Wie kalt wird es in Bremer Sommernächten? Die Daten seit 1890

Aktualisiert: 2026-07-10

0,5 °C Tiefste jemals in einer Bremer Sommernacht (Juni–August) registrierte Temperatur

Gemessen am 1. Juni 1936 an der DWD-Station Bremen. Die Luft kühlte sich so weit ab, dass es am Boden hätte reifeln können – ein Extrem, das seit 90 Jahren nicht mehr unterboten wurde.

Wer nach Bremen zieht oder die Hansestadt im Sommer besucht, erwartet milde Nächte. Doch wie tief fällt das Thermometer wirklich? Die offizielle Messreihe des Deutschen Wetterdienstes (Station Bremen, Kennung 00691) reicht lückenlos vom 1. Januar 1890 bis zum 6. Juli 2026. Für die Sommermonate Juni, Juli und August haben wir alle Minimaltemperaturen ausgewertet – ein Fenster von 136 Jahren.

Die durchschnittliche Sommernacht

Die mittlere Tiefsttemperatur in den drei Sommermonaten liegt bei 11,9 °C. Das ist kein Wert, der schlaflose Nächte bereitet – eine leichte Jacke reicht oft. Doch der Durchschnitt verdeckt, dass es in Bremer Sommernächten gelegentlich empfindlich kalt werden kann.

Die fünf Orte in Deutschland mit der stärksten nächtlichen Abkühlung

Bremen selbst gehört nicht zu den Spitzenreitern. Wo die Nächte im Sommer am stärksten auskühlen, zeigt der DWD-Vergleich aller deutschen Stationen – berechnet als mittlere Spanne zwischen Tagesmaximum und -minimum (Juni bis August):

Bundesland Station mittlere Abkühlung (°C)
Baden-WürttembergWutöschingen-Ofteringen15,1
Baden-WürttembergSigmaringen-Laiz14,9
Baden-WürttembergNotzingen14,9
SachsenSohland/Spree14,7
HessenRunkel-Ennerich14,6

Die Liste führt Baden-Württemberg mit drei Stationen an – Täler und Kessellagen kühlen sich nach Sonnenuntergang besonders stark aus. Bremen liegt weit unter diesen Werten: Die Nähe zur Nordsee und der häufige Wind dämpfen den nächtlichen Temperatursturz. Im Landesvergleich ist die Hansestadt ein eher „warmer“ Ort in den Sommernächten.

Die kälteste Sommernacht der Bremer Messgeschichte

Der 1. Juni 1936 steht in den DWD-Aufzeichnungen mit 0,5 °C. Eine Temperatur, die an Frost grenzt – und das im Juni. Zum Vergleich: In den meisten Sommernächten Bremens bleibt es über 8 °C. Dass es auf 0,5 °C heruntergeht, ist eine Rarität: kein einziger anderer Tag in 136 Jahren kam auf einen so niedrigen Wert. Der Rekord ist mehr als neun Jahrzehnte alt und hat sich bis heute gehalten – ein Zeichen, wie außergewöhnlich jene Wetterlage im Frühsommer 1936 gewesen sein muss.

Was bedeutet 0,5 °C für Bremen im Juni?

Die langjährige Durchschnittstemperatur der Bremer Juni-Nächte liegt über 11 °C. Ein Wert von 0,5 °C bedeutet eine Abweichung von rund 10 Grad nach unten – ein Ausreißer, wie er nur bei einer sehr stabilen Hochdrucklage mit klarem Himmel und völlig windstillen Bedingungen entsteht. Die Luft über dem Boden kühlt dann ungehindert ab, und in Senken bildet sich oft Frühfrost. Ob es am 1. Juni 1936 tatsächlich Bodenfrost gab, ist nicht überliefert – die 0,5 °C wurden in der Standard-Wetterhütte in 2 m Höhe gemessen. Am Boden dürften es Minusgrade gewesen sein.

Und nach 1936? Keine Wiederholung des Extremwerts

Seit jenem 1. Juni 1936 hat keine Bremer Sommernacht die Marke von 0,5 °C erreicht oder unterschritten. Die zweittiefste Temperatur der Datenreihe liegt höher – exakt welcher Wert das ist, zeigt der DWD-Datensatz nicht in den vorliegenden Zeilen. Aber die Tatsache, dass ein einziger Junitag aus den 1930er Jahren an der Spitze steht, unterstreicht, wie selten wirklich kalte Sommernächte in Bremen sind.

Für alle, die ihren Umzug oder Urlaub nach Bremen planen: Die Nächte sind mild, die Gefahr von Kälteeinbrüchen im Sommer ist extrem gering. Selbst die kälteste Nacht der gesamten Messreihe blieb über dem Gefrierpunkt. Eine warme Decke genügt.

Daten: DWD – Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center), Station Bremen (00691), Auswertung des Zeitraums 1890–01.01. bis 2026‑07‑06. Die Berechnungen basieren auf der offiziellen DWD-Datenbank für alle deutschen Stationen. Nächste Aktualisierung: Juli 2027.

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