Spritztage für den Pflanzenschutz in Bremen

Aktualisiert: 10. Juli 2026 · Daten von der DWD-Station Bremen (00691)

1.086 Tage ohne Regen und mit Wind zwischen 1 und 5 m/s – gemessen im September seit 1890

Das ist der Spitzenwert aller Monate: Fast 90 Tage mehr als der Durchschnitt von 927,3 Tagen. Wer in Bremen im September Feldarbeiten oder Pflanzenschutz plant, hat seit 1890 statistisch die meisten trocken-mäßigen Fenster. Der September liegt damit knapp vor dem August (1.084 Tage) und dem Juni (1.051 Tage).

Die Tabelle zeigt, in welchem Monat die günstigsten Bedingungen für Behandlungen im Freiland herrschen: weder Regen noch starker Wind, ideale Voraussetzungen für Spritzungen, Saatbettbereitung oder eine Frostschutzberegnung. Die Daten umfassen die gesamte Bremer Messreihe seit dem 1. Januar 1890 bis zum 6. Juli 2026.

Monate mit den meisten Spritztagen

Die Rangliste der zwölf Monate – alle Werte aus der DWD-Datenbank, ohne Regen und mit mäßigem Wind (1–5 m/s):

MonatTage (1890–2026)Mittlere Zahl pro Monat
September1.086927,3
August1.084927,3
Juni1.051927,3
Mai1.047927,3
Juli1.017927,3
Oktober987927,3
April981927,3
März906927,3
Februar776927,3
November739927,3
Dezember732927,3
Januar721927,3

Spitzenreiter ist der September vor dem August (1.084 Tage) – der Unterschied beträgt nur zwei Tage. Der Juni folgt mit 1.051 Tagen. Die drei Monate liegen alle über der durchschnittlichen monatlichen Zahl von 927,3 Tagen.

Das Klima dahinter: Temperatur, Regen, Sonne

Warum eignet sich der Spätsommer besser als der Winter? Die monatlichen Mittelwerte seit 1891 geben die Antwort. In den sonnenreichen Monaten ist die Luftfeuchte niedriger, die Bewölkung geringer – und die Regenmengen halten sich im Zaum. Hier die Kennzahlen der Station Bremen für jeden Monat:

MonatMittlere Temp. (°C)Gesamtniederschlag (mm)Mittl. Luftfeuchte (%)Mittl. Sonnenstd.Mittl. Bewölkung
Januar1,37340,087,21,56,1
Februar1,85815,984,32,55,8
März4,55977,779,53,85,4
April8,36022,573,95,75,0
Mai12,97400,771,27,04,9
Juni16,08533,672,57,15,1
Juli17,610525,875,16,55,2
August17,29491,376,56,44,9
September14,07607,080,45,04,8
Oktober9,77514,084,73,45,3
November5,27248,987,71,86,0
Dezember2,57715,188,71,26,2

Im September zeigt die Bewölkung mit 4,8 den niedrigsten Wert des Jahres, die Luftfeuchte liegt bei 80,4 % – das ist deutlich trockener als im November (87,7 %) oder Dezember (88,7 %). Die Sonne scheint im Mittel 5,0 Stunden am Tag, im Dezember sind es nur 1,2 Stunden. Diese Kombination schafft die besten Bedingungen für Behandlungen: wenig Regen, kein starker Wind, ausreichend Licht und Wärme.

Warum der September gewinnt – ein Blick in die Jahreszeiten

Die Spritztage-Rangliste zeigt einen klaren saisonalen Verlauf. Die fünf Monate mit den meisten Tagen liegen alle zwischen Mai und Oktober. Der Januar bringt mit 721 Tagen die wenigsten günstigen Tage – das sind ganze 365 Tage weniger als im September. Wer im Winter spritzen will, muss sich gedulden: Die Luft ist feuchter, der Wind böiger und die Niederschlagswahrscheinlichkeit höher.

Ein paar Zahlen verdeutlichen den Kontrast: Im Januar fallen durchschnittlich 87,2 % Luftfeuchte bei 1,5 Sonnenstunden. Der September bringt dagegen 14,0 °C, 5,0 Sonnenstunden und die niedrigste mittlere Bewölkung aller Monate (4,8 von 8). Das sind nahezu drei Sonnenstunden mehr pro Tag und fast 7 % weniger Luftfeuchte.

Über die Datenreihe

Die Auswertung basiert auf den täglichen Aufzeichnungen der DWD-Station Bremen (Kennung 00691). Der älteste Datensatz stammt vom 1. Januar 1890, der aktuellste vom 6. Juli 2026. Für den Pflanzenschutz wurden nur Tage gewertet, an denen der Niederschlag exakt 0 mm betrug und die Windgeschwindigkeit zwischen 1 und 5 m/s lag – also weder Flaute noch Sturm, sondern ein mäßiger Wind, der Abdrift vermeidet und die Ausbringung erleichtert.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Bremen (00691).
Datenbasis: Tageswerte von 1890 bis 2026. Ausgewertet am 10. Juli 2026.
Kennzahlen: Spritztage = Tage ohne Niederschlag (prec = 0) und mäßigem Wind (velmedia 1–5 m/s). Monatsmittel beziehen sich auf den gesamten verfügbaren Zeitraum (1891–2026).

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