stress, der sich in sinkender Milchquote und Tiergesundheit niederschlägt. Wer seine Ställe nicht kühlt oder die Weidezeiten nicht anpasst, verliert Leistung.
Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Zeitreihe von 1936 bis zum 6. Juli 2026. Ausgewertet wurden tägliche Messungen der maximalen und mittleren Temperatur sowie der relativen Luftfeuchte. Die Darstellung folgt dem offiziellen Kenntag-Konzept (Hitzetag: Tmax ≥ 30 °C). Für Rückfragen zu den Rohdaten wenden Sie sich an den DWD.
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