Actualizado: 2026-07-10
Die größte jemals gemessene nächtliche Abkühlung in Hannover seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1936 betrug 26,3 Grad. Das geschah in der Nacht vom 3. Juli 2025. An diesem Tag stieg das Thermometer tagsüber auf über 35 °C, und in der darauffolgenden Nacht fiel die Temperatur auf unter 9 °C – eine Spanne von mehr als 26 Grad. Eine derart kräftige Auskühlung ist in der Stadt extrem selten: Sie ist der absolute Spitzenwert in 90 Jahren Messgeschichte.
Wenn die Sonne untergeht, kühlt Hannover unterschiedlich schnell aus. Die Differenz zwischen der Tageshöchsttemperatur und der nächtlichen Tiefsttemperatur – die sogenannte Abkühlung – schwankt von Nacht zu Nacht. Sie hängt von der Bewölkung, der Luftfeuchtigkeit und der Windstärke ab. In klaren, windstillen Sommernächten kann die Temperatur um mehr als 20 Grad fallen. Die Daten der offiziellen DWD-Wetterstation Hannover (Kennung 02014) zeigen, wie extrem das Phänomen werden kann: Der Höchstwert liegt bei 26,3 Grad in der Nacht zum 3. Juli 2025.
Zum Vergleich: In den durchschnittlich kühlsten Nächten des Augusts – dem Monat mit der stärksten Auskühlung im Norden – liegt die Abkühlung in Niedersachsen meist zwischen 10 und 11 Grad. Deutschlandweit gibt es aber große Unterschiede, wie eine Rangliste der Bundesländer für den August zeigt.
Im August kühlt es in nördlichen und östlichen Regionen besonders stark ab. Die Tabelle zeigt die zehn Bundesländer mit der höchsten durchschnittlichen Abkühlung (Differenz Tagesmaximum – Nachtminimum) im August, gemittelt über alle Messstationen.
| Bundesland | Durchschnittliche Abkühlung (°C) | Durchschnittliches Nachtminimum (°C) |
|---|---|---|
| Brandenburg | 11,1 | 12,7 |
| Baden-Württemberg | 11,0 | 12,2 |
| Bayern | 11,0 | 11,7 |
| Saarland | 10,9 | 12,4 |
| Hessen | 10,8 | 12,2 |
| Rheinland-Pfalz | 10,6 | 12,3 |
| Sachsen-Anhalt | 10,6 | 11,8 |
| Thüringen | 10,5 | 11,3 |
| Sachsen | 10,4 | 11,9 |
| Berlin | 10,2 | 13,4 |
Brandenburg liegt mit 11,1 Grad durchschnittlicher Abkühlung an der Spitze. Berlin hingegen kühlt mit 10,2 Grad im Schnitt weniger stark ab – die Stadt speichert Wärme. Hannover liegt aufgrund seiner Lage in der norddeutschen Tiefebene ebenfalls im Bereich hoher Abkühlung, auch wenn es in dieser Rangliste nicht explizit aufgeführt ist.
Der absolute Spitzenwert für Hannover seit 1936 ist die Nacht vom 3. Juli 2025 mit einer Abkühlung von 26,3 Grad. Zum Vergleich: Das entspricht einer Spanne, die in Mitteleuropa normalerweise nur in Wüstenregionen oder im Hochgebirge erreicht wird. Um diesen Wert einzuordnen: An keinem anderen Tag in 90 Jahren Messreihe fiel die Temperatur nach einer heißen Julinacht so tief. Der Rekord ist also sehr jung – er stammt aus dem Sommer 2025 – und zeigt, wie extreme Wetterlagen auch in gemäßigten Breiten möglich sind.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt: Die Abkühlung von 26,3 Grad ist mehr als doppelt so hoch wie der August-Durchschnitt in Niedersachsen. Selbst in der Spitzenregion Brandenburg liegt der August-Mittelwert bei 11,1 Grad – weniger als die Hälfte des gemessenen Maximums.
Die hier präsentierten Werte stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, und basieren auf der Station Hannover (Kennung 02014). Die Abkühlung wird als Differenz zwischen der Höchsttemperatur des Vortags und der Tiefsttemperatur der folgenden Nacht berechnet. Erfasst werden nur die Monate Juni, Juli und August – die klassischen Sommermonate. Die Datenreihe reicht vom 1. Januar 1936 bis zum 6. Juli 2026, sodass der Rekord von Juli 2025 bereits innerhalb dieser lückenlosen Serie liegt.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, offizielle Station Hannover (02014). Daten lizenziert unter GeoNutzV. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Juli 2026.
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