Aktualisiert: 2026-08-28
Wer in Nürnberg bei Regen unterwegs ist, erlebt im Schnitt einen Niederschlag von 3,68 mm pro Regentag – das ist der Mittelwert über die gesamte Messreihe von 1955 bis 2026. Der intensivste Regen des gesamten Zeitraums fiel im Jahr 2002, als jeder Regentag durchschnittlich 4,52 mm brachte. Dieses Jahr sticht damit deutlich aus der langjährigen Statistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor.
Wer die Fränkische Schweiz oder das Knoblauchsland kennt, weiß: Regen ist hier keine Seltenheit. Doch wie viel Wasser tatsächlich an einem einzigen Regentag vom Himmel kommt, das lässt sich präzise beziffern. Die Auswertung der offiziellen DWD-Daten für die Station Nürnberg zeigt: Über 12.157 Regentage im Zeitraum vom 7. April 1955 bis zum 26. August 2026 verteilte sich der Niederschlag auf eine bemerkenswert konstante Intensität.
Ein Blick auf die Entwicklung offenbart eine leichte Zunahme: Vor dem Jahr 2000 lag die mittlere Intensität bei 3,65 mm pro Regentag (über 7.770 Regentage). Seit dem Jahr 2000 steigt sie auf 3,73 mm pro Regentag (über 4.387 Regentage). Das mag nach wenig klingen, bedeutet aber über ein Jahr gerechnet einen spürbaren Unterschied – insbesondere in Kombination mit der jährlichen Gesamtniederschlagsmenge von durchschnittlich 624,8 mm, verteilt auf 170,4 Regentage pro Jahr.
Das Jahrhunderthochwasser an der Elbe im August 2002 hatte seine Wurzeln auch in Franken. In Nürnberg brachte dieses Jahr mit 4,52 mm pro Regentag die höchste je gemessene Intensität der gesamten Serie. Insgesamt fielen in jenem Jahr 826,5 mm an nur 183 Regentagen – eine Kombination, die in dieser Form selten ist.
Am anderen Ende der Skala steht das Jahr 1964: Mit 2,62 mm pro Regentag regnete es dort so verhalten wie in keinem anderen Jahr der Messreihe. Die Jahressumme erreichte gerade einmal 400,1 mm – der trockenste Wert der Auswertung. Auch 1969 (2,92 mm) und 2004 (2,98 mm) gehören zu den Jahren mit besonders niedriger Regenintensität.
| Kategorie | Jahr | Intensität (mm/Tag) |
|---|---|---|
| Am intensivsten | 2002 | 4,52 |
| Am intensivsten | 1981 | 4,43 |
| Am intensivsten | 2023 | 4,33 |
| Am wenigsten intensiv | 1964 | 2,62 |
| Am wenigsten intensiv | 1969 | 2,92 |
| Am wenigsten intensiv | 2004 | 2,98 |
Die Monatsstatistik zeigt ein klares Muster: Der Sommer bringt die heftigsten Niederschläge, während der Winter für gleichmäßigen, aber weniger intensiven Regen sorgt. Im Juli und August erreicht die mittlere Intensität mit je 5,1 mm pro Regentag ihren Höhepunkt – das ist die Zeit der Gewitter und Starkregen. Der Juni liegt mit 5,0 mm nur knapp darunter. Die Wintermonate sind mit 2,6 mm (Januar) und 2,7 mm (Februar) deutlich ruhiger – typisch für den Landregen, der über Stunden anhält, aber wenig Wasser pro Zeit bringt.
| Monat | Mittlere Intensität (mm/Tag) |
|---|---|
| Januar | 2,6 |
| Februar | 2,7 |
| März | 3,0 |
| April | 3,0 |
| Mai | 4,3 |
| Juni | 5,0 |
| Juli | 5,1 |
| August | 5,1 |
| September | 4,3 |
| Oktober | 3,6 |
| November | 3,0 |
| Dezember | 2,9 |
Die folgende Tabelle zeigt die Regenintensität jedes einzelnen Jahres von 1956 bis 2025 – die komplette Reihe aus den offiziellen DWD-Daten. Dabei fällt auf: Die Unterschiede zwischen den Jahren sind beträchtlich. Nach dem trockenen Jahr 2003 mit nur 124 Regentagen und 413,7 mm Gesamtniederschlag folgte 2007 mit 4,31 mm pro Tag und 792,7 mm Jahresmenge ein deutlich nasseres Jahr. Auch 2011 (4,28 mm/Tag) und 2023 (4,33 mm/Tag) zeigen, dass intensive Regenfälle in jüngerer Zeit häufiger geworden sind.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Intensität (mm/Tag) | Regentage | Jahressumme (mm) |
|---|---|---|---|
| 1964 | 2,62 | 153 | 400,1 |
| 1965 | 3,94 | 219 | 863,4 |
| 1966 | 3,84 | 212 | 814,0 |
| 1981 | 4,43 | 205 | 908,6 |
| 1988 | 4,22 | 190 | 801,4 |
| 2002 | 4,52 | 183 | 826,5 |
| 2007 | 4,31 | 184 | 792,7 |
Die Zahlen für Nürnberg zeigen ein bemerkenswert stabiles Muster mit einer leichten Tendenz zu intensiveren Regenereignissen. Der Sprung von 3,65 mm vor dem Jahr 2000 auf 3,73 mm danach mag unscheinbar wirken – doch in Kombination mit den extremen Jahren 2002, 2007 und 2023 wird deutlich, dass Starkregen in Franken häufiger geworden ist. Das Jahr 2002 bleibt dabei mit 4,52 mm pro Regentag der unangefochtene Spitzenreiter der gesamten Messreihe seit 1955. Während die Gesamtniederschlagsmenge mit durchschnittlich 624,8 mm pro Jahr relativ stabil bleibt, nimmt die Intensität einzelner Regentage offenbar zu – ein Detail, das für Stadtplanung, Landwirtschaft und alle, die in Nürnberg leben, von wachsender Bedeutung ist.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Nürnberg, Zeitraum 1955–2026
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