Dresden: Regen zur Aussaat 2023 – ein extrem trockener September

Aktualisiert: 2026-07-10

Für Landwirte in der Region Dresden ist die Niederschlagsmenge in den Monaten September bis November entscheidend: In dieser Zeit werden die Wintergetreide ausgesät. Der Regen, der in dieser sogenannten Aussaatkampagne fällt, bestimmt maßgeblich die Keimung und den Start der jungen Pflanzen. Die offiziellen Daten der DWD-Station Dresden-Klotzsche für das Jahr 2023 zeigen ein besonders extremes Bild.

Der trockenste Monat des gesamten Jahres 2023 in Dresden war der September: Gerade einmal 7,8 mm Niederschlag fielen. Das ist weniger als ein einziger kräftiger Schauer. Zum Vergleich: Der Oktober brachte mit 108,0 mm fast das Vierzehnfache dieser Menge. Ein solcher Gegensatz innerhalb der Aussaatperiode ist eine große Herausforderung für die Landwirtschaft.

Ein Monat mit nur 7,8 mm Regen bedeutet im Alltag: Man kann den Gartenschlauch getrost einrollen. Auf dem Feld reicht diese Feuchtigkeit oft nicht bis in die Keimschicht des Bodens. Die Saat liegt dann buchstäblich im Trockenen, bis – wie im Oktober 2023 geschehen – die ergiebigen Regenfälle einsetzen. Die Gesamtniederschlagsmenge der drei Aussaatmonate September bis November 2023 betrug immerhin 184,4 mm. Diese Zahl täuscht aber über die extreme Ungleichverteilung hinweg.

Niederschlag pro Monat im Jahr 2023

Die folgende Tabelle zeigt die monatliche Verteilung für 2023. Der September sticht als absoluter Ausreißer mit nur 7,8 mm hervor, während die Monate Oktober, August und Dezember deutlich mehr als 100 mm aufwiesen.

Monat Niederschlag (mm)
Januar32,9
Februar48,9
März70,1
April53,0
Mai9,3
Juni70,6
Juli54,2
August110,0
September7,8
Oktober108,0
November68,6
Dezember107,0

Sie sehen: Der Mai war mit 9,3 mm fast genauso trocken wie der September, aber er liegt außerhalb der kritischen Aussaatperiode. Für die Herbstaussaat ist der September der Schlüsselmonat. Mit 7,8 mm in diesem einen Monat kann man sich vorstellen, dass die obersten Zentimeter des Bodens staubtrocken waren.

Die Regenmenge zur Aussaat 2023 (Sept.–Nov.)

Addiert man die Niederschläge der drei Aussaatmonate, ergibt sich für 2023 ein Wert von 184,4 mm. Diese Zahl repräsentiert das Gesamtangebot an Wasser für die keimende Saat in diesem Jahr. Sie verrät uns aber nicht, wie durstig die Pflanzen im September waren. Der Oktober war mit 108,0 mm fast so nass wie der September trocken war – ein extremer Wechsel, der die Landwirtschaft vor besondere Herausforderungen stellt. Eine gleichmäßigere Verteilung wäre für die gleichmäßige Keimung idealer gewesen.

Datenbasis und Messmethode

Alle hier präsentierten Zahlen stammen von der offiziellen Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Dresden-Klotzsche (Stationskennung 01048). Der Datensatz des DWD Climate Data Center ist durchgehend von 1934 bis 2026 verfügbar. Für das Jahr 2023 wurden die täglichen Niederschlagssummen (prec) für die Monate September, Oktober und November aufsummiert. Die Tabelle der Monatswerte basiert auf den Summen jedes einzelnen Monats von Januar bis Dezember 2023. Ein Wert von 0 mm würde bedeuten, dass überhaupt kein messbarer Niederschlag gefallen ist – dies kam im Datensatz nicht vor. Ein Wert von 7,8 mm hingegen ist ein sehr niedriger, aber realer Messwert.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Stationsdaten Dresden-Klotzsche (01048). Datenlizenz: GeoNutzV. Berechnete Werte: Niederschlagssumme Aussaatperiode 2023; Monatssummen 2023. Abruf: Juli 2026.

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