Nasser September und Oktober: Wie hoch ist das Regen-Risiko für die Weinlese in Berlin?

Aktualisiert: 2026-07-10 • Daten der Station Berlin-Tempelhof (DWD), 1948–2026.

Das Jahr 1954 hält den Negativrekord: Mit 197,6 mm Niederschlag in September und Oktober – das ist der höchste Wert, den die Berliner Wetteraufzeichnungen seit 1948 für dieses Zeitfenster verzeichnen. In jenem Herbst fiel fast doppelt so viel Regen wie in einem durchschnittlichen September-Oktober-Paar (83,3 mm). Für Winzer bedeutet das: anhaltende Nässe zur Erntezeit, Pilzgefahr, verdünnte Trauben. Ein Extrem, das sich seit 71 Jahren nicht wiederholt hat.

Wie viel Regen ist für die Weinlese in Berlin normal?

Betrachtet man alle Jahre der DWD-Reihe der Station Berlin-Tempelhof (die Aufzeichnung reicht vom 1. Januar 1948 bis zum 6. Juli 2026), so ergibt sich ein Mittelwert für die Monate September und Oktober von 83,3 mm. Dieser Wert stammt aus den homogenisierten Tagesdaten des Deutschen Wetterdienstes – eine Verlässlichkeit, die für eine klimahistorische Einordnung unerlässlich ist. Liegt die Summe deutlich über diesem Mittel, steigt das Risiko für die Qualität der Lese: Die Beeren könnten aufplatzen, Fäulnis breitet sich aus, und die Zuckeranreicherung stockt.

Die fünf niederschlagsreichsten September-Oktober-Paare in Berlin

Die folgende Tabelle zeigt die zehn extremsten Jahre – wir konzentrieren uns hier auf die Top 5, denn ab Rang 6 fallen die Werte bereits unter 1400 mm und entfernen sich deutlich vom Spitzenwert. Achtung: Die Werte der „schlimmsten Jahre“ beziehen sich auf die Summe aller Berliner Stationen, nicht nur Tempelhof. Daher liegen sie so viel höher als der oben genannte Stationsmittelwert. Die relative Rangfolge ist dennoch aufschlussreich.

Rang Jahr Niederschlag September+Oktober (mm)
1 1968 1735,1
2 1978 1682,8
3 1974 1643,9
4 1998 1481,6
5 2001 1456,4

Die Jahre 1968, 1978 und 1974 stechen besonders hervor – sie liegen alle über der Marke von 1640 mm. Vergleicht man das mit dem Berliner Mittel von 83,3 mm, wird klar: In diesen Winzerjahren regnete es im Herbst mehr als das Fünfzehnfache der üblichen Menge. Für die Lese bedeutete das schwere Maschinenbefahrbarkeit der Weinberge, notgedrungen frühe Ernten und oft einen sauren, dünnen Most.

Das Extrem von 1954 im Detail

Direkt an der Station Berlin-Tempelhof gemessen, erreichte der September-Oktober-Niederschlag im Jahr 1954 die Rekordsumme von 197,6 mm. Das ist mehr als das Doppelte des langjährigen Mittels. Wer sich diese Menge vorstellen will: 197,6 mm auf jeden Quadratmeter Berlins – das entspricht 197,6 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb von zwei Monaten. Eine derart konzentrierte Nässe lässt die Böden durchweichen, Trauben platzen und fördert die Graufäule. Dass dieser Rekord seit 1954 nicht gebrochen wurde, zeigt: Die Berliner Vintage-Jahrgänge seitdem hatten nie wieder so eine Regenwiederholung zu Beginn der Lese.

Zehn Jahre mit dem höchsten Regen-Risiko – ein Überblick

Die nachfolgende Tabelle listet alle zehn Jahre auf, die im Berliner Stationsverbund (alle Stationen der Region) die höchste Herbst-Niederschlagssumme aufweisen. Die Werte sind gemittelt beziehungsweise summiert über die Stationen – deshalb sind sie so hoch. Die Information stammt aus derselben DWD-Datenbank.

Jahr Summe Niederschlag September+Oktober (mm)
19681735,1
19781682,8
19741643,9
19981481,6
20011456,4
19601379,0
19811368,2
20021222,0
19541200,8
19771131,0

Interessant: Das für Tempelhof extremste Jahr 1954 taucht hier „nur“ auf Rang 9 auf (1200,8 mm). Das liegt daran, dass der landesweite Durchschnitt über alle Berliner Stationen andere Messwerte ergibt. In der Summe bleibt es dennoch eines der nassesten Jahre der Nachkriegszeit.

Fazit für die Weinlese in Berlin

Die Daten der Station Berlin-Tempelhof – repräsentativ für das Berliner Stadtgebiet – zeigen: Ein durchschnittlicher Herbst bringt 83,3 mm Regen. Werden es mehr als 197,6 mm (wie 1954) oder gar über 1700 mm (wie im Berliner Mittel 1968), ist das Risiko für eine verlorene Lese hoch. Seit 1948 gab es nur fünf Jahre, in denen die Herbst-Niederschläge extrem ausfielen. Wer also in Berlin Weinbau betreibt oder eine Führung durch die Rüdesheimer Weinberge plant, sollte die Wetterstatistik kennen: Das Rekordjahr 1954 scheint zwar selten, aber die 1970er- und 1990er-Jahre haben gezeigt, dass nasse Herbste in Wellen auftreten können.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Berlin-Tempelhof (Kennung 00433). Tagesniederschlag der Monate September und Oktober, 1948 bis 2026 (letzter Datenpunkt: 6. Juli 2026). Die Auswertung der „schlimmsten Jahre“ beruht auf allen Berliner DWD-Stationen. Lizenziert unter GeoNutzV. Aufbereitet und redaktionell betreut von histoclima.com – historische Klimadaten für Deutschland.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act