Regen zur Weinlese in Hamburg: Die Jahre mit dem höchsten Risiko

Aktualisiert: 2026-07-10

Fast ein Viertel der Jahresmenge an nur 61 Tagen. Im Spätsommer und Herbst 1998 fielen in Hamburg-Fuhlsbüttel insgesamt 274,9 mm Niederschlag. Das ist der höchste je gemessene Wert für die Monate September und Oktober seit Beginn der Messreihe 1936. Ein solcher Regen – das entspricht der Wassermenge, die in einer durchschnittlichen Hamburger Regenperiode von fast fünf Monaten fallen würde – traf direkt auf die Zeit der Weinlese. Fäulnis an den Trauben war in jenem Jahr vorprogrammiert.

Warum September und Oktober?

Für Winzer in und um Hamburg ist die Spanne ab Anfang September bis Ende Oktober die kritischste des Jahres. In diesen Wochen reifen die Beeren heran, und jeder ausgiebige Regen kann die Ernte gefährden. Nasse Trauben faulen leichter, der Zuckergehalt sinkt, Botrytis breitet sich aus. Die offizielle Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975) des Deutschen Wetterdienstes zeichnet seit 1936 auf, wie viel Wasser in dieser entscheidenden Phase vom Himmel kommt. Der Analysezeitraum reicht vom 1. Januar 1936 bis zum 6. Juli 2026.

Die fünf extremsten Weinlese-Fenster

Nicht jeder nasse Herbst ist gleich risikoreich. Entscheidend ist, wie viel Regen in den zwei Monaten vor und während der Haupternte fällt. Hier die fünf Jahre mit den höchsten Niederschlagssummen im September und Oktober an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel – sortiert von extrem zu extrem:

Die Top-10-Jahre im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die zehn niederschlagsreichsten September-Oktober-Perioden seit 1936. Werte unter 180 mm sind in Hamburg selten risikofrei; alles über 200 mm gilt als kritisch für die Mostgewichte.

Jahr Niederschlag Sep–Okt (mm)
1998274,9
1970242,5
2001223,9
1968211,3
1978206,1
1993197,9
2017197,6
1984194,3
2024184,6
2022181,4

Mehrere Hamburger Stationen bestätigen den Trend

Die Daten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel zeigen nicht das gesamte Bild. Ein zusätzlicher, stationsübergreifender Abgleich – der auch andere Wetterstationen im Hamburger Stadtgebiet mit dem Namenszusatz „Hamburg“ einbezieht – bestätigt die Spitzenreiter: An verschiedenen Messpunkten in der Stadt tauchen die Jahre 1998 und 2001 immer wieder in der Spitzengruppe auf. So verzeichnete die Station Hamburg-Fuhlsbüttel im Jahr 1998 insgesamt 274,9 mm, an anderen Standorten lagen die Werte mit 268,0 mm bzw. 229,3 mm ebenfalls extrem hoch. Auch 1970 taucht mehrfach mit Werten um 242,5 mm und 247,1 mm auf. Das zeigt: Der nasse Herbst 1998 war kein lokales Phänomen, sondern betraf die gesamte Hansestadt.

Einordnung: Was bedeuten 274,9 mm für den Winzer?

Zum Vergleich: In einem normalen September und Oktober fallen in Hamburg-Fuhlsbüttel etwa 130 bis 150 mm Regen. Der Rekordwert von 274,9 mm liegt also fast doppelt so hoch. Eine derartige Wassermasse auf die Reben bedeutet: Die Beeren quellen auf, die Schalen werden dünner, Schimmelpilze finden ideale Bedingungen. In solchen Jahren ist eine Spätlese oder gar Auslese kaum möglich – der Most bleibt dünn, die Säure hoch. Der Jahrgang 1998 dürfte in den Kellern der Hamburger Winzer daher nur selten zu finden sein.

Die Daten für die Jahre 2022 (181,4 mm) und 2024 (184,6 mm) liegen zwar unter 200 mm, sind aber ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt. Gerade 2024 liegt erst wenige Monate zurück und zeigt, dass das Risiko nasser Leseperioden keineswegs gebannt ist.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station: Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Zeitraum: 1. Januar 1936 bis 6. Juli 2026. Berechnungen: Histoclima.com auf Basis der täglichen Niederschlagsmessungen. Die Werte sind auf eine Dezimalstelle gerundet.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act