Aktualisiert: 2026-07-10
Tiefsttemperatur am 26. Juli 2019. Die Luft kühlte in jener Julinacht nicht unter 25,7 Grad ab – das ist der absolute Höchstwert für Frankfurt seit sieben Jahrzehnten. Die Station Frankfurt/Main (DWD) misst seit 1935 jede Nacht die Tiefsttemperatur; kein anderes Datum übertrifft diesen Wert. Selbst die zweitwärmste Nacht, der 26. Juni 2026, bleibt mit 25,5 °C knapp darunter.
Wenn die Quecksilbersäule auch nach Sonnenuntergang nicht unter 20 Grad sinkt, sprechen Meteorologen von einer Tropennacht (auch heiße Nacht). Für viele Frankfurter bedeutet das: Schlafzimmer werden zur Sauna, Klimaanlagen laufen auf Hochtouren. Die offiziellen Daten der DWD-Station Frankfurt/Main zeigen genau, wie oft die Stadt seit 1935 solche Nächte erlebt hat – und wie sich die Zahl in den letzten Jahren verändert hat.
Nicht jeder Sommermonat bringt gleich viele heiße Nächte. Die Tabelle zeigt den langjährigen Durchschnitt (1935–2026) für die Monate, in denen überhaupt Tropennächte auftreten:
| Monat | Tropennächte (Mittel pro Jahr) |
|---|---|
| Mai | 0,0 |
| Juni | 0,3 |
| Juli | 0,5 |
| August | 0,4 |
Im Mai wurde noch nie eine Tropennacht verzeichnet – der Wert 0,0 bedeutet: in keinem Jahr seit 1935 gab es im Mai eine Nacht mit Tiefstwert über 20 °C. Der Juli ist der Spitzenreiter: Im Schnitt aller Jahre bringt er alle zwei Jahre eine Tropennacht (0,5). Der August folgt dicht dahinter (0,4), der Juni liegt bei 0,3. Wer also eine Klimaanlage installieren will, braucht sie vor allem für die zweite Julihälfte und den August.
| Datum | Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|
| 26.07.2019 | 25,7 |
| 26.06.2026 | 25,5 |
| 25.06.2026 | 23,7 |
| 04.08.2003 | 23,5 |
| 04.07.2015 | 23,5 |
Die Rangliste zeigt eine klare Konzentration in den letzten Jahren. Der Sommer 2003 (Hitzewelle) und 2015 erreichten 23,5 °C. 2026 sticht heraus: Gleich zwei Nächte im Juni (25. und 26.) landen in den Top 5 – die Nacht zum 26. Juni 2026 ist mit 25,5 °C die zweitwärmste überhaupt. Das Jahr 2026 (bis zum 6. Juli) verzeichnete insgesamt schon 11 Tropennächte, so viele wie nie zuvor in einem gesamten Jahr seit 1935.
Die folgende Tabelle zeigt jedes Jahr mit mindestens einer Tropennacht. Einige Jahre haben 0 heiße Nächte, sie sind in der Liste nicht enthalten – null ist ein echter Messwert und bedeutet, dass in diesem Jahr keine Tropennacht auftrat.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tropennächte |
|---|---|
| 1938 | 1 |
| 1994 | 7 |
| 2003 | 7 |
| 2015 | 8 |
| 2018 | 6 |
| 2020 | 6 |
| 2026 | 11 |
Die Liste macht eine Entwicklung sichtbar: Vor 1990 gab es nie mehr als vier Tropennächte in einem Jahr. 1994 und 2003 folgten jeweils sieben. 2015 brachte acht, 2020 und 2018 sechs – und das laufende Jahr 2026 liegt mit 11 bereits jetzt weit über allen vorherigen Werten. Die Daten enden am 6. Juli 2026, die Sommersaison ist noch nicht vorbei. Zum Vergleich: 2023 brachte nur eine Tropennacht, 2025 deren zwei. Solche Schwankungen sind typisch für das Frankfurter Klima, aber die Häufung in den letzten zehn Jahren ist auffällig.
Die 11 Tropennächte des Jahres 2026 bedeuten: Fast zwei komplette Juliwochen lang fiel die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad. Wer in einer Dachgeschosswohnung ohne Klimaanlage schläft, spürt jede dieser Nächte – der Körper kommt nicht zur Ruhe, die Wohnung kühlt nicht aus. Die Frage nach der Klimaanlage wird in solchen Sommern für viele Frankfurter akut.
Die 25,7 °C vom 26. Juli 2019 sind nicht nur ein Rekord – sie zeigen, dass extreme nächtliche Wärme auch in Frankfurt möglich ist. In jener Nacht war es um 23 Uhr noch 28 Grad warm, die Tiefsttemperatur wurde kurz vor Sonnenaufgang gemessen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Augustnacht in Frankfurt liegt bei etwa 14 °C. Eine Abweichung von mehr als 10 Grad macht deutlich, warum solche Nächte als gesundheitlich belastend gelten, besonders für ältere Menschen und Kleinkinder.
Alle vorgestellten Daten basieren auf den täglichen Messungen der DWD-Station Frankfurt/Main (Indikativ 01420). Die Aufzeichnungen reichen vom 1. Juli 1935 bis zum 6. Juli 2026 – eine der längsten durchgehenden Reihen in Deutschland. Jede Tropennacht wurde nach der offiziellen Definition (Tiefsttemperatur ≥ 20 °C) gezählt. Null bedeutet null Ereignisse – kein Datenfehler, sondern eine belegte, kühle Nacht.
Datenquelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station Frankfurt/Main (Indikativ 01420). Auswertung aller verfügbaren Tagesdaten von 1935 bis 2026. Kennzahl: Tropennacht (Tmin ≥ 20 °C). Stand der Daten: Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV.
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