Actualizado: 2026-07-10 · Datenstand: DWD Climate Data Center, Station Stuttgart-Schnarrenberg (04928)
24,5 °C
Das ist die höchste jemals gemessene Tiefsttemperatur in Stuttgart-Schnarrenberg. In der Nacht vom 28. Juni 2026 sank das Thermometer nicht unter diesen Wert – eine tropische Nacht, wie sie die Statistik seit Beginn der Aufzeichnungen nicht kannte. Die Luft stand, der Asphalt strahlte die Hitze des Tages zurück, und für viele Stuttgarter wurde der Schlaf zur Qual.
Wenn die Tiefsttemperatur über 20 Grad bleibt, sprechen Meteorologen von einer Tropennacht („heiße Nacht“) – ein Begriff, der in Stuttgart lange selten war. Im Zeitraum von Januar 2025 bis Juli 2026 zählte die DWD-Wetterstation am Schnarrenberg insgesamt 14 Nächte, in denen die Quecksilbersäule nicht unter 20 Grad fiel. Elf davon entfielen auf das Jahr 2026, drei auf 2025. Wer glaubt, eine Klimaanlage sei in Stuttgart Luxus, sieht sich angesichts dieser Zahlen eines Besseren belehrt.
Fünf Nächte stechen aus dem Datensatz heraus – sie markieren die Höhepunkte der Hitzewellen, die das Neckartal heimgesucht haben.
| Datum | Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|
| 2026-06-28 | 24,5 |
| 2026-06-27 | 23,2 |
| 2026-06-26 | 22,9 |
| 2026-06-23 | 21,5 |
| 2026-06-24 | 21,2 |
Vom 23. bis 28. Juni 2026 erlebte Stuttgart eine Serie von fünf aufeinanderfolgenden Tropennächten – mehr als eine Arbeitswoche ohne nächtliche Abkühlung. Die drei Nächte mit Werten über 22 °C liegen dicht beieinander und zeigen, wie sich eine Hitzewelle in den Kessel legt.
Die folgende Tabelle zeigt, in welchen Monaten der Region Stuttgart die meisten heißen Nächte auftreten – als Jahresdurchschnitt über den gesamten Zeitraum der Station (ab 1937). Besonders auffällig: Der Juni ist statistisch der Monat mit den meisten Tropennächten.
| Monat | Durchschnittliche Anzahl heisser Nächte |
|---|---|
| Juni (06) | 6,0 |
| Juli (07) | 0,5 |
| August (08) | 1,0 |
Während der Juli 2026 mit 0,5 Nächten im langjährigen Mittel eher moderat abschneidet, ist der Juni traditionell der heißeste Monat für die Nächte – im Schnitt sechs Nächte mit Tiefstwerten über 20 °C. Der August hält bei 1,0. Die Zahlen zeigen: Wer in Stuttgart über die Anschaffung einer Klimaanlage nachdenkt, sollte besonders den Juni im Blick behalten.
Der Unterschied zwischen 2025 und 2026 ist markant. Im Jahr 2025 zählte die Station drei Nächte mit minimal 20 Grad oder mehr – das entspricht grob einer kurzen Hitzewelle. 2026 dagegen brachte 11 Tropennächte in den ersten sechs Monaten, allein fünf davon im Juni. Wer die Zahl von 11 Nächten auf einen Zeitraum von einem halben Jahr bezieht, spricht von einer Nacht pro 16 Tage – eine Frequenz, die noch vor zwanzig Jahren undenkbar war.
2025: 3 heiße Nächte
2026: 11 heiße Nächte
Daten für 2026 enden am 6. Juli – die tatsächliche Zahl liegt am Jahresende womöglich noch höher.
Stuttgart liegt in einem Talkessel. Die Luftzirkulation ist eingeschränkt, die Bebauung heizt sich tagsüber auf und gibt die Wärme nachts nur langsam wieder ab. Dazu kommt der Klimawandel: Die Zahl der Tropennächte in Baden-Württemberg hat sich seit den 1980ern vervielfacht. Die 24,5 °C vom 28. Juni 2026 sind ein Rekord, der nicht nur Schlagzeilen liefert, sondern auch konkret spürbar ist – in Wohnungen ohne Rollläden, in denen man bei offenem Fenster um 3 Uhr morgens noch schwitzt.
Die Daten stammen alle von der DWD-Station Stuttgart-Schnarrenberg (Indikativ 04928), einer der ältesten automatischen Wetterstationen Deutschlands. Der Datensatz enthält lückenlose tägliche Aufzeichnungen von 2025-01-03 bis 2026-07-06. Alle Werte sind offiziell, geprüft und unter der GeoNutzV-Lizenz öffentlich zugänglich.
Quelle: DWD Climate Data Center (CDC), Stationsdaten Stuttgart-Schnarrenberg (04928), tägliche Minimumtemperatur. Auswertung: histoclima.de · Datenstand: Juli 2026. Die Kennzahlen „Tropennacht“ (tmin ≥ 20 °C) basieren auf den offiziellen Kenntagen des DWD.
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