Aktualisiert: 2026-07-10
292
heiße Tage im Juli seit 1948
Der Juli ist der Monat mit der höchsten Hitzebelastung für Nutztiere in Berlin. An durchschnittlich 292 Tagen überstieg die Temperatur seit Beginn der Messungen an der Station Berlin-Tempelhof die Marke von 30 °C – mehr als in jedem anderen Monat. Die mittlere Tageshöchsttemperatur liegt dann bei 32,0 °C, die Tagesmitteltemperatur bei 25,5 °C. Für Milchkühe, Schweine und Masthähnchen beginnt ab etwa 25 °C der kritische Bereich. Der Juli ist die härteste Probe für die Tierhaltung in der Hauptstadt.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) stellt über das Climate Data Center (CDC) tägliche Klimadaten aller Wetterstationen bereit. Für die Station Berlin-Tempelhof (Indikativ 00433) liegen lückenlose Aufzeichnungen vom 1. Januar 1948 bis 6. Juli 2026 vor. Daraus wurden für die Monate April bis September jene Tage gefiltert, an denen das Tagesmaximum (tmax) mindestens 30 °C erreichte – die sogenannten „Heißen Tage“, die für Nutztiere Stress bedeuten.
Die folgende Tabelle zeigt für jeden Monat die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur, die durchschnittliche Tagesmitteltemperatur und die Gesamtzahl der heißen Tage seit 1948. Der Juli führt mit großem Abstand.
| Monat | Mittl. Tagesmax (°C) | Mittl. Tagesmittel (°C) | Anzahl heißer Tage |
|---|---|---|---|
| April | 30,7 | 22,2 | 3 |
| Mai | 31,1 | 23,9 | 32 |
| Juni | 32,0 | 25,0 | 166 |
| Juli | 32,0 | 25,5 | 292 |
| August | 32,1 | 25,1 | 225 |
| September | 31,1 | 23,4 | 29 |
292 Tage – das ist, als ob der Juli seit fast acht Jahrzehnten jeden dritten Tag über 30 °C bringen würde. Tatsächlich liegen alle heißen Tage des Julis in der Summe bei rund 9,7 Monaten Dauerstress. Für Milchkühe sinkt ab 30 °C die Fresslust, die Milchleistung bricht ein. Schweine können kaum schwitzen und leiden besonders. In den Jahren 2023 waren die Bedingungen ähnlich: Im Juli lag die mittlere Tageshöchsttemperatur bei 26,0 °C, bei einer relativen Luftfeuchte von 61,0 %. Hohe Feuchte verstärkt den Hitzestress zusätzlich.
Um ein konkretes Bild zu zeichnen: Die nachfolgende Tabelle zeigt die monatlichen Mittelwerte von Tagesmaximum (tmax) und relativer Luftfeuchte (hrmedia) für das Jahr 2023 an der Station Berlin-Tempelhof. Auffällig: Der Juli 2023 hatte mit 26,0 °C das höchste Tagesmaximum, aber die Luftfeuchte war mit 61,0 % moderat – ein Jahr, das zeigte, wie grenzwertig die Bedingungen selbst in einem „normalen“ Sommer sein können.
| Monat | Mittl. Tagesmax (°C) | Mittl. rel. Feuchte (%) |
|---|---|---|
| Januar | 6,8 | 82,5 |
| Februar | 6,9 | 80,1 |
| März | 10,1 | 76,1 |
| April | 12,8 | 72,4 |
| Mai | 20,0 | 59,1 |
| Juni | 25,5 | 59,9 |
| Juli | 26,0 | 61,0 |
| August | 24,6 | 71,7 |
| September | 25,1 | 69,7 |
| Oktober | 15,9 | 82,0 |
| November | 8,7 | 81,9 |
| Dezember | 6,0 | 86,1 |
Für Landwirte und Tierhalter in Berlin bedeutet dies: Die Hauptbelastung konzentriert sich auf die Monate Juni (166 heiße Tage), Juli (292) und August (225). Hier müssen Kühlmaßnahmen wie Ventilatoren, Sprühnebel oder Schattenflächen spätestens ab 25 °C Tagesmittel aktiviert werden. Der April und September sind mit nur 3 bzw. 29 heißen Tagen meist unkritisch, aber einzelne Ausreißer sind möglich – wie der September 2023 mit einem Tagesmaximum von 25,1 °C bei 69,7 % Feuchte zeigt.
Die Daten sind eindeutig: Der Hitzestress für Nutztiere in Berlin ist real und konzentriert sich auf die Sommermonate. Wer seine Tiere schützen will, muss im Juli besonders wachsam sein.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center (CDC), Daten der Station Berlin-Tempelhof (Indikativ 00433). Zeitraum: 01.01.1948 bis 06.07.2026. Die Daten sind unter der GeoNutzV-Lizenz verfügbar und wurden am 10.07.2026 abgerufen.
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