Actualizado: 2026-07-10
Oberstdorf liegt im Herzen der Allgäuer Alpen und ist einer der beliebtesten Ausgangspunkte für Bergtouren in Deutschland. Wer eine mehrtägige Wanderung plant, stellt sich die Frage: In welchem Monat ist das Wetter am verlässlichsten, wo gibt es die meisten Niederschläge, und wie stark weht der Wind körpernah?
Der wärmste Bergmonat: Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur erreicht im Juni ihren Spitzenwert mit 24,7 °C maximaler Mittelwert. Kein anderer Monat im ersten Halbjahr kommt derart weit über die 20-Grad-Marke. Wer also die Nebelhorn- oder Fellhorn-Grate im Hochsommer besteigen will, kann sich auf angenehm warme Bedingungen einstellen – sofern die Wolkendecke nicht zu dicht liegt.
Auf der anderen Seite zeigt der Januar die tiefsten Minima: Die mittlere Tiefsttemperatur liegt bei -10,2 °C. Schneeschuhtouren sind dann möglich, aber für klassische Bergwanderungen ist es meist zu kalt und lawinengefährdet.
Die folgende Tabelle zeigt für jeden Monat die mittlere Temperatur, die Niederschlagsmenge (in Litern pro Quadratmeter, hier als Regenäquivalent) und die mittlere Windgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde. Die Daten stammen von der DWD-Station Oberstdorf (Kennung 03730) und decken das Klimanormalperioden-Fenster 1991–2020 ab.
| Monat | Mitteltemp. (°C) | Mittelregen (mm) | Mittelwind (m/s) |
|---|---|---|---|
| Januar | -2,5 | 3,7 | 1,5 |
| Februar | -1,5 | 3,5 | 1,6 |
| März | 2,3 | 4,1 | 1,8 |
| April | 6,7 | 3,4 | 1,9 |
| Mai | 11,1 | 5,1 | 1,9 |
| Juni | 14,8 | 6,3 | 2,0 |
| Juli | 16,4 | 6,5 | 1,9 |
| August | 16,0 | 6,5 | 1,8 |
| September | 11,9 | 4,8 | 1,6 |
| Oktober | 7,8 | 3,7 | 1,5 |
| November | 2,3 | 3,7 | 1,4 |
| Dezember | -1,4 | 4,1 | 1,6 |
Erkennbar: Die Monate Juli und August sind mit 16,4 °C beziehungsweise 16,0 °C Mitteltemperatur am wärmsten – gleichzeitig fallen dort durchschnittlich 6,5 mm Niederschlag pro Monatstag, der höchste Wert im Jahr. Für einen Gipfeltag bedeutet das: Es ist warm, aber man muss jederzeit mit einem Schauer rechnen. Der Wind bleibt mit 1,8 m/s beziehungsweise 1,9 m/s auf einem sehr moderaten Niveau – kaum störend, selbst auf exponierten Graten.
Der April fällt dagegen durch die geringste Niederschlagssumme auf: Nur 3,4 mm Mittelregen pro Tag. „Mittelregen“ bezeichnet hier die durchschnittliche tägliche Regenmenge an einem Tag mit messbarem Niederschlag? Nein – es ist der monatliche Tagesdurchschnitt aller Tage (Regen und Trockentage). Wer also den April für eine Tour wählt, hat statistisch die trockensten Bedingungen – allerdings bei noch frischen Temperaturen von 6,7 °C im Mittel.
Die Station Oberstdorf liefert auch hochaktuelle Werte. Für das Jahr 2026 liegen bis zum 6. Juli Daten vor. Die folgende Tabelle zeigt die mittleren Höchst- und Tiefsttemperaturen, die gesamte Niederschlagsmenge und die mittlere Windgeschwindigkeit für die Monate, die bisher berechnet werden konnten.
| Monat | Mittleres Maximum (°C) | Mittleres Minimum (°C) | Niederschlag insgesamt (mm) | Mittelwind (m/s) |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 2,6 | -10,2 | 72,4 | 1,5 |
| Februar | 7,0 | -3,5 | 186,0 | 1,8 |
| März | 10,8 | -3,2 | 88,7 | 2,0 |
| April | 15,7 | 0,4 | 35,6 | 2,1 |
| Mai | 20,2 | 3,8 | 93,4 | 2,4 |
| Juni | 24,7 | 9,8 | 109,3 | 2,3 |
| Juli (bis 6.7.) | 23,2 | 10,0 | 32,1 | 2,3 |
Der Februar 2026 sticht mit einer Niederschlagssumme von 186,0 mm heraus – das ist mehr als doppelt so viel wie im Januar oder März. Wer im Februar eine Skitour plant, sollte mit tiefem Schnee rechnen; für Wanderungen sind die Minima von -3,5 °C noch knapp im winterlichen Bereich, aber die Höchstwerte von 7,0 °C können schon Tauwetter auf steilen Wegen bedeuten.
Die mittlere Windgeschwindigkeit erreicht im April und Mai mit 2,1 m/s beziehungsweise 2,4 m/s die höchsten Werte des ersten Halbjahres. 2,4 m/s entspricht einer leichten Brise (Windstärke 2) und ist auf einem Gipfel vielleicht spürbar, aber bei weitem nicht gefährlich. Für alpine Touren über 2000 m sollte man dennoch immer mit lokalen Böen rechnen – die Stationsdaten gelten für das Tal.
Addiert man die Faktoren Temperatur (mindestens 15 °C Maximum), Regen (weniger als 5 mm Mittelregen pro Tag) und Wind (unter 2,0 m/s), so ergibt sich ein klares Muster:
Der Juni bietet zwar mit 14,8 °C die höchste Mitteltemperatur (nach Juli/August), aber auch 6,3 mm Regen – ähnlich wie im Hochsommer. Die 2,0 m/s Wind liegen noch im komfortablen Bereich.
Die Station Oberstdorf zeichnet nach Angaben des DWD seit dem 1. Januar 1910 Wetterdaten auf. Die aktuellsten vorhandenen Messungen stammen vom 6. Juli 2026 (Stand der Abfrage). Das bedeutet: Für über 116 Jahre liegt eine konsolidierte Datenbasis vor, auf der die Klimanormalen und die aktuellen Monatswerte fussen. Wer eine fundierte Entscheidung für seine Bergtour treffen will, kann sich auf diese Langzeitreihen verlassen.
Praktischer Tipp: Wer die Niederschlagsarmut des April mit den warmen Gipfeln des Juli kombinieren möchte, dem sei der Zeitraum von Mitte Juni bis Ende August empfohlen – mit dem Wissen, dass vor allem nach Gewittern im Juli und August mit kurzen, heftigen Schauern zu rechnen ist. Der Wind spielt in der Regel keine Rolle; selbst der höchste Mittelwert von 2,4 m/s (Mai) bedeutet im Tal nur ein leichtes Lüftchen.
Quellen: DWD Climate Data Center (CDC) – Monatsmittelwerte 1991–2020 und aktuelle Monatswerte 2026 für die Station Oberstdorf (Kennung 03730). Datenstand: 10. Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV.
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