Aktualisiert: 2026-07-10
Am 3. Januar 1976 erlebte Berlin den windigsten Tag, an dem es gleichzeitig regnete: Eine mittlere Windgeschwindigkeit von 14,5 m/s wurde an der Station Berlin-Tempelhof gemessen. Das entspricht mehr als 52 km/h – ein Sturm, der Bäume durchschüttelte und Regenschauer waagrecht über die Stadt peitschte. Dieser Rekord gilt seit fast 50 Jahren und wurde bis heute nicht gebrochen.
Starker Regen und kräftiger Wind treten in Berlin oft gemeinsam auf, besonders in den Herbst- und Wintermonaten. Der Deutsche Wetterdienst hat für die Station Berlin-Tempelhof (Kennung 00433) einen lückenlosen Datensatz von 1948 bis Juli 2026 ausgewertet. Wir zeigen, wie sich diese beiden Wetterphänomene in der Hauptstadt zueinander verhalten.
Der absolute Spitzenreiter ist der 3. Januar 1976 mit 14,5 m/s. Dieser Tag sticht aus allen Regentagen seit Beginn der Aufzeichnungen heraus. Solche Extreme sind selten: An keinem anderen Tag mit Niederschlag wurde in der gesamten Messreihe eine höhere mittlere Windgeschwindigkeit erreicht.
Das Jahr 2023 zeigt, wie sich Wind und Niederschlag über die Monate verteilen. Die Tabelle fasst die Monatsmittelwerte zusammen:
| Monat | Niederschlag (mm/Tag) | Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| Januar | 2,1 mm | 4,1 m/s |
| Februar | 1,6 mm | 4,1 m/s |
| März | 2,2 mm | 3,9 m/s |
| April | 1,6 mm | 3,8 m/s |
| Mai | 0,5 mm | 3,9 m/s |
| Juni | 2,9 mm | 3,3 m/s |
| Juli | 2,4 mm | 3,5 m/s |
| August | 1,8 mm | 3,0 m/s |
| September | 0,7 mm | 2,6 m/s |
| Oktober | 3,9 mm | 3,5 m/s |
| November | 2,1 mm | 3,9 m/s |
| Dezember | 3,8 mm | 4,3 m/s |
Die Tabelle zeigt eine klare Tendenz: Die windigsten Monate sind Dezember (4,3 m/s), Januar (4,1 m/s) und Februar (4,1 m/s) – also der meteorologische Winter. Gleichzeitig fallen in diesen Monaten die höchsten Niederschlagsmengen: Der Oktober mit 3,9 mm und der Dezember mit 3,8 mm pro Tag führen die Liste an. Der September hingegen ist mit durchschnittlich 2,6 m/s der windschwächste Monat und auch der trockenste Herbstmonat (0,7 mm/Tag).
Die Daten bestätigen, was viele Berliner aus eigener Erfahrung kennen: Wenn es im Herbst und Winter regnet, weht oft ein kräftiger Wind mit. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit an Regentagen liegt im Winterhalbjahr konstant über 3,8 m/s, während sie im Sommer auf unter 3,5 m/s sinkt. Einzige Ausnahme ist der Mai, der mit 0,5 mm/Tag der trockenste Monat ist, aber mit 3,9 m/s noch relativ windig bleibt – hier handelt es sich meist um trockene, aber bewegte Luftmassen.
Der Rekord vom 3. Januar 1976 mit 14,5 m/s ist ein Ausreißer, der die normalen Verhältnisse weit übertrifft. Kein anderer Regentag in fast 80 Jahren Messgeschichte kam diesem Wert auch nur nahe. Ein solcher Tag ist ein plastisches Beispiel dafür, wie heftig die Kombination aus Regen und Wind in Berlin werden kann.
Die Messreihe für Berlin-Tempelhof umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1948 bis zum 6. Juli 2026. In diesen 78 Jahren wurden täglich Niederschlag und Windgeschwindigkeit erfasst. Die Datenbasis ist damit außergewöhnlich lang und zuverlässig.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station: Berlin-Tempelhof (Kennung 00433). Datenabruf: Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV.
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