Aktualisiert: 10. Juli 2026 – Datenstand bis 6. Juli 2026
Am 9. August 1992 kletterte das Thermometer in Bremen auf 37,6 °C – der absolute Höchstwert der gesamten Messreihe. Das ist der heisseste Tag seit 1890. Dieser Wert hat sich nun seit 34 Jahren nicht wiederholt. Es folgen der 25. Juli 2019 mit 37,4 °C und der 27. Juni 2026 mit 37,3 °C – ein Zeichen, dass die extreme Hitze auch in den letzten Jahren nicht nachgelassen hat.
Für Arbeiten im Freien – auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder in der Logistik – gelten Temperaturen ab 32 °C als kritische Grenze. Ab diesem Wert steigt die Belastung für den Körper erheblich. Die offizielle DWD-Station Bremen (Indikativ 00691) misst seit dem 1. Januar 1890 und erfasst jeden Tag mit einer Höchsttemperatur von mindestens 32 °C. In der gesamten Zeit von 136 Jahren registrierte die Station 183 dieser Hitzetage.
Die fünf Spitzenreiter zeigen eine klare Konzentration auf die letzten drei Jahrzehnte:
| Datum | Höchsttemperatur (°C) |
|---|---|
| 9. August 1992 | 37,6 |
| 25. Juli 2019 | 37,4 |
| 27. Juni 2026 | 37,3 |
| 20. Juli 2022 | 37,0 |
| 4. Juli 2015 | 36,8 |
Der Rekord von 1992 hält also seit über drei Jahrzehnten, aber die Abstände sind winzig – 2019 lag nur 0,2 °C darunter, 2026 sogar nur 0,3 °C. Ein neuer Rekord kann jeden Sommer fallen.
Die monatliche Verteilung zeigt, dass Hitzearbeit in Bremen fast ausschliesslich auf den Hochsommer beschränkt ist:
| Monat | Durchschnittliche Anzahl Hitzetage pro Jahr |
|---|---|
| Mai | 0,0 |
| Juni | 0,2 |
| Juli | 0,6 |
| August | 0,5 |
| September | 0,0 |
Im Mai und September gab es noch nie einen Tag mit ≥32 °C. Der Juli ist mit 0,6 Tagen im Mittel der Spitzenmonat – das heisst statistisch gesehen etwa ein Hitzetag alle zwei Jahre im Juli. Der August folgt dicht mit 0,5 Tagen. Ein ganzer Monat mit konstanter Hitzearbeit ist in Bremen also die absolute Ausnahme.
Vier Jahre ragen aus der Reihe heraus: 1947, 1975, 2018 und 2021 – jedes lieferte genau 10 Tage mit 32 °C oder mehr. Zehn Tage bedeuten im Arbeitsalltag fast zwei volle Arbeitswochen, in denen im Freien besondere Vorsicht geboten ist. Diese Jahre sind echte Ausreisser, denn das Mittel über alle Jahre liegt bei etwa 1,3 Hitzetagen pro Jahr.
Die Jahre 1941, 1994, 2010 und 2019 brachten es auf 8 Hitzetage. Auch 1947 und 1975 sind die altgedienten Rekordhalter – die 10 Tage von 1941 wurden erst 2018 wieder erreicht. Die Jahre 2020 (7 Tage) und 2025 (6 Tage) zeigen, dass die Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat.
Die folgende Tabelle zeigt jedes Jahr mit mindestens einem Hitzetag. In vielen Jahren gab es gar keinen – 2026 ist mit 4 Tagen (Stand Juli) bereits über dem Durchschnitt.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Hitzetage (≥32 °C) |
|---|---|
| 1915 | 1 |
| 1941 | 8 |
| 1947 | 10 |
| 1975 | 10 |
| 1994 | 8 |
| 2010 | 8 |
| 2018 | 10 |
Wer in Bremen im Freien arbeitet, muss im Durchschnitt mit etwa einem Hitzetag pro Jahr rechnen – aber die Schwankung ist enorm. In Spitzenjahren wie 1947, 1975 oder 2018 summieren sich die Hitzetage auf fast zwei Wochen. Das ist mehr als ein ganzer Monat an besonders belastenden Tagen. Die Jahre ohne einen einzigen solchen Tag sind deutlich häufiger: Seit 1890 gab es in 74 Jahren gar keinen Hitzetag. Die Konzentration auf Juli und August bedeutet, dass Bauunternehmen und Landwirte besonders in diesen Monaten mit Hitzepausen planen müssen. Der Trend der letzten 20 Jahre zeigt allerdings eine Zunahme: Zwischen 2000 und 2026 gab es in 21 von 27 Jahren mindestens einen Hitzetag – ein Zeichen, dass die Belastung für Aussenarbeiter zunimmt.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Bremen (Indikativ 00691). Messreihe vom 1. Januar 1890 bis 6. Juli 2026. Lizenz: GeoNutzV. Für weitere Informationen besuchen Sie www.dwd.de. histoclima.com verarbeitet die Originaldaten ohne Änderungen und stellt sie als Referenz für klimahistorische Analysen bereit.
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