Datenbasis: DWD Climate Data Center, Station Köln-Stammheim (02968) – Zeitraum 1945–2024 • Aktualisiert: 10. Juli 2026
Das sind etwa 3 bis 4 Tage pro Sommer, an denen es gleichzeitig über 30 Grad heiss ist und die Luftfeuchte über 60 % liegt – ein klassisches „Schwüle-Gefühl“. Der Wert stammt aus der langjährigen Reihe der DWD-Station Köln-Stammheim, die seit 1945 durchgehend Daten liefert.
Wer in Köln lebt oder die Stadt im Hochsommer besucht, kennt das Gefühl: Die Temperatur klettert über 30 °C, aber die Luft bleibt schwer und feucht. Der DWD definiert solche Tage als heisse Schwüle – wenn die Höchsttemperatur mindestens 30 °C erreicht und die mittlere relative Luftfeuchte bei 60 % oder mehr liegt. Dann fühlt sich die Wärme oft drückender an, der Körper schwitzt mehr, und das Wohlbefinden sinkt.
Im langjährigen Mittel – über 79 Jahre, vom 1. Januar 1945 bis zum 31. August 2024 – registrierte die Station Köln-Stammheim 3,4 solcher Tage pro Jahr. Das klingt nach wenig, doch es ist der Durchschnitt über alle Jahre. In manchen Sommern gibt es gar keine schwülen Hitzetage, in anderen gleich mehrere.
Platz 1 der schwüle-heissen Stationen in Deutschland belegt Wutöschingen-Ofteringen (Baden-Württemberg) mit durchschnittlich 21,0 Tagen pro Jahr – mehr als sechsmal so viel wie in Köln. Die Top-10 zeigt, dass solche Bedingungen vor allem im Südwesten und Süden auftreten. Köln liegt mit 3,4 Tagen im unteren Mittelfeld, aber verglichen mit Norddeutschland ist der Wert noch spürbar.
| Rang | Station | Bundesland | Tage/Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 | Wutöschingen-Ofteringen | Baden-Württemberg | 21,0 |
| 2 | Wolfach | Baden-Württemberg | 16,5 |
| 3 | Ihringen | Baden-Württemberg | 14,7 |
| 4 | Piding | Bayern | 14,0 |
| 5 | Mühlacker | Baden-Württemberg | 13,8 |
(Top 5 des Bundesweiten Rankings; Daten: DWD, alle Stationen mit vollständiger Reihe)
Im Vergleich dazu: Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) liegt auf Rang 10 mit 12,5 Tagen pro Jahr – das ist mehr als das Dreifache von Köln. Das zeigt, wie kleinräumig das Phänomen wirkt: Schon innerhalb Nordrhein-Westfalens gibt es deutliche Unterschiede, abhängig von Tallage, Bodenfeuchte und lokaler Zirkulation.
Die Zahl 3,4 ist der Mittelwert. Tatsächlich treten Jahre mit null Tagen genauso auf wie Jahre mit einer gehäuften Anzahl. In besonders heissen Sommern (etwa 2003, 2018 oder 2022) wurden in Köln bis zu 10–14 solcher Tage registriert – also zwei Wochen drückende Hitze. In kühleren Jahren kann es auch völlig ausbleiben. Ein einzelner Schwületag fühlt sich für den Körper an wie ein Bad in warmer, feuchter Luft: Der Luftdruck scheint zu drücken, und selbst im Schatten kühlt die Haut kaum ab.
Die Grundlage dieser Analyse liefert der DWD mit der Station Köln-Stammheim (Indikativ 02968), deren Datenreihe lückenlos seit 1945 vorliegt. Die Messung von Temperatur und Luftfeuchte erfolgt nach internationalem Standard in 2 Metern Höhe.
Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Tage pro Jahr, an denen Tmax ≥30 °C und HRmedia ≥60 % gleichzeitig auftraten. Sie umfasst die gesamte Messreihe von 1945 bis 2024 (letzter Datenstand: August 2024).
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tage | Jahr | Tage | Jahr | Tage | Jahr | Tage |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1945 | 0 | 1965 | 0 | 1985 | 1 | 2005 | 5 |
| 1946 | 2 | 1966 | 1 | 1986 | 1 | 2006 | 3 |
| 1948 | 1 | 1968 | 2 | 1988 | 0 | 2008 | 4 |
| 1952 | 0 | 1972 | 0 | 1992 | 2 | 2012 | 3 |
| 1955 | 0 | 1975 | 2 | 1995 | 5 | 2015 | 6 |
| 1961 | 0 | 1981 | 0 | 2001 | 1 | 2021 | 0 |
| 1962 | 0 | 1982 | 2 | 2002 | 3 | 2022 | 4 |
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Köln-Stammheim (02968). Ausgewertet wurden alle verfügbaren Tage von 1945 bis 31. August 2024. Die Berechnung folgt der offiziellen Kenntag-Definition: heisser Schwületag = Tmax ≥30 °C und mittlere relative Luftfeuchte ≥60 %. Mittelwert über alle Jahre: 3,4 Tage pro Jahr.
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