Oberstdorf: Wie kalt wird es wirklich im Hochgebirge?

Aktualisiert: 2026-07-10 – Datenbasis: DWD-Station Oberstdorf (Kennung 03730), Messreihe 1910 bis 2026.

-28,2 °C
Absolute Tiefsttemperatur, gemessen an einem Januartag – der Kälterekord in über 115 Jahren Aufzeichnung.

Der Januar ist der kälteste Monat in Oberstdorf, aber diese Marke unterbietet selbst die durchschnittliche Tiefsttemperatur von -7,4 °C um mehr als 20 Grad. Vergleicht man den Wert mit dem durchschnittlichen Maximum von 2,4 °C, wird klar: an solchen Tagen schlägt der Winter wirklich zu. Die extremen Minima in dieser Höhenlage (ca. 800 m) werden durch klare Nächte und Schneedecken verstärkt – die Kälte fühlt sich dann noch intensiver an.

Das Wintergesicht: Januar im Detail

Der Januar in Oberstdorf zeigt die volle Bandbreite des Gebirgsklimas. Die durchschnittliche Temperatur liegt bei -2,7 °C – das entspricht fast einem Dauerfrost. Doch die Spannweite ist enorm: zwischen -28,2 °C und 18,0 °C als Maximum liegt ein Unterschied von über 46 Grad. Solche Ausreißer nach oben entstehen, wenn Föhnwinde aus Süden die Tallagen aufheizen. Die durchschnittliche Tiefsttemperatur von -7,4 °C zeigt, dass Nächte regelmäßig zweistellige Minusgrade bringen, während die durchschnittliche Höchsttemperatur mit 2,4 °C knapp über dem Gefrierpunkt bleibt.

Zum Vergleich: Ein Tag mit -28,2 °C fühlt sich an, als ob man in einer Gefriertruhe steht – selbst dicke Skikleidung hilft dann nur begrenzt. Die Luft wird so kalt, dass sie bei Berührung mit warmer Haut fast brennt. In Oberstdorf sind solche Extreme selten, aber sie zeigen, wie unberechenbar das Gebirgsklima sein kann.

Monatsmittel 2023: Jahresverlauf auf einen Blick

Das Jahr 2023 an der Station Oberstdorf zeigt den typischen Gang der Gebirgstemperaturen. Die folgende Tabelle fasst die monatlichen Durchschnittswerte der Höchst- und Tiefsttemperaturen zusammen (alle Werte gerundet auf 0,1 °C). Die Spanne zwischen Januar und Juli beträgt fast 16 °C bei den Tiefstwerten und rund 20 °C bei den Höchstwerten – typisch für ein kontinental geprägtes Hochtal.

Monat Durchschnittliche Höchsttemperatur (°C) Durchschnittliche Tiefsttemperatur (°C)
Januar4,2-5,0
Februar6,8-5,3
März10,4-0,5
April11,40,9
Mai17,66,1
Juni24,48,1
Juli24,411,4
August23,411,0
September23,38,9
Oktober18,64,2
November7,6-1,4
Dezember5,5-3,4

Besonders auffällig: Die Monate Juni und Juli teilen sich mit jeweils 24,4 °C das höchste durchschnittliche Maximum – ein klassisches sommerliches Plateau, das in Mittelgebirgen oft später erreicht wird. Die kälteste durchschnittliche Tiefsttemperatur fällt mit -5,3 °C auf den Februar, nicht auf den Januar – ein Hinweis darauf, dass die Kälte im Spätwinter manchmal noch zulegt, bevor der Frühling einsetzt. Im April liegt die Tiefsttemperatur durchschnittlich bei 0,9 °C, was bedeutet, dass Frost in den Nächten noch häufig ist, während die Höchstwerte mit 11,4 °C bereits frühlingshaft wirken.

Ein Rekord der Beständigkeit: Die Datenreihe

Die Messungen in Oberstdorf reichen zurück bis zum 1. Januar 1910 und laufen kontinuierlich bis zum 6. Juli 2026. Das bedeutet: über 116 Jahre ununterbrochene Daten – eine der längsten homogenen Reihen im deutschen Alpenraum. Der Kälterekord von -28,2 °C stammt aus dieser Ära und bleibt bis heute ungebrochen. Solche Langzeitdaten sind für die Klimaforschung unverzichtbar, denn sie zeigen nicht nur Extreme, sondern auch den Wandel: Die durchschnittlichen Januarminima von -7,4 °C liegen weit über dem historischen Tiefstwert, was die Bandbreite des Winters in dieser Region unterstreicht.

Einordnung für Besucher und Einheimische

Wer im Winter nach Oberstdorf reist, sollte auf alles gefasst sein: Die durchschnittliche Höchsttemperatur von 2,4 °C im Januar klingt mild, doch die Nächte mit -7,4 °C sind knallhart. Selbst im Sommer klettern die Höchstwerte nur selten über 24,4 °C, was die Stadt zu einem idealen Ort für Wanderer macht, die Hitze meiden. Der Rekord von -28,2 °C ist eine meteorologische Kuriosität – für den Alltag sind eher die regelmäßigen Frostnächte relevant. Packen Sie also immer eine warme Schicht ein, selbst wenn die Sonne tagsüber scheint. Und denken Sie daran: Der Föhn kann das Thermometer im Winter auf 18,0 °C treiben – das sind fast 40 Grad Unterschied zur kältesten Nacht.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Oberstdorf (Kennung 03730). Lizenz: GeoNutzV. Die Messreihe umfasst den Zeitraum 01.01.1910 bis 06.07.2026.
Alle Angaben basieren auf offiziellen, konsolidierten Tageswerten der DWD-Klimastation.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act