Längste Serie tropischer Nächte in München (1954–2026)

Aktualisiert: 2026-07-09

Der Rekord
Vom 24. bis 26. Juni 2026 erlebte München 3 tropische Nächte am Stück –
die bisher längste dokumentierte Serie in der 72-jährigen Messreihe der Station München-Stadt (DWD, Kennung 03379).
Drei Nächte lang fiel die Temperatur nicht unter 20 °C – eine Seltenheit in der bayerischen Landeshauptstadt.

Warum sind tropische Nächte in München so selten?

Im Gegensatz zu mediterranen Regionen oder den deutschen Küsten gehört München zu den kühleren Großstädten Mitteleuropas. Der DWD definiert eine tropische Nacht (Tropennacht) als eine Nacht, in der die Tiefsttemperatur 20 °C oder mehr beträgt. An der Station München-Stadt treten solche Nächte unregelmäßig auf – und noch seltener halten sie mehrere Tage an.

Die längste Serie: 3 Nächte – und das gleich fünfmal

Der absolute Rekord liegt bei 3 aufeinanderfolgenden tropischen Nächten. Dieses Ereignis ist in der Münchner Messreihe insgesamt 5 Mal dokumentiert worden. Die fünf längsten Serien im Überblick:

BeginnEndeAnzahl Nächte
2026-06-242026-06-263
2015-07-052015-07-073
1994-08-061994-08-083
1992-08-071992-08-093
1983-07-271983-07-293

Drei Nächte am Stück – das entspricht mehr als der Hälfte einer ganzen Woche, in der die Stadt nachts keine Abkühlung fand. Die aktuelle Serie aus dem Juni 2026 steht damit gleichauf mit den historischen Hitzejahren 1983, 1992, 1994 und 2015.

Ein Blick auf die Messdaten

Die Daten stammen von der offiziellen Station des Deutschen Wetterdienstes in München-Stadt. Der verfügbare Zeitraum reicht vom 1. Juni 1954 bis zum 6. Juli 2026. In dieser Spanne von 72 Jahren wurde die Marke von 3 Nächten nie überschritten – bis heute nicht.

Bemerkenswert: Drei der fünf Rekordserien liegen im Juli, zwei im August. Die jüngste Serie im Juni 2026 ist die erste, die den Rekord vor dem Hochsommer erreicht hat. Ein Zeichen dafür, dass sich die sommerlichen Wärmephasen zunehmend in den Frühsommer verschieben?

Was bedeutet das für München?

Drei tropische Nächte hintereinander sind für Münchner Verhältnisse außergewöhnlich. Zum Vergleich: In manchen Jahren gibt es gar keine einzige tropische Nacht. Eine Serie von drei Nächten bedeutet, dass die Stadt 72 Stunden lang keine Nachtkühlung erfährt – das belastet Gebäude, Infrastruktur und vor allem die Gesundheit der Bewohner. Die Durchschnittstemperatur einer solchen Nacht liegt bei gut 20 °C, die gefühlte Abkühlung bleibt aus.

Tabellarische Übersicht der Rekordserien

Die folgende Tabelle fasst alle fünf dokumentierten Rekordserien zusammen – jede mit drei aufeinanderfolgenden tropischen Nächten:

JahrBeginnEndeTropische Nächte
202624. Juni26. Juni3
20155. Juli7. Juli3
19946. August8. August3
19927. August9. August3
198327. Juli29. Juli3

Fünf Ereignisse in 72 Jahren – im Schnitt also etwa alle 14 Jahre eine Rekordserie. Die Abstände sind unregelmäßig: Zwischen 1983 und 1992 lagen 9 Jahre, dann 2 Jahre bis 1994, dann 21 Jahre bis 2015, und schließlich 11 Jahre bis 2026. Ob diese Häufung zunimmt, lässt sich aus fünf Datenpunkten noch nicht sicher ableiten, aber der Trend ist bemerkenswert.

Einordnung in die Klimatologie Münchens

München liegt im Übergangsbereich zwischen atlantischem und kontinentalem Klima. Tropische Nächte treten vor allem bei stabilen Hochdrucklagen im Sommer auf, wenn warme Luftmassen aus Südosteuropa nach Bayern strömen. Die Station München-Stadt misst seit 1954 kontinuierlich – die Daten sind lückenlos und für die Klimaforschung von hohem Wert.

Wer sich für die täglichen Messwerte oder eine grafische Aufbereitung der gesamten Reihe interessiert, findet auf histoclima.com die vollständigen Rohdaten der Station.

Fazit: Der Rekord steht – und ist aktuell

Die längste Serie tropischer Nächte an der DWD-Station München-Stadt beträgt 3 aufeinanderfolgende Nächte. Der jüngste Rekord stammt aus dem Juni 2026 und teilt sich den Spitzenplatz mit vier weiteren Ereignissen aus den Jahren 1983, 1992, 1994 und 2015. Eine längere Serie wurde in der gesamten Messgeschichte nicht verzeichnet.

Für Münchner bedeutet das: Drei Nächte ohne Abkühlung sind das Maximum – bislang. Ob der Klimawandel diese Obergrenze in den kommenden Jahrzehnten verschieben wird, bleibt abzuwarten. Die Datenbasis ab 1954 bietet eine solide Grundlage, um die Entwicklung weiter zu verfolgen.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station München-Stadt (Kennung 03379).
Datenbasis: Tägliche Tiefsttemperaturen (Tmin) der Station, ausgewertet für den Zeitraum 01.06.1954 bis 06.07.2026.
Lizenz: GeoNutzV. Die Berechnung der Tropennacht-Serien erfolgte mittels Gaps-and-Islands-Verfahren (SQL) auf Basis der Originalmessreihe.
Alle Angaben ohne Gewähr. Bei Fragen oder Korrekturen wenden Sie sich bitte an das DWD Climate Data Center.

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