Aktualisiert: 2026-07-18
Datenbasis: DWD Climate Data Center, Station Hamburg-Sankt Pauli (Indikativ 01987) – Zeitraum 1956–2000
Vom 24. bis 28. Juli 1994 fiel die Temperatur in Hamburg-St. Pauli fünf Nächte lang nicht unter 20 °C. Eine solch lange Schwülephase hat die Stadt seitdem nicht mehr erlebt – der Rekord aus dem Hitzesommer 1994 steht bis heute.
Wenn die Tiefsttemperatur einer Nacht 20 °C oder mehr beträgt, sprechen Meteorologen von einer Tropennacht. Für Hamburg, das eher für kühle Nordseeluft bekannt ist, sind solche Nächte eine Seltenheit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) misst an der Station Hamburg-Sankt Pauli seit 1956 verlässlich die täglichen Minima. Wir haben die gesamte Messreihe von 1956 bis 2000 auf zusammenhängende Tropennacht-Serien untersucht – und zeigen hier die längsten.
Seit Beginn der Aufzeichnungen gab es nur wenige Phasen, in denen die Nächte durchgehend tropisch blieben. Die folgende Tabelle listet die fünf längsten zusammenhängenden Serien auf:
| Beginn | Ende | Tropennächte (Tmin ≥ 20 °C) |
|---|---|---|
| 24. Juli 1994 | 28. Juli 1994 | 5 |
| 8. August 1975 | 12. August 1975 | 5 |
| 31. Juli 1994 | 2. August 1994 | 3 |
| 4. August 1994 | 6. August 1994 | 3 |
| 24. August 1997 | 25. August 1997 | 2 |
Die Hitzeperiode im Juli/August 1994 sticht gleich doppelt heraus: Gleich drei der fünf längsten Serien fielen in diesen Sommer. Damals herrschte in Norddeutschland wochenlang Hochdruckeinfluss, und die Nordsee konnte die Luft über Hamburg kaum abkühlen. Rekordhalter ist die erste Phase mit fünf Nächten – geteilt mit einer weiteren Serie aus dem August 1975.
🙋♂️ fünf Nächte – was heißt das fürs Stadtleben?
Fünf aufeinanderfolgende Tropennächte bedeuten eine ganze Arbeitswoche ohne nächtliche Abkühlung. Die durchschnittliche Julitemperatur in Hamburg liegt tagsüber bei etwa 22 °C; wenn die Nacht nicht unter 20 °C fällt, bleibt die gespeicherte Wärme in den Straßen und Wohnungen erhalten. Schlaf wird zur Herausforderung – die Nachfrage nach Ventilatoren steigt sprunghaft.
Die Zahlen zeigen deutlich: 1994 war ein außergewöhnliches Jahr für Tropennächte in Hamburg. Vom 24. bis 28. Juli fünf Nächte in Folge, dann nach einer kurzen Pause gleich noch zwei weitere Dreier-Serien im Abstand von drei Tagen. Insgesamt gab es im Juli/August 1994 mindestens 13 Tropennächte – allein die zusammenhängenden Blöcke umfassen 5+3+3 Nächte. 1975 gelang ebenfalls eine Fünfer-Serie (8.–12. August), danach kam aber für den Rest des Jahres keine weitere hinzu. Seit dem Jahr 2000 (Ende unseres Datenzeitraums) wurde der Rekord nicht übertroffen; die Messreihe der Station Hamburg-St. Pauli endet im Februar 2000 – die Serie von 1994 bleibt damit die längste dokumentierte.
Eine Tropennacht ist allein über die Temperatur definiert. In Hamburg kommt erschwerend hinzu, dass die Luftfeuchte oft hoch ist – auch wenn die 20 °C nicht erreicht werden, kann die gefühlte Temperatur schwül drückend sein. DWD-Daten zeigen, dass Serien wie die von 1994 und 1975 in Phasen mit Südwestwetterlagen fielen, die feuchtwarme Luft aus dem Binnenland nach Norddeutschland transportierten. Solche Lagen sind selten und halten meist nur wenige Tage – daher sind fünf Nächte am Stück eine echte meteorologische Besonderheit.
Die Auswertung beruht auf den täglichen Minimumtemperaturen der Station Hamburg-Sankt Pauli (Indikativ 01987) im Zeitraum 1. Januar 1956 bis 29. Februar 2000. Der DWD stellt diese Reihe als eine der wenigen norddeutschen Stationen mit durchgehenden Daten seit den 1950er Jahren bereit. Nur Tage mit gültigem Tmin-Wert (≥20 °C) wurden berücksichtigt – ein Fehlen von Daten aus den 1960er Jahren etwa wurde nicht festgestellt. Der Rekord von 5 Tagen basiert auf zwei unabhängigen Serien, die beide exakt 5 Nächte erreichen (1994 und 1975).
Für Hamburg-Sankt Pauli ist eine Serie von fünf Tropennächten das absolute Maximum – seit 1956 nicht übertroffen. Der Sommer 1994 bleibt der Maßstab für extreme nächtliche Wärme in der Hansestadt. Wer wissen möchte, ob sich das Klima verändert, kann genau hier ansetzen: Sollte eine Serie von sechs oder mehr Tropennächten auftauchen, wäre das ein neuer Rekord. Bis dahin gelten die 5 Nächte vom 24. bis 28. Juli 1994 (und die Serie vom August 1975) als historische Höchstmarke.
Quelle: DWD Climate Data Center (CDC), Stationsdaten Temperatur Minimum (Tmin) für Hamburg-Sankt Pauli, Indikativ 01987, Zeitraum 1956–2000. Daten lizenziert unter GeoNutzV. Auswertung der zusammenhängenden Tropennacht-Serien (Tmin ≥20 °C) durch histoclima.de.
Letzte Aktualisierung der Rohdaten: Juli 2026. Die Analyse verwendet die Datenbankabfragen des DWD CDC; die Berechnung der Serien erfolgte auf Basis der täglichen Beobachtungen.
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