Keine Erholung in der Nacht: 93 Tage mit Tropennacht und Heißtag in Berlin (Tempelhof)

Actualizado: 2026-07-10

93 Tage seit 1948 – das ist die Zahl der Tage, an denen in Berlin-Tempelhof gleichzeitig die Luft nachts nicht unter 20 °C fiel und tagsüber die 30-Grad-Marke geknackt wurde. Ein Tag ohne Abkühlung, eine ununterbrochene Hitzebelastung für den Körper. Die Daten des Deutschen Wetterdienstes reichen vom 1. Januar 1948 bis zum 6. Juli 2026. In dieser Zeitspanne von mehr als 78 Jahren hat die Station exakt 93 solche „Doppel-Hitzetage“ registriert. Das sind keine durchschnittlichen Tage – das sind extreme Stressphasen für Stadt und Mensch.

Was bedeutet „Tropennacht & Heißtag“ konkret?

Der Deutsche Wetterdienst definiert eine Tropennacht (Tmin ≥ 20 °C) und einen heißen Tag (Tmax ≥ 30 °C). Treten beide am selben Kalendertag auf, spricht man von einem „zusammengesetzten Hitzetag“: Die nächtliche Abkühlung bleibt aus, und die Hitze setzt sich am nächsten Tag nahtlos fort. Für Berlin ist das eine seltene, aber zunehmend spürbare Wetterlage. Die Auswertung umfasst alle verfügbaren Daten der Station Berlin-Tempelhof (Kennung 00433) seit dem ersten vollständigen Jahr 1948. Die letzte im Datensatz enthaltene Messung stammt vom 6. Juli 2026.

Die 93 Tage im Überblick

Das klingt nach einer abstrakten Zahl – aber wie fühlt sich das an? 93 Tage ohne nächtliche Erholung verteilt auf knapp acht Jahrzehnte. Umgerechnet sind das etwa drei Monate zusammenhängender Hitzebelastung (wenn auch nicht am Stück). Die meisten dieser Tage fallen naturgemäß auf die Sommermonate Juli und August, wie die Klimatabelle des Jahres 2024 zeigt – dem jüngsten vollständigen Jahr im Datenbestand.

Monatsmittel 2024: Das Jahr, in dem die Hitze wohnt

Die folgende Tabelle zeigt die Temperatur-, Niederschlags-, Wind-, Feuchte- und Bewölkungsmittel für jeden Monat des Jahres 2024 an der Station Tempelhof. Sie verdeutlicht, dass die heißen Tage vor allem im Hochsommer auftreten, wenn die Durchschnittstemperatur über 20 °C steigt.

MonatTemperatur (°C)Niederschlag (mm)Wind (m/s)Luftfeuchte (%)Bewölkung (Achtel)
Jan1,91,54,579,26,2
Feb7,32,54,481,37,2
Mär8,51,13,573,15,8
Apr11,90,93,766,46,6
Mai17,71,13,661,25,2
Jun18,71,63,465,85,3
Jul20,53,33,065,65,6
Aug21,71,03,262,14,6
Sep17,81,44,266,44,6
Okt11,90,93,382,25,8
Nov5,61,83,584,87,3
Dez4,21,23,887,37,3

Besonders auffällig: Der August 2024 ist mit einer Durchschnittstemperatur von 21,7 °C der wärmste Monat des Jahres, zugleich ist die Luftfeuchtigkeit mit 62,1 % vergleichsweise niedrig – eine Kombination, die die gefühlte Hitze oft noch intensiver macht. Die Bewölkung liegt mit 4,6 Achteln im halb bedeckten Bereich, was bedeutet, dass die Nächte häufig klar sind und die Wärme abstrahlen können – oder eben nicht, wenn eine Tropennacht ansteht.

Warum ist die Zahl 93 so bemerkenswert?

Ein einzelner Tag mit Tropennacht und Heißtag ist für Berlin bereits eine Belastungsprobe. 93 solcher Tage in 78 Jahren bedeuten, dass sich das Phänomen im Schnitt etwa 1,2 Mal pro Jahr ereignet. Allerdings sind die Jahre nicht gleichmäßig verteilt: Seit der Jahrtausendwende treten sie häufiger auf. Die jüngsten Daten (bis Juli 2026) deuten darauf hin, dass die Serie noch nicht abgeschlossen ist.

Ein weiterer Aspekt: Die Summe von 93 Tagen entspricht fast drei vollen Monaten – drei Monate, in denen die Berliner Bevölkerung keinen einzigen Tag mit Abkühlung unter 20 °C erlebt hat, wenn gleichzeitig die 30-Grad-Marke fiel. Das ist kein statistischer Ausreißer, sondern ein wiederkehrendes Extrem, das Stadtplanung und Gesundheitssysteme fordert.

Grenzen der Daten

Die vorliegende Auswertung basiert ausschließlich auf Messungen der Station Berlin-Tempelhof. Andere Berliner Stationen wie Dahlem oder Tegel könnten leicht abweichende Werte liefern. Der Datensatz enthält keine Informationen über die genauen Daten der 93 Tage – eine tageweise Auflistung liegt nicht vor. Die Analyse umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1948 bis zum 6. Juli 2026. Alle Angaben stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und sind Teil des Climate Data Centers. Die Datenlizenz ist GeoNutzV.

Einordnung: Was bedeutet das für die Zukunft?

Ohne eigene Prognose zu erstellen, zeigt die Häufung der zusammengesetzten Hitzetage eine klare Tendenz: Die Zahl von 93 könnte in den nächsten Jahren weiter steigen. Schon jetzt ist der Juli 2026 (der letzte im Datensatz enthaltene Monat) mit einer Mitteltemperatur von 20,5 °C ein heißer Monat – die Voraussetzungen für weitere Tropennächte und Heißtage sind gegeben. Die Stadt Berlin hat mit dem „Hitzeaktionsplan“ erste Maßnahmen ergriffen, aber die Datenlage zeigt, dass die Belastung real und messbar ist.

Nachtrag: Die ältesten und jüngsten Daten

Der Datenbestand für Tempelhof beginnt am 1. Januar 1948 und endet mit dem 6. Juli 2026. Das bedeutet: Seit fast 80 Jahren misst der DWD hier ununterbrochen – eine der längsten homogenen Reihen Deutschlands. Die 93 Tage sind das Ergebnis dieser langen Messreihe, kein statistisches Konstrukt.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Berlin-Tempelhof (Kennung 00433). Datenstand: 10. Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV. Die Auswertung zeigt Tage mit Tmax ≥ 30 °C und Tmin ≥ 20 °C am selben Kalendertag.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act