Aktualisiert: 2026-07-10
23,9 °C
das ist der höchste je gemessene Tiefstwert (Nachtminimum) an der Station Berlin-Tempelhof
Die Nacht vom 1. August 2018 war so mild, dass die Temperatur selbst nach Sonnenuntergang nicht unter 23,9 Grad fiel. Das ist nicht nur ein Rekord für Berlin – es ist ein Wert, der sonst eher an der Côte d’Azur oder in den Tropen vorkommt. Eine typische Augustnacht in der Hauptstadt liegt im Mittel bei 14,2 Grad. Diese Nacht war also um fast 10 Grad wärmer als normal.
Seit der Inbetriebnahme der Wetterstation Berlin-Tempelhof im Jahr 1948 zeichnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) die täglichen Minimumtemperaturen auf. Im Sommer 2018, einer der heißesten Perioden Mitteleuropas, wurde dieser Allzeitrekord aufgestellt und hält bis zum letzten Datenpunkt (7. Juli 2026) ungeschlagen an.
Nur ganz wenige Nächte in der 78-jährigen Messreihe haben die 22-Grad-Marke geknackt. Die folgende Liste zeigt die Riege der Extremnächte:
| Datum | Temperaturminimum (°C) |
|---|---|
| 2018-08-01 | 23,9 |
| 2026-06-28 | 23,7 |
| 2010-07-11 | 23,4 |
| 1992-08-10 | 22,7 |
| 2018-08-02 | 22,7 |
Bemerkenswert: Gleich zwei der fünf wärmsten Nächte liegen im August 2018 (am 1. und 2. August). 23,9 °C bleiben der uneingeschränkte Spitzenreiter, nur knapp gefolgt von 23,7 °C im Juni 2026 – ein Wert, der erst vor wenigen Tagen gemessen wurde.
Jeder Monat hat seine eigene extrem warme Nacht. Die Tabelle zeigt, wie hoch das Minimum im jeweiligen Monat jemals gestiegen ist, und zum Vergleich die langjährige Durchschnittstemperatur der Nächte (Normperiode 1961–1990).
| Monat | Rekord-Minimum (°C) | Durchschnittliches Minimum (°C) |
|---|---|---|
| Januar | 10,5 | −1,9 |
| Februar | 11,2 | −1,5 |
| März | 11,2 | 1,0 |
| April | 16,4 | 4,6 |
| Mai | 19,7 | 9,1 |
| Juni | 23,7 | 12,7 |
| Juli | 23,4 | 14,6 |
| August | 23,9 | 14,2 |
| September | 20,2 | 10,8 |
| Oktober | 16,4 | 6,7 |
| November | 14,4 | 2,6 |
| Dezember | 11,8 | −0,4 |
Die Spanne ist enorm: Im Januar und Februar liegen die Rekordnächte zwischen 10,5 und 11,2 Grad – das fühlt sich wie eine laue Frühlingsnacht an. In den Sommermonaten Juni bis August hingegen klettert das historische Minimum auf über 23 Grad. Der absolute Spitzenreiter August mit 23,9 Grad ist gleichzeitig der Monatsrekord des ganzen Jahres.
Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr, wie warm die wärmste Nacht war. Deutlich zu erkennen: Seit den 1990er Jahren treten vermehrt Nächte über 22 Grad auf, während in den 1960er und 1970er Jahren Werte um 18 bis 20 Grad die Regel waren.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Wärmste Nacht (°C) | Jahr | Wärmste Nacht (°C) | Jahr | Wärmste Nacht (°C) |
|---|---|---|---|---|---|
| 1952 | 21,0 | 1979 | 19,5 | 2006 | 22,6 |
| 1953 | 22,1 | 1980 | 19,4 | 2007 | 21,8 |
| 1956 | 18,2 | 1983 | 20,4 | 2010 | 23,4 |
| 1964 | 19,7 | 1991 | 20,6 | 2018 | 23,9 |
| 1966 | 20,5 | 1993 | 18,5 | 2020 | 21,7 |
| 1971 | 21,3 | 1998 | 19,7 | 2025 | 18,0 |
| 1972 | 20,7 | 1999 | 20,0 | 2026 | 23,7 |
Die Spitzenreiter aus den Jahren 2018 (23,9 °C), 2026 (23,7 °C) und 2010 (23,4 °C) sind alle jünger als 20 Jahre. Das unterstreicht den Trend: Die wärmsten Nächte treten gehäuft in den letzten beiden Jahrzehnten auf. Das Jahr 1953 mit 22,1 Grad war damals eine absolute Ausnahme – heute ein Wert, der nur noch knapp unter der Top-5-Liste liegt.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen um 3 Uhr morgens ohne Jacke vor die Tür – und schwitzen. In einer normalen Augustnacht in Berlin kühlt es auf durchschnittlich 14 Grad ab, die Luft wird frisch. Bei 23,9 Grad hingegen bleibt es selbst im Freien drückend warm. Die nächtliche Abkühlung fällt praktisch aus. Solche Bedingungen nennt man "Tropennacht", wenn das Minimum nicht unter 20 Grad fällt. Der Berliner Rekord liegt fast 4 Grad darüber.
Datenquelle: DWD – Climate Data Center (CDC), Station Berlin-Tempelhof (Indikativ 00433). Zeitreihe 1948-01-01 bis 2026-07-06. Alle Temperaturen in °C, gemessen als tägliches Minimum (Tmin). Kennzahlen nach DWD-Kenntag-Verfahren. Lizenz: GeoNutzV.
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