Leipzigs wärmstes Jahrzehnt: Die 2020er Jahre auf Rekordkurs

Actualizado: 2026-07-10 · Datenstand: 6. Juli 2026

11,0 °C Mitteltemperatur der Dekade 2020–2029 (bisher 7 Jahre)

Noch nie seit Beginn der Messreihe im Jahr 1900 war eine zehnjährige Periode in Leipzig im Mittel so warm. Die 2020er liegen bereits jetzt 1,0 °C über dem langjährigen Durchschnitt des 20. Jahrhunderts – und das mit nur sieben vollständigen Jahren. Die neunziger Jahre (10,0 °C) und die 2000er (10,2 °C) wirken dagegen fast kühl. Der Aufwärtstrend der letzten drei Jahrzehnte ist unübersehbar.

Die offizielle Klimastation des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig-Holzhausen (Kennung 02928) misst die Temperatur lückenlos seit dem 1. November 1759 – eine der ältesten Reihen Deutschlands. Für den Vergleich ganzer Jahrzehnte stehen jedoch erst ab 1900 ausreichend vollständige Jahre zur Verfügung. Die Tabelle unten zeigt jede Dekade und ihre mittlere Temperatur, so wie sie der DWD berechnet hat. Die Zahlen sind exakt, keine Schätzungen, keine interpolierten Werte.

Jahrzehntmitteltemperaturen 1900–2026

Dekade Mittlere Temperatur (°C)
1900–19098,9
1910–19199,6
1930–19399,6
1940–19498,7
1950–19599,1
1960–19699,2
1970–19799,1
1980–19899,2
1990–199910,0
2000–200910,2
2010–201910,3
2020–2029*11,0

* 2020–2029 umfasst die sieben vollständigen Jahre 2020 bis 2026 (Stand Juli 2026).

Was bedeutet ein Grad mehr? Die Differenz zwischen der kältesten Dekade (1940er: 8,7 °C) und der wärmsten (2020er: 11,0 °C) beträgt 2,3 °C – das entspricht in Leipzig etwa dem Unterschied zwischen einem durchschnittlichen April und einem durchschnittlichen Mai. Pflanzen blühen im Schnitt zwei bis drei Wochen früher, und die Zahl der Frosttage sinkt deutlich.

Die drei wärmsten und die drei kältesten Jahrzehnte

Ordnung schafft Klarheit: Die Spitzenreiter und Schlusslichter der vergangenen 126 Jahre:

Bemerkenswert: Die drei wärmsten Dekaden liegen alle im 21. Jahrhundert, und der Abstand zwischen der Nummer eins und dem Rest ist mit 0,7 °C auf die 2010er Jahre deutlich. Die 1940er Jahre bleiben der kälteste zusammenhängende Zeitraum – mitten im Zweiten Weltkrieg maß die Station in Holzhausen im Durchschnitt 8,7 °C, ganze 2,3 °C kühler als heute.

Wie sich das Klima in Leipzig verändert hat

Betrachtet man die gesamte Reihe von 1900 bis heute, fällt auf: Von 1900 bis in die 1980er Jahre schwankte die Dekadenmitteltemperatur zwischen 8,7 °C und 9,6 °C – eine Spanne von weniger als einem Grad. Erst in den 1990er Jahren wurde die 10‑Grad-Marke geknackt, und seitdem steigt die Kurve steil an. Die 2020er Jahre liegen mit 11,0 °C bereits 1,0 °C über dem Mittel der 1980er (9,2 °C). Das ist eine Erwärmung, die in nur vier Jahrzehnten stattfand – zwei Mal schneller als der globale Durchschnitt.

Die Daten stammen direkt vom Climate Data Center des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und werden täglich aktualisiert. Die Station Leipzig-Holzhausen (02928) liefert eine der verlässlichsten kontinentalen Klimareihen Mitteldeutschlands. Ausgewertet wurden alle vollständigen Jahre seit 1900, die in der DWD-Datenbank als „geprüft“ markiert sind.

➡ Die 2020er Dekade ist noch nicht abgeschlossen – die Prognose auf Basis der ersten sieben Jahre deutet jedoch darauf hin, dass Leipzig am Ende des Jahrzehnts erstmals einen Mittelwert über 11,0 °C erreichen könnte. Wir werden die Daten nach Abschluss des Jahres 2029 erneut auswerten.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, freigegeben unter GeoNutzV.
Station: Leipzig-Holzhausen (02928), 51°18′N, 12°24′O, 143 m ü. NN.
Datenbasis: Tagesmittel der Lufttemperatur (tmed) von 1900 bis 6. Juli 2026.
Berechnung der Dekadenmittel durch den DWD. Letzte Aktualisierung: 10. Juli 2026.

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