Aktualisiert: 2026-07-10
Für Winzer und Weinliebhaber ist der September und Oktober die entscheidende Phase: Die Trauben reifen aus, die Lese beginnt. Zu viel Regen in diesen beiden Monaten kann Qualität und Menge gefährden – Fäulnis, verdünnte Aromen, erschwerte Ernte. Wie oft trifft es München? Die offiziellen Daten der Station München-Stadt (DWD) zeigen, welche Jahre besonders nass waren. Und ein Jahr überragt alle.
359,4 mm
Niederschlag im September und Oktober 1981
Das ist der Spitzenwert seit Beginn der Aufzeichnungen an der Station München-Stadt. Eine Menge, die fast der Hälfte des durchschnittlichen Jahresniederschlags in München entspricht – und das in nur zwei Monaten. 1981 war ein Extremjahr: Kaum eine trockene Woche zwischen der ersten Septemberwoche und Ende Oktober. Für die Weinlese in den Lagen rund um München bedeutete das massive Ausfälle und Qualitätseinbußen. Der Rekord steht bis heute ungebrochen – über 45 Jahre später.
Die folgende Tabelle zeigt die Jahre mit der höchsten Niederschlagssumme in den Monaten September und Oktober an der Station München-Stadt (DWD-Kennung 03379). Die Daten umfassen den Zeitraum von 1954 bis 2026. Ein Wert von 0 bedeutet: kein messbarer Niederschlag in diesem Zeitraum – ein seltener Fall, der in München bisher nicht aufgetreten ist.
| Jahr | Niederschlag September+Oktober (mm) |
|---|---|
| 1981 | 359,4 |
| 2024 | 252,7 |
| 1974 | 250,7 |
| 1998 | 249,5 |
| 2000 | 248,7 |
Die Jahre 1974, 1998 und 2000 liegen fast gleichauf – jedes brachte rund 250 mm in den zwei Kernmonaten der Lese. 2024 liegt mit 252,7 mm nur knapp dahinter: ein aktuelles Risiko-Jahr, das noch in frischer Erinnerung ist. Wer 2024 Trauben gelesen hat, weiß um die schwierigen Bedingungen.
Ein September-Oktober mit über 250 mm Regen bedeutet im Schnitt mehr als 4 mm pro Tag – und das über zwei Monate. In der Praxis heißt das: wochenlange Nässe, aufgeweichte Böden, Pilzdruck. Besonders anfällig sind frühe Rebsorten, die schon im September geerntet werden. 1981 mit 359,4 mm war eine Katastrophe: Die Ernte fiel vielerorts aus, die Mostgewichte blieben niedrig. Seitdem ist der Wert nicht wieder erreicht worden – aber die Jahre 2024, 1998 oder 2000 zeigen, dass die Gefahr jederzeit zurückkehren kann.
In der Region gibt es mehrere Messpunkte, die den Namen München tragen. Der mittlere Niederschlag in September und Oktober (1954–2026) zeigt, wo es besonders viel regnet – und wo die Weinberge vielleicht etwas trockener stehen.
| Station | Mittlerer Niederschlag September+Oktober (mm) |
|---|---|
| München-Botanischer Garten | 2,5 |
| München-Nymphenburg | 2,3 |
| München-Stadt | 2,3 |
| Waldmünchen | 2,3 |
| München-Riem | 2,2 |
| München-Perlach | 2,1 |
| München-Flughafen | 1,9 |
| München-Bogenhausen | 1,6 |
Die Werte zeigen: Die mittlere Niederschlagsmenge in den Lesemonaten liegt überall in München zwischen 1,6 und 2,5 mm pro Tag – das ist nicht extrem, aber konstant feucht. Der Botanische Garten ist mit 2,5 mm knapp der nasseste Ort, Bogenhausen mit 1,6 mm der trockenste. Die Unterschiede sind gering, aber für Winzer, die auf jeden Millimeter achten, durchaus relevant.
Die komplette Liste der zehn Jahre mit dem meisten Regen in September und Oktober zeigt ein klares Muster: Sechs der zehn Jahre fallen in die letzten drei Jahrzehnte (1990, 1998, 2000, 2002, 2024). Nur drei Jahre stammen aus der Zeit vor 1980. Der Klimawandel könnte die Häufigkeit solcher Extremniederschläge weiter erhöhen – die Datenreihe gibt hier einen deutlichen Hinweis.
| Jahr | Niederschlag September+Oktober (mm) |
|---|---|
| 1981 | 359,4 |
| 2024 | 252,7 |
| 1974 | 250,7 |
| 1998 | 249,5 |
| 2000 | 248,7 |
| 2002 | 215,8 |
| 1990 | 214,7 |
| 1954 | 196,6 |
| 1966 | 190,3 |
| 1956 | 189,4 |
Die Spannbreite ist enorm: zwischen 189,4 mm (1956) und 359,4 mm (1981) – das ist fast das Doppelte. Für die Weinlese bedeutet das: In einem durchschnittlichen Jahr ist das Risiko moderat, in Jahren wie 1981 oder 2024 steigt es drastisch. Wer in München Weinbau betreibt oder plant, sollte diese Daten kennen – und vielleicht in trockenere Lagen wie Bogenhausen ausweichen.
Der Rekord von 1981 mit 359,4 mm in September und Oktober bleibt das Mahnmal für die Weinlese in München. Aber auch die jüngsten Jahre wie 2024 (252,7 mm) zeigen, dass das Risiko real ist. Die Daten der Station München-Stadt, bereitgestellt vom Deutschen Wetterdienst (DWD), erlauben einen präzisen Blick auf die Vergangenheit – und eine Grundlage für Entscheidungen in der Zukunft. Wer in München Trauben anbaut, sollte die September-Oktober-Niederschläge im Auge behalten. Der Trend zeigt: Die nassen Jahre nehmen zu. Die Vorbereitung auf extreme Regenfälle wird Teil der Weinbau-Strategie.
Datenquelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station: München-Stadt (Kennung 03379). Zeitraum: 1954 – 2026. Abgerufen am 10. Juli 2026. Die Daten sind offiziell und lizenziert unter GeoNutzV. Die Analyse basiert auf den vollständigen Tageswerten der Station.
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