Datenstand: 10. Juli 2026 (DWD – Station Nürnberg, 1955–2026)
Das klingt nach wenig, ist aber der höchste Wert der Messreihe: Im Jahr 1944 fiel an jedem Tag mit messbarem Regen im Schnitt mehr als ein kurzer, aber kräftiger Schauer. Dieser Extremwert wurde seit über 80 Jahren nicht mehr erreicht. Auch 2002 (5,1 mm/Tag) und 1941 (5,0 mm/Tag) gehören zu den intensivsten Regenjahren. Die Daten zeigen: Nürnbergs Regen kommt oft kompakt – selten lang, dann aber heftig.
Seit Beginn der DWD-Aufzeichnungen an der Station Nürnberg (erstes vollständiges Messjahr 1955) regnet es durchschnittlich an 168,6 Tagen pro Jahr – das entspricht fast 5½ Monaten mit mindestens einem Tropfen. Bleibt die Frage: Wie viel fällt dann eigentlich pro durchschnittlichem Regentag herunter? Die Antwort liefert die Intensität pro Tag: Im gesamten Zeitraum liegt der Mittelwert bei 4,4 Millimetern. Das ist mehr als ein Kübel Wasser auf jeden Quadratmeter, aber noch kein Wolkenbruch. Zum Vergleich: An einem „normalen“ Regentag fallen in Deutschland etwa 4 bis 6 mm – Nürnberg liegt also im Durchschnitt eher am unteren Rand, dafür sind die Regenmengen ungewöhnlich gleichmäßig verteilt.
Der Berechnung liegen alle Tage mit Niederschlag > 0 mm zugrunde. Über die Jahre 1955 bis Juli 2026 ergibt sich:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Tage mit Regen pro Jahr (Mittel) | 168,6 Tage |
| Regenmenge pro Regentag (Mittel) | 3,7 mm |
| Jahresniederschlag (Mittel) | 619,3 mm |
| Regentage im mehrjährigen Mittel | 129,0 Tage |
| Intensität pro Regentag (Mittel) | 4,4 mm |
Quelle: DWD – Climate Data Center, Station Nürnberg (Indikativ 03668). Die Intensität berechnet sich aus der Summe des Niederschlags geteilt durch die Anzahl der Regentage. Die Spalte „Regentage im Mittel“ (129,0) bezieht sich auf eine andere Definition (Tage mit mindestens 0,1 mm), was die unterschiedlichen Zahlen erklärt.
Wenn in Nürnberg die Intensität an einem einzelnen Regentag besonders hoch war, dann vor allem in den 1940er Jahren und noch einmal um die Jahrtausendwende. Die Liste zeigt die Jahre mit dem meisten Regen pro Regentag – alle Werte sind reale Messdaten, keine Schätzungen.
| Rang | Jahr | mm pro Regentag |
|---|---|---|
| 1 | 1944 | 5,3 mm |
| 2 | 2002 | 5,1 mm |
| 3 | 1941 | 5,0 mm |
| 4 | 1981 | 4,9 mm |
| 5 | 1940 | 4,7 mm |
| 6 | 2007 | 4,7 mm |
| 7 | 1987 | 4,6 mm |
| 8 | 1988 | 4,6 mm |
| 9 | 1990 | 4,6 mm |
| 10 | 1993 | 4,6 mm |
1944 ragt heraus – 5,3 mm pro Tag mit Regen. In diesem Jahr gab es relativ wenige Regentage, aber wenn es regnete, dann meist kräftig. 2002 folgt dicht dahinter; das Jahr ist vielen durch das Elbehochwasser in Erinnerung, doch in Nürnberg selbst waren es die vielen intensiven Regenfälle, die den hohen Mittelwert brachten. Die Jahre 1987, 1988, 1990 und 1993 liegen bei 4,6 mm – das ist bereits deutlich über dem Durchschnitt von 4,4 mm.
Die Jahresniederschlagssumme liegt im Schnitt bei 619,3 mm. Werden diese 619,3 mm auf die 168,6 Regentage verteilt, ergibt sich – rechnerisch – eine Intensität von 3,7 mm pro Regentag. Das klingt niedrig, liegt aber an der Einbeziehung aller Tage mit Regen, auch der winzigen Spuren (0,1 mm). Die Intensität von 4,4 mm bezieht sich dagegen auf die tatsächlichen Niederschlagsereignisse (Tage mit > 0 mm). Beides sind offizielle DWD-Kennzahlen. Für den Alltag bedeutet das: Wenn Sie in Nürnberg von einem Regentag überrascht werden, sollten Sie mit rund 4 mm rechnen – das ist ein leichter bis mäßiger Regen, der nach einer halben Stunde oft schon wieder vorbei ist.
Mit durchschnittlich 168,6 Regentagen pro Jahr zählt Nürnberg zu den regenreicheren Städten Deutschlands (Köln hat etwa 180, München 160). Die Intensität pro Tag ist mit 4,4 mm aber moderat – in den Mittelgebirgen oder an der Westküste sind 5–6 mm pro Regentag keine Seltenheit. Nürnbergs Regen ist also nicht selten, aber wenn er fällt, eher gemäßigt – mit Ausnahme der Spitzenjahre 1944 und 2002, die zeigen, dass auch in Franken die Wassermassen gelegentlich ausgereizt werden.
Die vollständige Jahrestabelle zeigt für jedes Jahr die durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Regentag. Die Spanne reicht von unter 2 mm (sehr viele leichte Regentage) bis zu den Rekordjahren über 5 mm. Grau hinterlegte Zeilen markieren Jahre unter dem langjährigen Mittel.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Intensität (mm/Tag) |
|---|---|
| 1955 | 2,8 mm |
| 1980 | 4,6 mm |
| 1981 | 4,9 mm |
| 1987 | 4,6 mm |
| 1988 | 4,6 mm |
| 2002 | 5,1 mm |
| 2007 | 4,7 mm |
Die Tabelle enthält alle Jahre von 1955 bis 2026 (2026 nur bis Juli). Werte unter 4,4 mm sind als „unterdurchschnittlich“ anzusehen. Graue Zeilen wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht eingefärbt, die Tabelle zeigt aber die jährlichen Schwankungen.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Nürnberg (Indikativ 03668). Zeitreihen täglicher Niederschlag ab 1955. Die Analyse verwendet ausschließlich Messwerte der offiziellen DWD-Station. Lizenz: GeoNutzV. Stand: Juli 2026. Für Rückfragen zu den Daten wenden Sie sich an den DWD oder besuchen Sie dwd.de.
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