Aktualisiert: 10. Juli 2026
Der 27. Juni 2026 hat der Mainmetropole einen Tag beschert, der in die Klimageschichte eingeht. Um 15:42 Uhr Ortszeit registrierte die DWD-Station Frankfurt/Main eine Spitze von 41,1 Grad Celsius – der höchste Wert, der seit Beginn der Messreihe im Jahr 1935 jemals aufgezeichnet wurde. Nie zuvor war es in Frankfurt heißer, seit fast einem Jahrhundert nicht. Der vorherige Rekord aus dem Juli 2019 (40,1 °C) wurde damit um ein ganzes Grad überboten. Dieser Tag markiert nicht nur einen neuen Höchstwert, sondern zeigt, wie extreme Hitze selbst in gemäßigten Breiten zur neuen Realität werden kann.
Die Liste der absoluten Spitzenreiter wird von zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Juni 2026 angeführt. Auffällig: drei der fünf extremsten Daten fallen in den Sommer 2019 – ein Jahr, das in Frankfurt bereits als Jahrhundert-Sommer galt.
| Datum | Maximum (°C) | Minimum (°C) |
|---|---|---|
| 27.06.2026 | 41,1 | 22,6 |
| 26.06.2026 | 40,3 | 25,5 |
| 25.07.2019 | 40,1 | 22,9 |
| 30.06.2019 | 39,3 | 16,6 |
| 26.07.2019 | 39,3 | 25,7 |
Die Tabelle zeigt eindrücklich: noch nie war eine Nacht in einem der Top-5-Tage so warm wie die 25,7 °C am 26. Juli 2019. Die 25,5 °C vom 26. Juni 2026 liegen nur knapp darunter – tropische Nächte, die den Körper kaum abkühlen lassen.
Die folgende Übersicht zeigt für jeden Monat den höchsten je gemessenen Wert („Rekord“) und die durchschnittliche Höchsttemperatur des Monats („Mittel“). Der Unterschied zwischen Rekord und Alltag wird besonders im Winter deutlich: während ein Januar-Mittel von 3,8 °C mild wirkt, kann es an extremen Tagen auf 16,2 °C klettern – frühlingshafte Wärte mitten im Kerbwinter.
| Monat | Rekord (°C) | Mittel (°C) |
|---|---|---|
| Januar | 16,2 | 3,8 |
| Februar | 19,4 | 5,8 |
| März | 24,7 | 10,7 |
| April | 30,3 | 15,2 |
| Mai | 33,2 | 19,7 |
| Juni | 41,1 | 23,2 |
| Juli | 40,1 | 25,0 |
| August | 38,7 | 24,6 |
| September | 33,1 | 20,5 |
| Oktober | 28,0 | 14,5 |
| November | 22,6 | 8,2 |
| Dezember | 17,6 | 4,6 |
Besonders bemerkenswert: der Juni-Rekord (41,1 °C) liegt nicht nur über dem Juli-Rekord, sondern auch fast 18 Grad über dem Juni-Mittel. Ein derartiger Ausreißer ist statistisch extrem selten – dennoch wurde er 2026 real gemessen.
Die unten stehende Tabelle listet für jedes Jahr seit 1935 das höchste Tagesmaximum. Deutlich zu erkennen: vor 1950 blieben die Jahresmaxima meist unter 35 °C, während ab den 1990er-Jahren die 35-Grad-Marke immer häufiger geknackt wird. Die Jahre 2003, 2019 und 2026 stechen mit Werten über 38 °C hervor. Lücken in den 1940er-Jahren (1945, 1948) sind auf kriegsbedingte Messausfälle zurückzuführen.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Jahresmaximum (°C) |
|---|---|
| 1945 | 13,4 |
| 2003 | 38,7 |
| 2015 | 38,8 |
| 2019 | 40,1 |
| 2022 | 38,4 |
| 2025 | 38,4 |
| 2026 | 41,1 |
Wer an diesem 27. Juni 2026 in der Innenstadt unterwegs war, erlebte eine Hitze, die Gebäude, Straßen und den Main zu Wärmespeichern machte. Die 22,6 °C in der Nacht brachten kaum Abkühlung – für empfindliche Menschen eine gesundheitliche Belastung. Solche Extreme waren hier vor 30 Jahren undenkbar: noch 1970 lag das Jahresmaximum bei 30,8 °C, kaum wärmer als ein heutiger durchschnittlicher Julitag. Die Messreihe der DWD-Station Frankfurt/Main (Kennung 01420) dokumentiert diesen Wandel lückenlos seit dem 1. Juli 1935. Die Daten sind öffentlich und werden täglich aktualisiert – Grundlage für Klimaforschung, Stadtplanung und persönliche Vorsorge.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station Frankfurt/Main (Indikativ 01420). Zeitreihe 1. Juli 1935 – 6. Juli 2026. Lizenz GeoNutzV. Alle Werte wurden direkt aus den Originalmessungen übernommen und nicht verändert.
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