Auswertung der DWD-Station Berlin-Tempelhof · Datenstand: 10. Juli 2026
Der Sommer 2018 war für Berlin eine extreme Hitzewelle: An 31 Tagen lag das Maximum bei mindestens 30 °C. Das ist so viel wie ein ganzer Monat – und der höchste Wert in der fast achtzigjährigen Messreihe. Der Rekord stammt aus 2018 und wurde seitdem nicht wieder erreicht, auch nicht in den heißen Jahren 2019 (26 Tage) oder 2022 (21 Tage).
Ein heißer Tag ist für den Deutschen Wetterdienst ein Tag, an dem die Höchsttemperatur mindestens 30 °C erreicht. Die Berliner kennen diese Tage als „Backofentage“ – sie liegen oft in einer serie von vier bis fünf Tagen und fordern Mensch, Natur und Infrastruktur. Die offizielle Station Berlin-Tempelhof misst diese Werte seit Januar 1948. Wir haben für Sie die gesamte Jahresreihe ausgewertet, jeden einzelnen Tag.
Das sind die heißen Tage, Jahr für Jahr, wie sie die DWD-Messung in Tempelhof erfasst hat. Ein Wert von 0 bedeutet, dass es in diesem Jahr keinen einzigen Tag mit 30 °C oder mehr gab.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Heiße Tage (≥30 °C) |
|---|---|
| 1955 | 1 |
| 2006 | 22 |
| 2015 | 23 |
| 2018 | 31 |
| 2019 | 26 |
| 2022 | 21 |
| 2024 | 20 |
Neben dem Spitzenreiter 2018 stechen einige Jahre besonders hervor. Die fünf höchsten Werte der Reihe:
Auf der anderen Seite gab es Jahre mit nur einem einzigen heißen Tag: 1955, 1956, 1962, 1965, 1988 und 1993. 1988 zeigt mit 1 heißen Tag, wie unterschiedlich die Berliner Sommer sein können – sechs Jahre später, 1994, waren es bereits 19.
Um ein Gefühl für die Verteilung zu bekommen, hier die Monatswerte des Jahres 2023 an der Station Tempelhof. Die Durchschnitts-Höchsttemperatur (tmax_avg) zeigt, wo die heißen Tage liegen: im Juni und Juli kletterte das Mittel auf über 25 °C, die Spitze erreichte der Juli mit 35,5 °C.
| Monat | Höchstwert (°C) | Tiefstwert (°C) | Durchschnitt (°C) |
|---|---|---|---|
| Januar | 16,2 | 0,0 | 6,8 |
| Februar | 13,0 | 0,2 | 6,9 |
| März | 18,9 | 1,3 | 10,1 |
| April | 21,9 | 5,7 | 12,8 |
| Mai | 27,6 | 9,9 | 20,0 |
| Juni | 31,3 | 18,5 | 25,5 |
| Juli | 35,5 | 19,4 | 26,0 |
| August | 32,2 | 17,5 | 24,6 |
| September | 31,1 | 18,9 | 25,1 |
| Oktober | 26,0 | 7,0 | 15,9 |
| November | 14,6 | -0,5 | 8,7 |
| Dezember | 12,4 | -1,5 | 6,0 |
Der Juli 2023 war mit 35,5 °C der absolute Spitzenreiter des Jahres – das ist fast eine afrikanische Hitze für Berliner Verhältnisse. Die durchschnittliche Höchsttemperatur im Juli lag bei 26,0 °C, was bedeutet, dass die heißen Tage an etwa 10 bis 12 Tagen im Monat auftraten (15 heiße Tage insgesamt 2023).
31 Tage mit über 30 °C – das ist rechnerisch ein ganzer Monat. Im Sommer 2018 hatte Berlin damit mehr heiße Tage als viele Mittelmeerstädte in einem durchschnittlichen Jahr. Stellt man sich vor, dass diese 31 Tage oft in Blöcken von fünf oder sechs Tagen auftraten, erlebte die Stadt drei komplette Hitzewellen von je einer Woche Länge. Der Rekord aus 2018 ist bis heute ungebrochen – auch 2019 (26 Tage) und 2022 (21 Tage) blieben deutlich darunter.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Berlin-Tempelhof (Kennung 00433). Lizenz: GeoNutzV. Ausgewertet wurden Tagesmaxima (tmax) ab 30 °C (Heißer Tag) von 1948 bis 2026 (letzter Datenpunkt: 6. Juli 2026). Die Monatstabelle zeigt das Jahr 2023. Die vollständige Reihe enthält alle verfügbaren Jahre. Bei Fragen zu einzelnen Tagen oder zur Methodik kontaktieren Sie uns über histoclima.com.
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