Aktualisiert am 10. Juli 2026 — Datenstand: 6. Juli 2026
Die wärmste Jahreszeit beschert Düsseldorf 2026 bisher 155,4 Kühlgradtage. Das klingt abstrakt? Es summiert alle Tage, an denen die Durchschnittstemperatur über 18 °C lag, und zieht genau diesen Schwellenwert ab. Im Klartext: Die Stadt hat seit Jahresbeginn an warmen Tagen rechnerisch so viel Kühlenergie verbraucht, wie wenn jeder einzelne Überschuss-Grad über sechs Wochen ununterbrochen anhalten würde. Wer im Büro oder zu Hause eine Klimaanlage laufen hat, kennt den Effekt: Jeder Grad über 18 °C kostet Kühlleistung. Die 155,4 sind die kumulierte Abweichung von der Behaglichkeitsschwelle.
Die offizielle Messreihe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Düsseldorf reicht zurück bis in den Winter 1952. Seit dem 1. Januar 1952 zeichnet das Thermometer in der Landeshauptstadt nahezu lückenlos auf, wie warm die Luft tagsüber und nachts ist. Aus diesen Werten berechnen wir die sogenannten Kühlgradtage – ein Maß, das Ingenieure und Klimaforscher verwenden, um den Kältebedarf von Gebäuden oder die thermische Belastung von Städten zu beziffern. Je höher die Zahl, desto mehr Stunden lag die Temperatur über dem 18-Grad-Schwellwert.
Ein einzelner Jahreswert sagt noch wenig. Deshalb zeigt der DWD für Düsseldorf auch das gleitende Mittel der letzten drei Jahrzehnte. Für 2026 beträgt dieser Vergleichswert 182,5 Kühlgradtage. Das bedeutet: Im langjährigen Durchschnitt der Periode 1997–2026 (die letzten 30 Jahre) summieren sich die warmen Überschussgrade pro Jahr auf etwa 182,5. Der aktuelle Wert von 155,4 liegt also deutlich unter dem Mittel – ein Hinweis, dass das bisherige Jahr 2026 eher durchschnittlich oder sogar unterdurchschnittlich warm verlief, was die Zahl der heißen Tage betrifft. Die Abweichung von rund 27 Kühlgradtagen entspricht etwa einer Woche mit Tagesmitteln um 22 °C weniger.
Das Mittel selbst ist allerdings kein statischer Wert. Es verschiebt sich mit jedem neuen Jahr ein Jahr weiter nach vorne. Die 182,5 zeigen: Selbst in einer Phase, die den Klimawandel mit steigenden Temperaturen abbildet, gab es Jahre, die weit darüber lagen – und manche, die darunter blieben.
Die amtliche DWD-Station Düsseldorf (Kennung 01078) liefert Daten vom 1. Januar 1952 bis zum 6. Juli 2026. Das sind über 74 Jahre hochaufgelöste Tageswerte. Die Zeitreihe gilt als eine der verlässlichsten in Nordrhein-Westfalen, da die Station seit 1952 ohne Standortwechsel betrieben wird und kaum Datenlücken aufweist. Jede Berechnung der Kühlgradtage stützt sich also auf eine langjährige, homogene Messung – ideal, um Trends zu erkennen, auch wenn wir hier nur den jüngsten Stand präsentieren.
In der folgenden Tabelle sehen Sie den letzten verfügbaren Jahreswert zusammen mit dem langjährigen gleitenden Mittel. Die Tabelle enthält genau die Daten, die der DWD in seiner aktuellen Konsolidierung bereitstellt.
| Jahr | Kühlgradtage (Summe) | Mittel der letzten 30 Jahre |
|---|---|---|
| 2026 (bis 6. Juli) | 155,4 | 182,5 |
Die 18-Grad-Marke ist kein Zufall. In der Bauphysik gilt eine Raumtemperatur von etwa 20 °C als behaglich. Außentemperaturen über 18 °C erfordern in der Regel eine aktive Kühlung, sobald die Sonne ins Innere strahlt oder die Wärme von draußen eindringt. Der DWD wertet seit Jahrzehnten genau diese Schwelle aus. Ein Tag mit einer Durchschnittstemperatur von 23 °C bringt demnach 5 Kühlgradtage (23 minus 18). Summieren sich viele solcher Tage, entstehen hohe Jahreswerte.
Die 155,4 Kühlgradtage des bisherigen Jahres 2026 bedeuten also: Die durchschnittliche Überschusswärme aller warmen Tage lag bisher bei etwa 155,4 °C über dem Schwellwert, verteilt auf die Monate Januar bis Anfang Juli. Ein Teil dieser Wärme fällt typischerweise auf die Monate Mai, Juni und Juli. Vergleicht man dies mit dem 30-Jahres-Mittel von 182,5, zeigt sich: Der Sommer hat noch Luft nach oben – oder unten, je nach Witterung.
Die zweite Jahreshälfte, insbesondere August und September, kann in Düsseldorf noch erheblich zur Kühlgradtag-Bilanz beitragen. Ein einziger heißer Tag mit einem Tagesmittel von 28 °C bringt 10 Kühlgradtage. Ein ganzer Monat mit vielen solcher Tage kann den Wert schnell um 50–80 Punkte steigern. Ob das Jahr 2026 also unter, auf oder über dem Mittel von 182,5 endet, hängt maßgeblich von den verbleibenden Wochen ab. Die bisherige Bilanz von 155,4 ist ein Momentaufnahme – kein Endstand.
Für alle, die eine Klimaanlage planen oder den Energiebedarf ihres Gebäudes einschätzen wollen, sind dies jedoch handfeste Zahlen. Der Trend der letzten 30 Jahre zeigt einen Anstieg: Das gleitende Mittel liegt heute höher als in den 1960er oder 1970er Jahren. Die 182,5 sind das neue Normal – zumindest vorläufig.
Alle hier veröffentlichten Werte stammen aus dem Climate Data Center des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Station Düsseldorf (Kennung 01078) ist eine Referenzstation des nationalen Messnetzes. Die Kühlgradtage werden für jedes Kalenderjahr aus den Tagesmitteltemperaturen berechnet, wobei nur Tage mit einer Durchschnittstemperatur über 18 °C berücksichtigt werden. Der Schwellwertbetrag (Tagesmittel minus 18) wird aufsummiert. Das 30-Jahres-Mittel ist ein gleitender Durchschnitt über die jeweils letzten 30 vollständigen Jahre, berechnet bis zum aktuellen Datenende.
Die Daten stehen unter der Lizenz GeoNutzV zur Verfügung und sind jederzeit über den DWD abrufbar. Die Konsolidierung der Zeitreihe reicht bis 1952 – ein Schatz für die Klimaforschung und für alle, die die Veränderung ihrer Stadt verstehen wollen.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Station Düsseldorf (Kennung 01078). Datenstand: Juli 2026. Die Berechnung der Kühlgradtage erfolgte auf Basis der täglichen Durchschnittstemperatur (Tagesmittel) mit dem Schwellwert von 18 °C. Das gleitende 30-Jahres-Mittel bezieht sich auf die Periode 1997–2026.
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