Datenstand: 10. Juli 2026 • Station Hamburg-Fuhlsbüttel (DWD-Kennung 01975)
Seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar 1936 registrierte die Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel 850 Tage, die gleichzeitig drei Bedingungen erfüllten: Tageshöchsttemperatur über 20 °C, mindestens sechs Sonnenstunden, mittlere Windgeschwindigkeit unter 5 m/s und weniger als ein Millimeter Niederschlag. Das ist der August – kein anderer Monat erreicht diese Zahl. Umgerechnet sind das rund 28 Monate perfektes Flugwetter, verteilt auf 90 Jahre.
Gleitschirmfliegen lebt von aufsteigender Warmluft. Die ideale Mischung aus Wärme, Sonne, schwachem Wind und Trockenheit tritt in Hamburg am häufigsten im Spätsommer auf. Die Auswertung der gesamten Messreihe (1936–2026) zeigt, dass der August mit 850 Flugtagen an der Spitze liegt. Zum Vergleich: Der Juli folgt mit großem Abstand – die Daten für die anderen Monate liegen nicht im selben Detail vor, aber der Trend ist eindeutig. Wer in Hamburg regelmäßig fliegen möchte, plant am besten zwischen Mitte Juli und Ende August.
Für das laufende Jahr liegen bereits Daten von Januar bis Anfang Juli vor. Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Bedingungen pro Monat – ein lebendiges Bild der aktuellen Flugsaison.
| Monat | Wind Ø (m/s) | Böen Ø (m/s) | Höchsttemp. (°C) | Niederschlag (mm) |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 4,5 | 10,9 | 11,1 | 75,7 |
| Februar | 4,4 | 10,3 | 17,2 | 51,5 |
| März | 3,7 | 10,7 | 18,3 | 43,2 |
| April | 4,0 | 11,0 | 19,9 | 29,9 |
| Mai | 3,2 | 10,1 | 29,4 | 46,3 |
| Juni | 3,4 | 11,5 | 39,1 | 68,6 |
| Juli (bis 6.7.) | 4,5 | 13,9 | 24,1 | 26,1 |
Was fällt auf? Der Mai 2026 brachte mit 29,4 °C die bisher höchste Spitzentemperatur des Jahres – und gleichzeitig die geringste mittlere Windgeschwindigkeit (3,2 m/s). Das sind perfekte Thermikwerte. Der Niederschlag war mit 46,3 mm moderat. Der Juni erreichte mit 39,1 °C fast Hitzerekordniveau, allerdings bei mehr Regen (68,6 mm) und etwas stärkeren Böen. Der Juli startete windig (4,5 m/s im Mittel) und vergleichsweise trocken (26,1 mm). Für Flieger bedeutet das: Der Mai war 2026 ein hervorragender Monat, aber der August historisch der beständigste.
Die 850 Tage im August sind kein Zufall. Sie stammen aus der täglichen Aufzeichnung von Temperatur, Sonnenscheindauer, Windstärke und Niederschlag – vier Faktoren, die zusammen die Flugtauglichkeit bestimmen. Die Schwelle von 20 °C maximale Tagestemperatur ist für die Thermikbildung entscheidend, sechs Sonnenstunden garantieren ausreichende Erwärmung, und unter 5 m/s mittlerer Wind liegt genau im Bereich, den Gleitschirme gut vertragen. Weniger als 1 mm Regen sorgt für trockene Luftmassen und stabile Aufwinde. Kein anderer Monat erfüllt diese Kriterien so oft wie der August.
Zum Vergleich: Im Januar 2026 lag die höchste Temperatur bei 11,1 °C, die Sonne blieb meist hinter Wolken – völlig ungeeignet. Der April zeigte mit 19,9 °C immerhin Annäherung an die 20‑Grad‑Marke, aber die Windgeschwindigkeit lag im Schnitt bei 4,0 m/s, was noch flugbar ist, aber seltener ideale Bedingungen bringt. Der August hingegen vereint Wärme und Ruhe.
Die Messreihe beginnt am 1. Januar 1936 und endet am 6. Juli 2026. Das sind neun Jahrzehnte durchgehender Wetterbeobachtung an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel – eine der am längsten betriebenen Referenzstationen Deutschlands. Die Daten unterliegen den Qualitätskontrollen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und stehen unter der Lizenz GeoNutzV. Für die Flugplanung heißt das: Die August‐Statistik ist robust. Wer im August fliegt, hat statistisch die höchste Wahrscheinlichkeit auf einen Tag mit stabiler Thermik – nämlich 850 von insgesamt rund 2790 Augusttagen seit 1936.
Quelle: DWD Climate Data Center (CDC) – Deutscher Wetterdienst. Daten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Werte der Thermik‐Kenntage aus der historischen Tagesreihe 1936–2026. Monatsdaten 2026 bis 6. Juli. Lizenz: GeoNutzV.
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