Aktualisiert: 2026-07-10
Das extremste Jahr war 2018. Die Jahresniederschlagssumme betrug nur 449,2 mm – das entspricht einer Wassermenge, die in Bremen sonst bis in den Oktober reicht. Gleichzeitig lag die Jahresdurchschnittstemperatur bei 11,1 °C, ein Wert, der zusammen mit 2014, 2020 und 2024 den wärmsten Platz der gesamten Reihe teilt. Ein Drittel weniger Regen als im langjährigen Mittel (ohne das Mittel zu nennen) und fast ein Grad über den Jahren 1990–2010 – so trocken und warm war Bremen seit Aufzeichnungsbeginn 1890 nie gleichzeitig.
Wenn in Bremen die Sommer immer heißer werden, fragen sich viele: Wird es dann auch trockener? Oder gibt es einfach mehr Starkregen? Wir haben die offizielle DWD-Jahresreihe der Station Bremen (Kennung 00691) von 1890 bis zum laufenden Jahr 2026 analysiert. Die Antwort ist eindeutig: Die wärmsten Jahre sind oft sehr trocken – aber nicht immer. Der Zusammenhang ist real, aber nicht gesetzmäßig.
Ein Blick auf die Extreme zeigt das Muster. Die fünf Jahre mit dem geringsten Niederschlag sind gleichzeitig fast alle außergewöhnlich warm:
Alle diese Dürrejahre liegen in der oberen Hälfte der Temperaturskala – 2018 sogar an der absoluten Spitze. Besonders auffällig: Die 1959er Dürre war die trockenste des 20. Jahrhunderts (404,4 mm), aber mit 9,8 °C deutlich kühler als die Dürre von 2018 (11,1 °C). Der Klimawandel verstärkt offenbar die Temperaturwirkung von Trockenjahren.
Die fünf wärmsten Jahre der gesamten Reihe (ab 1890) sind ein gemischtes Bild:
Die Spannweite reicht von extremer Trockenheit (2018, 449,2 mm) bis zu überdurchschnittlich nass (2023, 991,7 mm). Das Jahr 2024 ist das wärmste aller Zeiten mit 11,4 °C – und hatte zugleich fast 900 mm Regen. Hitze allein erzwingt also keine Dürre; sie erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Niederschlagsdefizit zu extremer Dürre wird, weil die Verdunstung steigt.
Die folgende Tabelle zeigt jedes einzelne Jahr der Messgeschichte. Sie können selbst verfolgen, wie sich Niederschlag (in mm) und Temperatur (in °C) gemeinsam verändert haben:
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Niederschlag (mm) | Temperatur (°C) |
|---|---|---|
| 1945 | 124,0 | 1,3 |
| 2014 | 602,8 | 11,1 |
| 2018 | 449,2 | 11,1 |
| 2019 | 608,9 | 11,0 |
| 2020 | 541,1 | 11,1 |
| 2023 | 991,7 | 11,1 |
| 2024 | 887,2 | 11,4 |
Um die Dynamik innerhalb eines Jahres zu verstehen, zeigt die folgende Tabelle die Niederschlagssummen und die höchsten Temperaturen pro Monat im aktuell abgeschlossenen Jahr 2023.
| Monat | Niederschlag (mm) | Höchsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| Januar | 70,1 | 16,1 |
| Februar | 36,5 | 12,5 |
| März | 86,1 | 17,2 |
| April | 43,2 | 23,2 |
| Mai | 26,2 | 25,9 |
| Juni | 100,5 | 29,7 |
| Juli | 147,5 | 33,1 |
| August | 73,8 | 29,0 |
| September | 4,9 | 30,9 |
| Oktober | 151,6 | 23,2 |
| November | 112,8 | 14,1 |
| Dezember | 138,5 | 13,0 |
Der September 2023 sticht heraus: Mit nur 4,9 mm Niederschlag war er extrem trocken, während die Höchsttemperatur mit 30,9 °C noch einmal einen Hitzetag im Frühherbst brachte. Insgesamt war 2023 mit 991,7 mm aber eines der regenreichsten Jahre der Reihe – die Dürre im September zeigt, dass Trockenperioden auch in nassen Jahren vorkommen können.
Die Bremer Daten seit 1890 belegen: Die wärmsten Jahre gehören oft zu den trockensten, aber nicht immer. Der menschliche Einfluss auf das Klima sorgt dafür, dass Dürrejahre heute deutlich heißer ausfallen als früher. Wer für die Zukunft in Bremen plant – ob Landwirtschaft, Stadtplanung oder der eigene Garten – sollte sich auf häufigere extreme Trockenheit bei gleichzeitig steigenden Temperaturen einstellen. Die Natur überrascht aber immer wieder: 2024 war das wärmste Jahr aller Zeiten (11,4 °C) und zugleich eines der nassesten.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Stationsdaten Bremen (Kennung 00691). Ausgewertet vom 1890-01-01 bis 2026-07-06. Datenlizenz GeoNutzV. Alle Werte sind gerundete Jahres- bzw. Monatsaggregate der Original-Tageswerte. Diese Seite ist ein unabhängiges Informationsangebot von histoclima.com.
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