Aktualisiert: 10. Juli 2026
36,8 % Regenwahrscheinlichkeit – das ist der Wert, den Sie für die günstigste Woche des Jahres erwarten können. Seit 1955 gab es in Nürnberg keine siebentägige Spanne mit weniger Niederschlagswahrscheinlichkeit. Wer sein Fest, seinen Markt oder Lauf im Freien plant, sollte diese 7 Tage im Kalender blocken.
Nürnberg, die fränkische Metropole mit ihrer mittelalterlichen Altstadt und weitläufigen Grünflächen wie dem Reichsparteitagsgelände oder den Pegnitztal-Wiesen, bietet eine beeindruckende Kulisse für Open-Air-Veranstaltungen. Bevor Sie jedoch Zelte mieten, Bühnen aufbauen oder die Einladungen drucken, stellt sich die Kernfrage: Wann regnet es am seltensten?
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zeichnet für die Station Nürnberg (Kennung 03668) seit dem 7. April 1955 täglich die Niederschlagsmenge auf. Diese 71 Jahre umfassende Serie – mit Daten bis zum 6. Juli 2026 – erlaubt eine statistisch fundierte Antwort, die weit über bloße Bauernregeln hinausgeht.
Nach Auswertung aller Kalenderwochen des Jahres mit vorhandenen Niederschlagsdaten erweist sich die KW 38 als die regenärmste. Das bedeutet: Im historischen Durchschnitt fällt an etwa 36,8 % der Tage in dieser Woche mindestens eine messbare Niederschlagsmenge. Bezogen auf eine 7-Tage-Periode entspricht das im Mittel rund 2,6 Tagen mit Regen. Zum Vergleich: In den regenreichsten Wochen des Jahres liegt dieser Anteil teils über 60 %.
Konkret fällt die Woche 38 meist in die zweite Septemberhälfte – eine Zeit, in der die sommerliche Gewitterneigung abnimmt, aber die Herbststürme noch selten sind. Die Tagestemperaturen sind dann für ein Outdoor-Event noch angenehm, und die Wahrscheinlichkeit, dass die Veranstaltung komplett verregnet wird, ist statistisch so gering wie sonst nie im Jahr.
Ein Blick auf das konkrete Jahr 2023 zeigt, wie unterschiedlich die Niederschläge innerhalb eines Kalenderjahres ausfallen können. Die folgende Tabelle listet die monatlichen Gesamtniederschläge (in mm) auf – eine Momentaufnahme, die die grundsätzliche Saisonalität widerspiegelt:
| Monat | Gesamtniederschlag (mm) – 2023 |
|---|---|
| Januar | 27,3 |
| Februar | 38,6 |
| März | 88,7 |
| April | 47,1 |
| Mai | 30,4 |
| Juni | 71,4 |
| Juli | 107,5 |
| August | 162,1 |
| September | 10,4 |
| Oktober | 44,7 |
| November | 89,6 |
| Dezember | 57,0 |
Auffällig: Der September 2023 brachte mit nur 10,4 mm Niederschlag den mit Abstand trockensten Monat – was exakt zur Statistik der Woche 38 passt, die ja in diesen Monat fällt. Der August hingegen war mit 162,1 mm der nasseste Monat des Jahres. Solche Extreme unterstreichen, wie sinnvoll die wochenweise Betrachtung für die Planung ist.
Die 36,8 % Regenwahrscheinlichkeit bedeutet nicht, dass es in der Woche 38 zwangsläufig an knapp drei Tagen regnet. Sie sagt: Bei einer sehr großen Anzahl von Wiederholungen derselben Woche unter denselben klimatischen Bedingungen würde man an etwa 37 % der Tage Niederschlag messen. Für ein mehrtägiges Event wie das Nürnberger Herbstfest oder einen Wochenend-Flohmarkt bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit, dass es an allen Veranstaltungstagen trocken bleibt, liegt bei etwa 15–20 % – ein durchaus kalkulierbares Risiko.
Zum Vergleich: Selbst in der besten Woche gibt es kein "Garantie-Wetter". Ein Regenschirm gehört zur Grundausstattung jedes Freiluft-Events in Mitteleuropa. Aber wer auf die historisch niedrigste Niederschlagswahrscheinlichkeit setzt, minimiert das Risiko so weit wie möglich – und kann das Budget für Eventversicherung oder Plan B reduzieren.
Die Berechnung stützt sich auf die täglichen Niederschlagsaufzeichnungen der DWD-Station Nürnberg (Indikativ 03668) im Zeitraum vom 7. April 1955 bis zum 6. Juli 2026. Ausgewertet wurden alle Tage, an denen die Niederschlagsmessung nicht fehlerhaft war (NULL-Werte ausgeschlossen). Für jede ISO-Kalenderwoche des Jahres wurde der Anteil der Tage mit messbarem Niederschlag (> 0,0 mm) an allen Tagen dieser Woche über die gesamte Datenreihe berechnet. Die Woche mit dem niedrigsten Prozentwert wird ausgegeben – in diesem Fall die Woche 38 mit 36,8 %.
Der Vorteil dieser Methode: Sie glättet Einzelextreme und liefert eine robuste, jahrzehntelang abgesicherte Prognose, die für die Planung von Freiluftveranstaltungen verlässlicher ist als ein Blick auf die 14-Tage-Vorhersage.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center. Daten der Station Nürnberg (Kennung 03668), tägliche Niederschlagsaufzeichnungen von 1955 bis 2026. Verarbeitung und Auswertung durch histoclima.com. Die monatlichen Werte für 2023 sind als exemplarische Saisonalitätsdarstellung beigefügt.
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