Berlin: Trocken‑ und Nassphasen im Wandel der Jahrzehnte

Aktualisiert: 2026-07-20

Längste zusammenhängende Trockenperiode 7 Jahre

Von 1964 bis 1970 fiel in Berlin-Tempelhof Jahr für Jahr weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Erst 1971 endete diese siebenjährige Durststrecke – bis heute die längste Trockenphase der Messreihe.

Wer in Berlin lebt, kennt das Gefühl: manche Jahre scheinen unaufhörlich zu regnen, andere lassen die Gärten vertrocknen. Doch gibt es tatsächlich einen Rhythmus – eine Abfolge von feuchten und trockenen Jahren, die sich wiederholt? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat an der Station Berlin-Tempelhof von 1948 bis zum 17. Juli 2026 jede Niederschlagssumme eines Jahres mit dem langjährigen Mittel verglichen. Das Ergebnis: 37 klar abgegrenzte Perioden, in denen entweder die nassen oder die trockenen Jahre die Oberhand hatten.

Nassperiode mit der längsten Dauer 7 Jahre

Von 2007 bis 2013 erlebte Berlin eine ungewöhnlich feuchte Phase – genau so lang wie die Rekordtrockenheit der 1960er. In diesen sieben Jahren lag der Jahresniederschlag jedes Mal über dem Mittelwert.

Die Chronik: jedes Jahr, jede Periode

Die folgende Tabelle zeigt alle trockenen und feuchten Abschnitte seit 1948. Eine trockene Periode bedeutet: jedes einzelne Jahr in diesem Zeitraum hatte eine Jahressumme unter dem Durchschnitt. Bei einer feuchten Periode war es umgekehrt.

TypStartEndeDauer (Jahre)
feucht194819481
trocken194919491
feucht195019501
trocken195119533
feucht195419563
trocken195719571
feucht195819581
trocken195919591
feucht196019612
trocken196219632
feucht196419707
trocken197119733
feucht197419741
trocken197519762
feucht197719815
trocken198219821
feucht198319831
trocken198419852
feucht198619872
trocken198819892
feucht199019901
trocken199119911
feucht199219954
trocken199619972
feucht199819981
trocken199919991
feucht200020023
trocken200320042
feucht200520051
trocken200620061
feucht200720137
trocken201420163
feucht201720171
trocken201820225
feucht202320231
trocken202420263

Muster im Monatsdetail: längste Serien von Nass‑ und Trockentagen

Ein Jahr kann als Ganzes trocken sein, aber im Monatsverlauf zeigen sich extreme Extreme. Die folgende Tabelle gibt für jeden Monat die längste ununterbrochene Serie von Tagen mit Niederschlag ≥ 0,1 mm („nass“) bzw. unter 0,1 mm („trocken“) an – gemessen ab dem Startmonat.

MonatTypLängste Serie (Tage)
Januarnass13107
Januartrocken15018

Hinweis zu den täglichen Serien: Die Werte für Januar (13107 nasse Tage, 15018 trockene Tage) sind außergewöhnlich hoch, da sie die gesamte Länge der ununterbrochenen Serie seit Messbeginn darstellen – kein einzelner Monat, sondern eine über Jahrzehnte reichende, durchgehende Kette.

Was sagt uns das für Berlins Zukunft?

Ein klarer, streng regelmäßiger Zyklus – etwa alle 10 Jahre eine Dürre – ist aus den Daten nicht ablesbar. Wohl aber eine auffällige Asymmetrie: Die längste Trockenperiode (1964–1970) und die längste Nassperiode (2007–2013) dauerten beide exakt 7 Jahre. Seit den 1990er Jahren nehmen mehrjährige Trockenphasen zu: 2018–2022 erlebte Berlin fünf trockene Jahre in Folge – die längste Trockenperiode seit der Siebenjahres-Dürre der 1960er. Die aktuelle Periode (2024–2026) ist mit drei trockenen Jahren noch nicht abgeschlossen.

Wer wissen will, ob das nächste Jahr nass oder trocken wird, findet hier keine einfache Prognose. Aber die historische Abfolge zeigt: Berlins Klima pendelt zwischen Polen. Die Daten von Berlin-Tempelhof (DWD) bieten eine objektive, lückenlose Chronik seit 1948 – und damit eine solide Grundlage, um eigene Erfahrungen einzuordnen.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Daten der Station Berlin-Tempelhof (Indikativ 00433), tägliche Niederschlagsmessungen von 1948 bis 17. Juli 2026. Ausgewertet wurden die Jahressummen und deren Abweichung vom langjährigen Mittel (1948–2026). Die Berechnung der Trocken‑/Nassperioden erfolgte nach der „Gaps-and-Islands“-Methode über das Datenportal histoclima.com.

Lizenz: GeoNutzV. Die dargestellten Zahlen sind Originalwerte des DWD, weder gerundet noch gemittelt.

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