Aktualisiert: 10. Juli 2026
Eine kalte, klatschnasse Klammer: In Dresden fällt der Januar mit einer Durchschnittstemperatur von −0,2 °C als kältester Monat ins Gewicht. Gleichzeitig zeigt der Dezember die höchste mittlere Luftfeuchtigkeit des Jahres: 84,2 %. Diese Kombination aus Minusgraden und feuchter Luft – fast drei Monate lang, von Dezember bis Februar – begünstigt Erkältungen und Grippewellen. Die Messreihe der Station Dresden‑Klotzsche reicht zurück bis zum 1. Januar 1934 und ist damit eine der dichtesten Klimaaufzeichnungen Ostdeutschlands. Der Rekord „nasskalt“ hält seit den ersten Aufzeichnungen der Station bis heute (Datenstand bis 6. Juli 2026).
Die drei Monate mit dem höchsten Grippe-Risiko in der sächsischen Landeshauptstadt – errechnet aus den niedrigsten Temperaturen, den meisten Regen und der höchsten Luftfeuchte – sind der Januar, Februar und Dezember. Wer in dieser Zeit in Dresden unterwegs ist, erlebt das, was Meteorologen eine „nasskalte Schiene“ nennen: Die Luft ist fast vollgesogen, und das Quecksilber liegt im Schnitt knapp über dem Gefrierpunkt.
| Monat | Mitteltemperatur (°C) | Niederschlag (mm/Tag) | Luftfeuchtigkeit (%) |
|---|---|---|---|
| Januar | −0,2 | 1,4 | 82,9 |
| Februar | 1,0 | 1,3 | 80,5 |
| Dezember | 1,2 | 1,6 | 84,2 |
Die drei kältesten und zugleich feuchtesten Monate bilden zusammen das Winterquartal. Auffällig: Der Dezember bringt mit 1,6 mm Niederschlag pro Tag (im Mittel) etwas mehr Nässe als Januar und Februar. Dafür ist er mit 1,2 °C noch knapp frostfrei – der Januar mit −0,2 °C zieht die Kälte nach.
Das Jahr 2023 liefert ein anschauliches Bild der saisonalen Schwankungen in Dresden. Die folgende Tabelle zeigt die mittlere Mindesttemperatur und die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit für jeden Monat – zwei Werte, die maßgeblich für die Gefahr von Atemwegsinfekten sind. Kalte, feuchte Nächte (tiefe Tagesminima kombiniert mit hoher Feuchte) gelten als besonders belastend für die Atemwege.
| Monat | Mittlere Tagesminima (°C) | Luftfeuchtigkeit (%) |
|---|---|---|
| Januar | 1,5 | 82,1 |
| Februar | −0,3 | 81,8 |
| März | 2,2 | 75,6 |
| April | 3,3 | 73,6 |
| Mai | 7,3 | 63,6 |
| Juni | 12,6 | 64,2 |
| Juli | 14,6 | 58,4 |
| August | 15,3 | 72,9 |
| September | 12,2 | 68,9 |
| Oktober | 9,7 | 75,3 |
| November | 3,4 | 80,0 |
| Dezember | 1,9 | 80,3 |
Der Februar 2023 zeigt mit einer mittleren Tagesmindesttemperatur von −0,3 °C den kältesten Monat im Jahresverlauf. Die Luftfeuchtigkeit bleibt dort mit 81,8 % fast gleich hoch wie im Januar (82,1 %). Interessant ist der Sprung von Februar zu März: Die Mindesttemperatur steigt von −0,3 °C auf 2,2 °C, während die Luftfeuchte von 81,8 % auf 75,6 % fällt – das Risiko für Grippe sinkt merklich.
Der Juli 2023 ist mit einer mittleren Luftfeuchte von nur 58,4 % der trockenste Monat des Jahres. Das ist weniger als drei Viertel der Januarfeuchte – ein gutes Umfeld für die Erholung der Atemwege.
Von November bis März liegt die mittlere Luftfeuchtigkeit fast durchgehend über 75 %. Das sind fünf Monate – fast ein halbes Jahr – mit erhöhtem Risiko. In dieser Zeit haben Atemwegsviren in Dresden ein feuchtes und kühles Milieu. Die Daten der Station Dresden-Klotzsche (Kennung 01048) zeigen, dass sich dieses Muster seit mindestens 1934 kaum verändert hat. Ein extremes Winterereignis wie der Januar 1940 oder der Februar 1956 ist in dieser langen Reihe enthalten, aber die Gesamtbilanz bleibt: Der Winter in Dresden ist nass und kalt – und damit eine Hochzeit für Grippewellen.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Dresden-Klotzsche (Kennung 01048). Datenreihe 1. Januar 1934 bis 6. Juli 2026. Niederschlags‑, Temperatur- und Luftfeuchtedaten aus dem täglichen Stationsmessnetz. Lizenziert unter GeoNutzV. Alle Angaben ohne Gewähr.
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