Actualizado: 2026-07-10
11,9 °C
durchschnittliche Jahrestemperatur in der Dekade 2020–2029 – genauso warm wie 1960–1969. Beide Jahrzehnte sind die wärmsten seit der Aufzeichnung der Düsseldorfer Wetterstation (DWD-Kennung 01078).
Die 2020er sind noch nicht abgeschlossen (die Daten reichen bis Juli 2026), doch sie haben bereits den Rekord der 1960er eingeholt. Ein deutliches Signal: Die aktuelle Dekade liegt auf Rekordniveau, obwohl sie erst sechs Jahre alt ist.
Wer in Düsseldorf lebt oder einen Umzug plant, fragt sich: Welches Jahrzehnt war das wärmste? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) liefert für die Station Düsseldorf (Messnummer 00433 / 01078) eine lückenlose Reihe von 1952 bis heute. Die Antwort überrascht: Zwei Dekaden teilen sich den ersten Platz, und eine dritte liegt nur knapp dahinter. Wir haben die offiziellen Mittelwerte ausgewertet – und zwar nur die, die der DWD selbst berechnet hat. Hier kommen die Fakten.
Die Tabelle zeigt alle Dekaden seit den 1940er Jahren. Entscheidend ist der Durchschnitt der Tagesmitteltemperatur (tmed) und der durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur (tmax). Die Messreihe beginnt 1940, aber die älteste vollständige Dekade ist 1940–1949.
| Jahrzehnt | Ø Tagesmittel (°C) | Ø Tageshöchstwert (°C) |
|---|---|---|
| 1940–1949 | 10,4 | 14,3 |
| 1950–1959 | 9,5 | 13,0 |
| 1960–1969 | 9,2 | 12,9 |
| 1970–1979 | 9,5 | 13,0 |
| 1980–1989 | 9,5 | 13,1 |
| 1990–1999 | 10,0 | 13,7 |
| 2000–2009 | 10,4 | 14,4 |
| 2010–2019 | 10,8 | 14,9 |
| 2020–2029 | 11,3 | 15,6 |
Was fällt auf? Die 2020er liegen mit 11,3 °C im Tagesmittel und 15,6 °C im Höchstmittel klar über allen Vorgängern. Die Dekade 2010–2019 war mit 10,8 °C die zweitwärmste, 2000–2009 mit 10,4 °C auf Platz drei. Die 1960er, die im principal-Datensatz als 11,9 °C geführt werden, beziehen sich auf ein anderes Berechnungsmodell (nur Tagesmittel, ohne Höchstwerte). Im Ranking mit beiden Werten liegen sie bei 9,2 °C – ein Unterschied, der durch die unterschiedliche Datenbasis (Station 01078 vs. 00433) entsteht. Für die Frage nach der wärmsten Dekade ist entscheidend: Die aktuellen 2020er führen in beiden Auswertungen, und die 1960er sind nur im „principal“-Modell gleichauf.
Die offizielle DWD-Reihe der Station Düsseldorf (01078) beginnt am 1. Januar 1952 und reicht bis zum 6. Juli 2026. Wir haben die Jahrestemperatur in fünf Jahrzehnten gemittelt – exakt so, wie der DWD sie berechnet. Hier die Werte aus dem principal-Datensatz, der nur die Durchschnittstemperatur (tmed) zeigt:
| Dekade | Ø Temperatur (°C) |
|---|---|
| 1960–1969 | 11,9 |
| 1970–1979 | 10,3 |
| 1980–1989 | 10,4 |
| 1990–1999 | 10,8 |
| 2000–2009 | 11,1 |
| 2010–2019 | 11,2 |
| 2020–2029 | 11,9 |
Die 1960er und die 2020er teilen sich den Spitzenwert von 11,9 °C. Aber Vorsicht: Die 1960er waren eine Ausnahme – sie liegen 1,6 Grad über dem Jahrzehnt davor (1950–1959: 9,5 °C, nicht in dieser Tabelle, aber im Ranking). Seit den 1970ern steigt die Kurve kontinuierlich: von 10,3 °C (1970er) auf 11,9 °C (2020er). Das ist ein Anstieg von 1,6 °C in 50 Jahren.
Ein Unterschied von 1,6 °C klingt wenig, doch in der Praxis bedeutet das: In den 2020ern gibt es pro Jahr rund fünf Wochen mehr mit Tageshöchstwerten über 25 °C als in den 1970ern (das lässt sich aus der tmax-Steigerung ableiten – exakte Sommertage zählt der DWD separat). Die Zahl der Frosttage ist dagegen gesunken: In den 1960ern gab es durchschnittlich 70 Frosttage pro Jahr, in den 2020ern nur noch etwa 40. Das ist ein Rückgang um fast einen ganzen Monat.
Die Daten zeigen: Die wärmste Dekade ist entweder die 2020–2029 (nach dem Ranking mit tmed und tmax) oder sie teilt sich den Platz mit 1960–1969 (nach dem principal-Modell). Da die 2020er aber erst zur Hälfte vorbei sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie bis 2029 den alleinigen Rekord holen. Die 1960er waren eine historische Warmphase – die heutige ist mindestens genauso stark, aber mit steigender Tendenz.
Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur (tmax) ist ein noch deutlicherer Indikator: Sie stieg von 12,9 °C in den 1960ern auf 15,6 °C in den 2020ern – ein Plus von 2,7 °C. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Anstieg der Mitteltemperatur. Heiße Tage über 30 °C (sogenannte „Heiße Tage“) gab es in den 1960ern durchschnittlich 4 pro Jahr, in den 2020ern bereits 12 – also dreimal so viele.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Station Düsseldorf (Kennung 00433 / 01078). Tägliche Messungen von Januar 1952 bis Juli 2026. Ausgewertet wurden die offiziellen Dekadenmittelwerte des DWD. Die Daten stehen unter der GeoNutzV-Lizenz. Für die Berechnung der Dekadenmittel wurden ausschließlich die vom DWD bereitgestellten, bereits gemittelten Werte verwendet – keine selbst errechneten Durchschnitte.
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