Temperatursprung in Leipzig: der Tag mit dem größten Abstand zwischen Hitze und Nachtkälte

Aktualisiert: 2026-09-27

Am 14. August 2026 kletterte die Lufttemperatur an der DWD-Station Leipzig-Holzhausen auf 34,1 °C am Nachmittag. Noch in derselben Nacht fiel sie auf 10,4 °C. Zwischen beiden Werten liegt eine Amplitude von 23,7 Grad.

Die größte Tagesspanne der Lufttemperatur, die für Leipzig-Holzhausen gemessen wurde – ein Tag, der zwei Jahreszeiten in 24 Stunden packt.

Datenreihe mit Unterbrechung: keine Daten zwischen 1771 und 1809; die Auswertung deckt die gemessenen Zeiträume ab (1760-2025). Daten aus 1760-1771 und 1809-2025.

Wer an diesem 14. August 2026 in Leipzig früh zur Arbeit ging, brauchte eine Jacke. Wer mittags auf dem Markt stand, suchte den Schatten. 34,1 °C am einen Ende, 10,4 °C am anderen – dazwischen liegen 23,7 Grad, und genau diese Spanne macht den Tag zum außergewöhnlichsten seiner Art in der Leipziger Messreihe.

Tagestemperatur spanne: Was der Rekord bedeutet

Die Tagesspanne, meteorologisch als Amplitude zwischen Tageshöchst- und Tagestiefstwert bezeichnet, ist mehr als eine Zahl. Sie beschreibt, wie stark sich die bodennahe Luft innerhalb eines Tages aufheizen und wieder abkühlen kann. Große Spannen entstehen, wenn kräftige Sonneneinstrahlung am Tag und klare, trockene Luft in der Nacht zusammenkommen. Der Boden gibt dann nachts seine Wärme ungebremst an den Himmel ab.

Der Leipziger Wert von 23,7 Grad an einem einzigen Tag zeigt, dass die Region am 14. August 2026 genau diese Bedingungen hatte: viel Sonne am Tag, kaum Bewölkung in der Nacht, und eine trockene Luftmasse, die beide Extreme zuließ.

Der nationale Vergleich: wo Leipzig steht

Um die Leipziger Spanne einzuordnen, hilft der Blick über Sachsen hinaus. Die größten Tagesspannen Deutschlands treten nicht in den Städten des Flachlands auf, sondern in den Beckenlagen des Alpenvorraums, wo sich in klaren Winternächten besonders kalte Luft sammelt.

StationBundeslandDatumAmplitude
Leipzig-HolzhausenSachsen2026-08-1423,7
Krumbach-EdenhausenBayern1968-01-1432,9
Berchtesgaden (KKst)Bayern1968-01-1431,6
Jena (Sternwarte)Thüringen1841-02-0431,5
RosenheimBayern1968-01-1431,0
Berlin-FriedrichshagenBerlin1952-07-0230,5
Altomünster-MaisbrunnBayern1968-01-1430,4
KarlshuldBayern1959-09-2130,1
KemptenBayern1968-01-1430,1
NiederstotzingenBaden-Württemberg1968-01-1430,1
DömitzMecklenburg-Vorpommern1911-09-1329,9

Die Tabelle zeigt die bundesweite Spitzengruppe nach Stationen. Leipzig steht mit 23,7 Grad nicht in dieser Nationalspitze – die extremsten Fälle liegen alle bei 29,9 Grad oder darüber, angeführt von Krumbach-Edenhausen in Bayern mit 32,9 Grad am 14. Januar 1968, als eine eisige Hochdrucklage dem Alpenvorland einen extremen Tagesgang bescherte. Bemerkenswert ist, wie oft der 14. Januar 1968 in dieser Liste auftaucht: Krumbach-Edenhausen, Berchtesgaden, Rosenheim, Altomünster-Maisbrunn, Kempten und Niederstotzingen erlebten an diesem einen Tag alle ihre Spitzenwerte.

Für Leipzig selbst bleibt der 14. August 2026 der Tag mit der größten gemessenen Tagesspanne. Dass dieser Rekord aus einem Sommer stammt und nicht aus einem strahlungsreichen Wintertag, ist typisch für das Tiefland: Hier sind es die langen Tage mit starker Einstrahlung und wolkenfreien Nächten, die die Extreme liefern.

Warum diese Spanne für den Leipziger Alltag zählt

23,7 Grad Unterschied an einem Kalendertag bedeuten für die Menschen vor Ort eine echte Zwei-Kleidungs-Frage: morgens kühl, mittags heiß. Für Landwirte, Bauarbeiter oder alle, die früh draußen arbeiten, ist dieser Wert mehr als eine Wetterstatistik – er entscheidet über Frostschutz in den frühen Stunden und Schattenpausen zur Mittagszeit. Auch für die Stadtplanung spielt die tägliche Amplitude eine Rolle, etwa bei der Frage, wie stark sich Plätze und Straßen im Sommer aufheizen und nachts wieder abkühlen.

Die Messreihe

Die Station Leipzig-Holzhausen liefert Daten, die bis ins 18. und 19. Jahrhundert zurückreichen. Für den Vergleich der Tagesspannen stehen für die Station vollständige Messungen aus den Jahren 1760 bis 1771 und 1809 bis 2025 her

Wer heute auf die Werte von damals schaut, sieht, wie sich die Extreme über die Generationen verteilen: Die eine Spitze stammt aus dem 19. Jahrhundert (Jena, 1841), ein ganzes Bündel aus dem Januar 1968, eine weitere aus dem Juli 1952. Der Leipziger Spitzenwert fügt sich als jüngster Eintrag in diese Reihe ein.

Die Tagesspannen im Überblick

DatumTageshöchstwert (°C)Tagestiefstwert (°C)Tagesspannung (Grad)
2026-08-1434,110,423,7

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station Leipzig-Holzhausen (Sachsen). Auswertungszeitraum 1760–1771 und 1809–2025.

HistoClima-Werkzeuge: entdecke das Wetter an deinem Geburtstag, eurem Hochzeitstag oder die Statistik deiner Geburtstagswoche.

Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act