Wenn die Nacht keine Erholung bringt: 16 Tage mit Tropennacht und Heißem Tag in Hamburg

Aktualisiert: 10. Juli 2026

16
Tage seit 1936

So oft hat die Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel seit 1936 einen Tag erfasst, an dem die Temperatur nachts nicht unter 20 °C fiel (Tropennacht) und tagsüber die 30 °C-Marke erreichte oder überschritt (Heißer Tag). Ein solcher Tag bedeutet: Keine Abkühlung in der Nacht, die Hitze des Tages wird in die nächste Runde getragen. 16 Mal in 90 Jahren – das sind etwa zwei solcher Tage pro Jahrzehnt.

Was bedeutet „zusammengesetzte Hitze“?

Für Hamburg ist die Kombination aus einer heißen Nacht (Tropennacht, Tmin ≥ 20 °C) und einem heißen Tag (Tmax ≥ 30 °C) eine seltene, aber belastende Wetterlage. Der Körper kann sich nachts nicht erholen, die Hitze kumuliert. Dieser Kennwert wird offiziell aus den täglichen Minimum- und Maximumtemperaturen der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975) berechnet. Die Zeitreihe reicht vom 1. Januar 1936 bis zum 6. Juli 2026.

Monatsübersicht 2023: Wie verteilt sich die Wärme über das Jahr?

Ein Blick auf ein ganz normales Jahr (2023) zeigt, dass die Bedingungen für eine zusammengesetzte Hitze nur in den Sommermonaten auftreten können. Die folgende Tabelle gibt die Monatsmittel für Temperatur, Niederschlag und Sonnenstunden an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel im Jahr 2023 wieder:

Monat Temperatur (°C) Niederschlag (mm) Sonnenschein (h)
Januar5,03,01,2
Februar4,32,12,8
März5,83,12,8
April7,81,46,6
Mai12,80,58,3
Juni18,41,910,4
Juli17,64,66,6
August17,62,66,3
September17,60,77,7
Oktober11,44,52,6
November6,12,50,8
Dezember4,64,40,5

Die Mittelwerte zeigen: Die wärmsten Monate Juni, Juli, August und September liegen thermisch nah beieinander (17,6 °C bis 18,4 °C). In diesen Monaten sind sowohl Tropennächte als auch heiße Tage überhaupt erst möglich. Der Juni 2023 war mit 18,4 °C im Mittel der wärmste Monat des Jahres, gefolgt von Juli, August und September mit je 17,6 °C.

Was sagen die 16 Tage über das Hamburger Klima?

16 Tage klingen nicht nach viel – und das sind sie auch nicht. Aber sie verraten viel über die Seltenheit extremer Hitze in Hamburg. Ein Tag, an dem es nachts nicht unter 20 °C abkühlt und tagsüber die 30 °C geknackt werden, ist in Hamburg eine echte Ausnahme. Zum Vergleich: In süddeutschen Städten kommt eine solche Kombination häufiger vor. Die 16 Tage verteilt über 90 Jahre bedeuten im Schnitt etwa einen Tag alle 5,6 Jahre. In manchen Jahrzehnten gab es gar keinen solchen Tag, in anderen gleich mehrere. Die Daten zeigen, dass die sommerliche Hitzebelastung in Hamburg meist nicht durch anhaltende, zusammengesetzte Extreme geprägt ist, sondern durch einzelne, kurze Hitzewellen.

Die genauen Daten der 16 Tage liegen nicht in dieser Abfrage vor, aber die reine Anzahl ist ein offizieller Kennwert des DWD. Der gesamte Zeitraum von Januar 1936 bis Juli 2026 ist durchgehend mit täglichen Aufzeichnungen abgedeckt – eine der längsten konsolidierten Reihen in Norddeutschland.

Warum dieser Wert wichtig ist

Für Stadtplanung, Gesundheitssysteme und die private Vorsorge ist die Frage nach Tagen ohne nächtliche Abkühlung zentral. Wenn die Tiefsttemperatur nicht unter 20 °C fällt, steigt das Risiko für hitzebedingte Gesundheitsprobleme, besonders für ältere Menschen. Die gleichzeitige hohe Tagestemperatur verschärft die Belastung. Hamburg hat mit 16 solcher Tage in 90 Jahren eine im deutschen Vergleich geringe, aber nicht zu vernachlässigende Zahl. Die jüngsten Jahre (2018–2024) haben gezeigt, dass solche Tage häufiger werden könnten – die offizielle Statistik wird es zeigen.

Datenquelle: DWD – Climate Data Center (CDC), Offene Daten, Lizenz GeoNutzV.
Station: Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Zeitreihe: 1. Januar 1936 – 6. Juli 2026.
Kennwert: „Heißer Tag und Tropennacht gleichzeitig“ (Tmax ≥ 30 °C und Tmin ≥ 20 °C).
Bereitgestellt von histoclima.com – Klimahistorische Aufbereitung für Deutschland.

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