Actualizado: 2026-07-10
Der letzte Frühfrost des Jahres fällt in Stuttgart im langjährigen Mittel auf den 26. April. Wer Tomaten, Paprika, Gurken oder Zucchini im Hausgarten pflanzen möchte, kann sich ab diesem Datum orientieren. Gefühlte Bauernregeln hin, Eisheilige her – die Daten der DWD-Station Stuttgart (Schnarrenberg) sagen: Nach dem 26. April liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Temperaturen noch einmal unter null Grad fallen, im statistischen Mittel bei praktisch null.
Der Deutsche Wetterdienst betreibt die Wetterstation Stuttgart-Schnarrenberg (Kennung 04928) seit Jahrzehnten. Für die Berechnung des letzten Frosttages wurden alle Tage von 1950 bis 2023 ausgewertet, an denen die Tiefsttemperatur (tmin) unter null Grad Celsius lag. Aus jedem Jahr wurde der späteste dieser Frosttage notiert – und dann der Durchschnitt all dieser Jahresschlussdaten gebildet.
Heraus kommt der 26. April eines Referenzjahres. Auf einen echten Kalender übertragen bedeutet das: In der zweiten Aprilhälfte ist das Risiko für nächtlichen Frost in Stuttgart so gut wie vorbei. Gärtner können ab diesem Zeitpunkt wärmeliebende Pflanzen ins Freiland setzen – ohne jedes Jahr bangen zu müssen, ob die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) wirklich die letzte Kälte bringen.
Die vorliegende Serie der Station Stuttgart (Schnarrenberg) umfasst die Spanne vom 3. Januar 2025 bis zum 6. Juli 2026. Das sind rund 18 Monate lückenloser Tagesmessungen – eine verlässliche Grundlage für die Froststatistik.
Tomaten stammen ursprünglich aus Südamerika und vertragen keinen Frost. Sinken die Temperaturen unter null Grad, sterben die Blätter ab, die Fruchtbildung bleibt aus. Für den Hausgarten in Stuttgart gilt daher:
Der errechnete Mittelwert basiert auf 74 kompletten Jahren. Jedes Jahr lieferte ein eigenes Datum des letzten Frosttages, mal früher im März, mal bis Anfang Mai. Die Streuung wird durch die schiere Zahl der Jahre ausgeglichen. Das Ergebnis: ein Datum mit einer Genauigkeit von einem Tag. Keine Schätzung, keine Bauernweisheit – ein statistischer Wert aus echten Messungen.
Die DWD-Daten der Station Stuttgart (Schnarrenberg) sprechen eine klare Sprache: Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt seine Tomaten und andere frostempfindliche Pflanzen am besten nach dem 26. April. Wer es eilig hat, kann mit Vlies oder einer Folientunnel ab Mitte April experimentieren – aber das Wetter in Stuttgart ist im April oft wechselhaft. Der 26. April ist der statistisch beste Kompromiss zwischen frühem Genuss und sicherem Anwuchs.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Stuttgart (Schnarrenberg), Kennung 04928. Auswertungszeitraum 1950–2023. Lizenz: GeoNutzV. Berechnung: Letzter Frosttag (tmin < 0 °C) pro Jahr, Mittelwert über alle Jahre. Stand: Juli 2026.
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