Wärmste Nacht in Hamburg: Der absolute Rekord

Aktualisiert: 2026-07-10 — Daten von der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel (1936–2026)

In der Nacht zum 28. Juli 1994 fiel die Temperatur in Hamburg-Fuhlsbüttel nie unter 24,4 °C. Das ist die höchste je gemessene Tiefsttemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1936. Damals lag eine rekordverdächtige Warmluftmasse über Norddeutschland, die selbst nach Sonnenuntergang kaum abkühlte. Die Station Hamburg-Fuhlsbüttel, offizielle Klimareferenz des DWD, registrierte diesen Wert weit nach Mitternacht – eine Nacht, die sich anfühlte wie ein lauer Sommertag, nur ohne Sonne. Seit über 30 Jahren wurde dieser Wert nicht mehr übertroffen.

Eine Tiefsttemperatur von 24,4 °C bedeutet: Selbst in den kühlsten Stunden der Nacht blieb es auf dem Niveau eines warmen Frühsommer-Nachmittags. Wer damals in Hamburg schlafen wollte, musste ohne dicke Decke auskommen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Tiefsttemperatur im Juli liegt hier bei 12,7 °C – die Rekordnacht war also fast 12 °C wärmer als eine normale Julinacht.

Die fünf wärmsten Nächte aller Zeiten

Der Spitzenreiter vom Juli 1994 ist nicht der einzige Extremwert. Die folgenden fünf Daten zeigen, wie selten und wie hoch die wärmsten Nächte in Hamburg tatsächlich ausfallen:

Datum Tiefsttemperatur (°C)
28. Juli 199424,4
5. August 199423,0
27. Juni 202622,6
11. August 197522,4
29. Juli 196921,9

Bemerkenswert: Gleich die ersten beiden Plätze fallen in dasselbe Jahr 1994. Damals gab es in Hamburg eine regelrechte Hitzewelle, die gleich zwei Nächte mit extremer Wärme brachte. Und erst im Jahr 2026, also 32 Jahre später, näherte sich mit 22,6 °C wieder ein Wert der 23‑Grad‑Marke.

Wärmste Nacht – Monat für Monat

Die Rekordnacht im Juli ist kein Ausreißer. Jeder Monat hat seine eigene höchste Tiefsttemperatur. Und während die Rekorde im Winter noch im einstelligen Bereich liegen, steigen sie ab Mai deutlich an:

Monat Rekord (°C) Mittlere Tiefsttemp. (°C)
Januar11,0−1,7
Februar11,5−1,5
März11,30,5
April16,23,3
Mai18,47,2
Juni22,610,5
Juli24,412,7
August23,012,4
September18,59,6
Oktober16,76,2
November14,32,6
Dezember11,4−0,2

Die Extreme schwanken erheblich: Im Januar beträgt der Rekord 11,0 °C, aber die durchschnittliche Tiefsttemperatur liegt bei −1,7 °C. Eine Nacht mit 11,0 °C im Januar ist also eine absolute Anomalie – fast so warm wie eine normale Aprilnacht. Im Juni und Juli hingegen kratzen die Rekorde an der 25‑Grad‑Marke.

Jedes Jahr seine wärmste Nacht: Eine Übersicht von 1936 bis 2026

Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr die höchste jemals gemessene Tiefsttemperatur. Die Spitzenreiter heben sich deutlich ab: 1994 bleibt unangefochten, die Jahre 1975, 2026 und 1969 folgen mit Abstand. Nur in zwei Jahren (1994 und 2026) wurde die 22‑Grad‑Schwelle überschritten.

193617.4194720.6195816.8196921.9198017.5199120.0200218.6201318.3202418.9202622.62416
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

Jahr Höchste Tiefsttemp. (°C)
194121,5
196215,5
196921,9
197522,4
199424,4
201021,6
202622,6
Record temperatura nocturna · 1936–2026 (91 anios) — pasa el raton sobre cada barra

Besonders auffällig: Die 1940er- und 1950er-Jahre brachten nur selten Nächte über 20 °C. Der erste richtige Ausreißer gelang 1941 mit 21,5 °C. Danach folgte eine lange Durststrecke – erst 1969 knackte wieder ein Jahr die 21‑Grad‑Marke. Seit den 1990ern treten Werte über 20 °C häufiger auf, aber die absolute Bestmarke von 24,4 °C bleibt einsam an der Spitze.

Warum 24,4 °C so besonders ist

Eine Tiefsttemperatur von über 24 °C ist in Hamburg extrem selten. Die durchschnittliche Tiefsttemperatur im Juli beträgt 12,7 °C – der Rekord liegt also fast 12 °C über dem Normalwert. Um das einzuordnen: Eine solche Nacht entspricht etwa der durchschnittlichen Höchsttemperatur eines Julitages in Hamburg. Es ist, als würde die Sonne nie ganz untergehen – zumindest thermisch gesehen.

Der Rekord vom 28. Juli 1994 ist auch deshalb bemerkenswert, weil er nicht nur den höchsten Wert der gesamten Messreihe darstellt, sondern auch den zweit- und dritthöchsten Wert innerhalb weniger Tage hervorbrachte (23,0 °C am 5. August 1994). Damals herrschte eine außergewöhnlich stabile und heiße Wetterlage, die Hamburg gleich zwei Nächte mit Temperaturen über 23 °C bescherte.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center. Offizielle Klimadaten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Indikativ 01975). Zeitraum: 1. Januar 1936 bis 6. Juli 2026. Die Daten unterliegen der Lizenz GeoNutzV. Alle Angaben ohne Gewähr.

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