Hagelhäufigkeit in Hannover: In welchen Monaten fällt am meisten Hagel?

Actualizado: 2026-07-10

Ob beim sommerlichen Gewitter über der Leine oder bei einem plötzlichen Schauer im Stadtteil – Hagel gehört in Hannover vor allem in den warmen Monaten zum Wetter dazu. Die offizielle Wetterstation des DWD (Kennung 02014) zeichnet seit 1936 täglich auf, wann die Luft so geschichtet ist, dass Hagel entstehen kann: wenn es regnet, die Tagesschwankung mindestens 10 Grad beträgt und die Höchsttemperatur 20 Grad erreicht oder übersteigt. Die Auswertung von über 90 Jahren Daten zeigt, welcher Monat die meisten dieser Hageltage aufweist – und welcher fast nie.

Der Juli ist der hagelreichste Monat in Hannover – mit 391 Tagen seit 1936, an denen die Bedingungen für Hagel gegeben waren. Das entspricht im Schnitt rund 4 Tagen pro Jahr. Dicht dahinter folgt der August mit 387 Tagen. Zusammen mit dem Juni (364 Tage) entfällt der Großteil des Hagelgeschehens auf die drei Sommermonate. Der Oktober folgt mit nur 12 Tagen, und der März verzeichnet ganze 2 Tage in 90 Jahren.

Datengrundlage: 90 Jahre Messreihe der DWD-Station Hannover (02014) – 1936 bis Juli 2026.

Monatliche Verteilung der Hageltage

Die Tabelle zeigt, wie sich die 1.609 Tage mit Hagelbedingungen auf die einzelnen Monate verteilen. Die Spitze liegt klar im Hochsommer, während die Wintermonate (November bis Februar) in dieser Auswertung gar nicht vorkommen – dort fehlen entweder die nötigen Temperaturschwellen oder die Messungen ergeben Null. Im März und Oktober ist Hagel eine absolute Seltenheit.

Monat Hageltage (Anzahl)
Juli391
August387
Juni364
Mai235
September150
April68
Oktober12
März2

Einordnung: Im Juli und August registriert die Station zusammen 778 Tage – das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten Rest des Jahres. Wer also im Hochsommer in Hannover unterwegs ist, sollte bei Gewitterwarnungen mit Hagelkörnern rechnen. Im September sinkt die Zahl auf 150 Tage, und ab Oktober wird Hagel zur Ausnahme. Der März mit 2 Tagen zeigt: Selbst in einem Monat, in dem die Natur erwacht, kommt Hagel in Hannover fast nie vor.

Wettertypische Hintergründe: Warum gerade diese Monate?

Hagel entsteht in Hannover vor allem dann, wenn warme, feuchte Luftmassen aufeinandertreffen und die Atmosphäre stark labil geschichtet ist. Die mittleren Monatstemperaturen (Quelle: gleiche Station) zeigen: Im Juli liegt das Mittel bei 17,9 °C, im August bei 17,6 °C, im Juni bei 16,3 °C. Gleichzeitig fallen in diesen Monaten im Schnitt 2,1 bis 2,2 mm Niederschlag pro Tag – genug Feuchte für kräftige Quellwolken. Die relative Luftfeuchtigkeit bleibt mit 71–74 % hoch, während die Sonne 6,5 bis 7,2 Stunden täglich scheint. Diese Mischung aus Wärme, Feuchte und labiler Schichtung begünstigt Gewitter mit Hagel. Der Mai (13,0 °C im Mittel) bringt bereits 235 Hageltage, der September (14,1 °C) noch 150. Im April (8,6 °C) und Oktober (9,8 °C) fehlt meist die nötige Wärme in der Höhe, deshalb bleiben die Hageltage niedrig.

Klimawandel: Wird Hagel häufiger?

Die Datenreihe von 1936 bis 2026 erlaubt keine direkte Trendaussage, aber die Verteilung zeigt, dass die drei wärmsten Monate (Juli, August, Juni) auch die hagelreichsten sind. Sollten die Temperaturen in den Übergangsmonaten steigen, könnten Mai und September künftig mehr Hageltage aufweisen. Bislang liegt der Mai bei 235 Tagen, der September bei 150 – das sind, gemessen an der 90-jährigen Reihe, konstante Werte. Auffällig: Der Oktober hat nur 12 Hageltage, und der März 2. Selbst bei einer Erwärmung um 1–2 Grad würde sich daran vermutlich wenig ändern, da die nötige Wärme in diesen Monaten meist fehlt.

Ein Blick in die Jahreszeiten

Die Sommermonate Juni bis August vereinen 1.142 Hageltage – das sind 71 Prozent aller erfassten Tage. Der Frühling (März bis Mai) kommt auf 305 Tage, der Herbst (September bis November) auf 162 Tage. Der Winter (Dezember bis Februar) liegt bei null Tagen: Hier sind die Temperaturen zu niedrig oder die Niederschläge fallen als Schnee oder Nieselregen, nicht als Hagel. Die Station Hannover hat in diesen Monaten keinen einzigen Tag mit den definierten Hagelbedingungen verzeichnet.

So wird gemessen: Die Hagelbedingungen im Detail

Der DWD definiert einen Hageltag in dieser Auswertung nicht allein nach Sichtung, sondern nach einem physikalischen Proxy: Es muss Niederschlag gefallen sein (mehr als 0 mm), die Differenz zwischen Höchst- und Tiefsttemperatur muss mindestens 10 Grad betragen, und die Tageshöchsttemperatur muss 20 Grad erreichen. Diese Kombination tritt in der warmen Jahreszeit auf, wenn die Luft am Boden stark erwärmt wird und in der Höhe noch kalt genug ist, um Eiskörner wachsen zu lassen. In Hannover (Station auf 55 m Höhe) sind das exakt die Bedingungen für sommerliche Gewitter mit Hagel.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Hannover (Kennung 02014). Zeitreihe 1936-01-01 bis 2026-07-06. Auswertung der täglichen Messungen: Niederschlag > 0 mm, Temperaturamplitude ≥ 10 °C, Tagesmaximum ≥ 20 °C. Alle Werte sind offizielle Daten des DWD, lizenziert unter GeoNutzV. Die Messreihe ist die Grundlage für die Hagelstatistik der Region Hannover. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.

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