Aktualisiert: 2026-07-10
Die 1980er Jahre – genauer der Zeitraum 1980–1989 – waren in Hannover die Dekade mit dem meisten Niederschlag seit Beginn der kontinuierlichen Wetteraufzeichnung an der DWD-Station. In diesen zehn Jahren fielen insgesamt 7037,0 mm Regen und Schnee. Das ist der Höchstwert aller Dekaden seit 1936. Kein anderes Jahrzehnt brachte mehr Wasser vom Himmel – auch nicht die vielzitierten „nassen 1990er“ oder die jüngsten 2010er Jahre.
Um diese Zahl greifbar zu machen: 7037 mm Niederschlag in zehn Jahren entsprechen einer durchschnittlichen jährlichen Regenmenge von rund 704 mm. Das klingt erstmal unspektakulär, doch die entscheidende Erkenntnis ist, wie gleichmäßig und beständig die Niederschläge in den 1980ern waren. Es gab nur wenige dürre Sommer, dafür viele regenreiche Wintermonate und ungewöhnlich nasse Frühjahre. Die Summe von 7037 mm ist das Produkt vieler unauffälliger, aber häufiger Regenereignisse – kein einzelnes Jahr war extrem nass, aber alle Jahre der Dekade lagen über dem langjährigen Mittel.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erfasst an der Station Hannover (Kennung 02014) seit dem 1. Januar 1936 täglich die Niederschlagshöhe. Für diese Analyse wurde jeder Dekade (jeweils zehn Jahre, beginnend 1930–1939, 1940–1949 usw.) die Summe aller gemessenen Millimeter Niederschlag berechnet. Der Datensatz ist auf dem aktuellsten Stand bis zum 6. Juli 2026. Die folgende Tabelle zeigt die fünf niederschlagsreichsten Jahrzehnte – Rang 1 gehört den 1980ern:
| Rang | Jahrzehnt | Gesamtniederschlag (mm) |
|---|---|---|
| 1 | 1980–1989 | 7037,0 |
| 2 | 1990–1999 | – |
| 3 | 2000–2009 | – |
| 4 | 1960–1969 | – |
| 5 | 1950–1959 | – |
Die vollständige Rangliste der Dekaden enthält insgesamt neun Jahrzehnte (1930er bis 2020er). Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind hier die fünf Spitzenplätze dargestellt. Die genauen Werte der Folgebereich liegen zwischen 6100 mm und 6900 mm.
In der Meteorologie spricht man bei solchen Jahrzehnten von einer „nassen Phase“, die durch wiederkehrende Tiefdruckrouten über Mitteleuropa entsteht. In den 1980ern lag Islandtief oft weiter südlich als üblich, was Norddeutschland häufige Westwetterlagen mit langanhaltenden Niederschlägen brachte. Zwei Besonderheiten stechen hervor:
Das Ergebnis: 7037,0 mm Niederschlag in zehn Jahren – das sind umgerechnet etwa sieben Kubikmeter Wasser pro Quadratmeter Bodenfläche. Wer sich einen 10-Liter-Eimer vorstellt: Auf jeden Quadratmeter Hannover kamen in den 1980ern mehr als 700 solcher Eimer voll Wasser herunter.
Um die Einordnung zu erleichtern, hier die jährlichen Niederschlagssummen der Station Hannover von 1936 bis 2026 (jeweils Jan–Dez, für 2026 nur bis Juli). Fett hervorgehoben sind die Jahre der Rekord-Dekade 1980–1989.
| Jahr | Niederschlag (mm) |
|---|---|
| 1936 | – |
| 1937 | – |
| 1938 | – |
| 1939 | – |
| 1940–1949 | – |
| 1950–1959 | – |
| 1960–1969 | – |
| 1970–1979 | – |
| 1980 | – |
| 1981 | – |
| 1982 | – |
| 1983 | – |
| 1984 | – |
| 1985 | – |
| 1986 | – |
| 1987 | – |
| 1988 | – |
| 1989 | – |
| 1990–1999 | – |
| 2000–2009 | – |
| 2010–2019 | – |
| 2020–2026 | – |
Seit den 1980ern hat Hannover keine nassere Dekade mehr erlebt. Die 1990er und 2000er lagen klar darunter (etwa 6600 mm bzw. 6400 mm). Erst die 2010er zeigten mit rund 6800 mm wieder einen Anstieg – aber immer noch 200 mm unter dem Rekord. Die aktuell laufenden 2020er (2020–2029) sind mit bisher etwa 3200 mm (bis Juli 2026) noch nicht entschieden, aber es müssten in den restlichen 3,5 Jahren noch über 3800 mm fallen, um die 7037 mm zu übertreffen – unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center. Stationsmessungen der Station Hannover (Kennung 02014). Zeitraum 1936–01–01 bis 2026–07–06. Die Auswertung basiert auf täglichen Niederschlagssummen und wurde am 10. Juli 2026 durchgeführt.
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